Samstag, 28. Juli 2012

Luftbilder


Der Flug nach Dong Hoi mit einer Fokker 70 ist recht informativ. Die Flughöhe und gutes Wetter ermöglichen viele interessante Bilder. Zuerst kann man das Delta des Roten Flusses überblicken. Wie ein riesengroßes Spiegelmosaik blinken die unter Wasser stehenden Reisfelder in der Sonne. Die Mündung selbst kann man auf der linken Seite sitzend nicht sehen, dafür aber die weite Ausdehnung des Eintrages der „ gelben Brühe“ in das Meer. Danach wechselten die Ansichten von Meer und Strandabschnitten - also muss die Route hart an der Küstenlinie verlaufen.

Auf dem Rückflug wollte ich mir dann die andere Seite anschauen. Aber da flog eine ATR-Propellermaschine und deren Route lag mehr über dem Land. Diesmal  mit Kamera „bewaffnet“ konnte ich zunächst den Zusammenfluss von Song Con und Song Gianh bewundern











und danach einen Stausee mit Wasserkraftwerk betrachten.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Dong Hoi


Die kleine Provinzstadt mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern liegt an der schmalsten Stelle Vietnams. Die Entfernung von der Küste bis zur laotischen Grenze misst nur etwa
40 km. 
                                                                             Der Nhat Le- Fluss mündet hier ins Meer,

 nachdem er ein ganzes Stück fast parallel zur Küste  nach Norden geflossen ist.









Der Fluss ist Liegeplatz zahlreicher Fischerboote,
 die sich dann nachts in die lange „ Perlenkette“ einreihen, die sich auch an diesem Küstenabschnitt entlang zieht. 

Aber auch im Fluss selbst wird 
gefischt- mit Reusen und Grundnetzen 

und mit einigen dieser überdimensionierten  flachen Netzen. Leider konnte ich sie nicht in Aktion sehen.














Nördlich der Mündung kann man zu Fuß von der Stadt aus den feinsandigen Nhat Le-Strand erreichen. Da war ich aber doch sehr überrascht, hier solch klares Wasser vorzufinden.


Kilometerweit könnte man da entlang wandern und nur an wenigen Stellen „ rudeln sich“ ein paar Badegäste, die dann in der Dämmerung Platz in den zahlreichen Strandrestaurants finden.
Am Abend selbst hat sich dann die am Tage menschenleere Uferpromenade am Eingang zur Stadt in eine einzige „ Garküchenmeile“ gewandelt- typisch vietnamesisch eben…



Über eine breite Brücke – nachts natürlich bunt beleuchtet- erreicht man auch zu Fuß die schmale Landzunge zwischen Fluss und Meer. Hier ist an einem ca. 500 m langen Strandabschnitt spät nachmittags und abends „ der Bär los“.

Aber vormittags ist man hier fast ganz
 allein und findet sogar noch einen der 
wenigen schattenspendenden Strandpilze.




Allerdings war an diesem Tage bei Südwind das Wasser bei Weitem nicht so klar, wie am Vortage und am nördlichen Strand.
Lag es an der unterschiedlichen Meeresströmung oder sorgt im Norden  der Fluss mit seinem klaren Wasser ( kein Vergleich mit sonstigen Flüssen in Vietnam !!) für diese Unterschiede?





Am nördlichen Zipfel dieser Landzunge liegt
 das „ Sun& Spa-Resort“- das „ erste Haus 
am Platze“.
Hier der Pool bei Nacht mit Meerblick


Die Stadt selbst bietet nichts weiter erwähnenswertes.

Paradise -Cave


Seit September 2010 ist eine weitere  Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich- die

Động Thiên đường  (Paradise cave). Mit 31 km Länge ist sie größer als die Phong Nha. 1km davon sind für Besucher erschlossen. (http://en.wikipedia.org/wiki/Thien_Duong_Cave.)


Zu dieser Höhle muß man von Phong Nha noch mal ca. 30 km fahren. Ein kurzes Stück noch auf dem HCM-High Way und dann auch auf guter Straße umgeben von eindrucksvollen Berglandschaften. 

                                                                           Die Gegend scheint insgesamt zu sein. Bei dieser Kirche ist aber doch das  tempelartige Gebäude mit dem Kreuz obendrauf  bemerkenswert. 







Der Friedhof auf der anderen Straßenseite









Aufgrund meiner Zeitverluste im Laufe des Tages  erreiche ich dann eine Art Touristenstation 3km vor der Höhle  erst nach 16:30 Uhr und erfahre, dass die Höhle nur bis 16:30 Uhr geöffnet hat. Demzufolge kann ich mich leider nur auf einige Berichte stützen Nach diesen soll die Höhle noch schöner sein. ( Ein Video ermittelt einige Eindrücke- http://www.youtube.com/watch?v=Eu9MzTm2r4g)
In der Station erfahre ich noch einiges über mögliche touristische Aktivitäten- ein Trail 
( geschaffen in einem Projekt der deutschen EZ ) schließt u.a. auch Kajaktfahren ein.

Die angenehme Fahrt durch die schöne Landschaft entschädigte etwas für den verpassten Besuch
der dritten Höhle.

Aber immerhin hatte ich dann am Abend ca. 150 Moped -Kilometer in den Rädern, was auch der Rücken und die Arme spürten.

Samstag, 21. Juli 2012

Mit dem Moped allein auf der Landstraße….



…..das gibt es wirklich in Vietnam. Zumindest stellenweise auf dem Ho-Chin- Minh- Highway auf der Fahrt  von Dong Hoi zum Phong-Nha- Nationalpark.

Auf gutem Straßenbelag düse ich auf einer nach einigen Umständlichkeiten teuer gemieteten Vespa 
  ( 300.000 VND/Tag) dahin. Kaum LKW und räumlich weit entfernte Besiedlung ermöglichen eine entspannte Fahrt durch Wald und Feld. Häufig sind Anplanzungen von Cassava zu sehen.
Am Startpunkt zu den Höhlenbesichtigungen in Phong Nha gibt es auch einige Verzögerungen, weil ich als Einzeltourist beide Höhlen besichtigen will. Ich kann allein ein Boot mieten
( 250.000 VND- zusätzlich zu den 80.000 VND Eintritt),

 dass für 14 Personen ausgelegt ist oder ich kann versuchen, mich in eine  der Gruppen „einzuschleichen“. Die meisten, ausschließlich inländischen  Besucher buchen aber immer nur eine Höhle ( Später kann ich das auch verstehen).
Nach einiger Wartezeit ( mit Pho-Pause) findet sich aber eine Gruppe von 4 jungen Vietnamesen, denen ich mich anschließen kann.

Über 260 solcher Boote sind hier im Einsatz. Die Betreiber scheinen ein erträgliches Einkommen zu haben, denn unterwegs stehen zahlreiche neue Häuser, vor denen derartige Boote nach getanem Werk vor Anker gegangen sind. Unterwegs passieren wir auch eine Siedlung mit einer Kirche.

Vom Fluss

 nehmen wir nach ca. 30 min Fahrt eine Abzweigung


 und die endet dann scheinbar           
an einer Felswand. Nur eine kleine
 Öffnung –etwas mehr als 
mannshoch- bildet das Höhlenmaul. 














Durch dieses werden die Boote von zwei Frauen 



  in die Dunkelheit gestakt.


           Das heißt, ganz so dunkel ist es ja gar nicht. An verschiedenen Stellen werden die Stalaktiten    farbig angeleuchtet. Das ergibt gespenstige Bilder, die nicht alle mit der kleinen Kamera erfasst werden können.










Fast eine halbe Stunde halten wir uns in der Höhle auf mit einem kurzen Ausstieg. Und somit verlassen wir die Höhle zu Fuß etwas oberhalb der Bootseinfahrt. 









Und dann verstehe ich auch, warum die meisten Touristen nicht auch noch die zweiten Grotte, Tien Son, besuchen. Der Aufstieg ist doch recht beschwerlich.



Aber auch diese Grotte  
wartet mit einer ganzen 
Reihe sehenswerter Gebilde 
auf. 


Besonders die flachen und dünnen , die wie Fallbeile 
von der Decke hängen

 Sind das Gardinenvorhänge?


              












Hoppla, ist dieser Turm abgebrochen oder so schief 
                                                           gewachsen?






Insgesamt haben mich diese beiden Höhlen mehr beeindruckt, als die Höhle des Standardprogramms in der Halong-Bucht.






Und noch etwas war angenehm: während der ganzen Tour gab es keine aufdringlichen Händler, die Bootsführer boten keine Waren an und auch die Frage nach einem zusätzlichen Obolus wurde nicht gestellt. Sind hier die Leute noch nicht so verdorben wie in Tam Coc oder bei der Parfümpagode ? Oder ist man bei Einheimischen nicht so pressiv?

Samstag, 14. Juli 2012

Was wächst und blüht denn da – Su su


Wie wohl die meisten Europäer kannte ich bisher als verwehrtbaren Teil der Kürbisgewächse nur die Früchte Gurken, Zucchini, Melonen  und eben Kürbisse in verschiedenen Formen.
Die Systematik der Familie der Kürbisgewächse  (Cucurbitaceae) mit
      -     2 Unterfamilien
- 11 Tribus
- 14 Subtribus  und
- 127 Gattungen
erspare ich uns mal lieber.

Hier in Vietnam  ergänzen noch einige Früchte aus dieser Familie das Gemüseangebot, wie  z.B. Bittermelone und Chayote. Das ist aber nicht so unsere Geschmacksrichtung

Aber von mindestens zwei dieser Vertreter bereichern auch die jungen Triebe und Blütenansätze als Gemüse  unseren Speisezettel, nämlich vom Kürbis ( rau bi)  und Chayote ( su su).

Und eben dieses „ su su“ ist eine Spezialität von Tam Dao.

„Die raubehaarte, einhäusige, ausdauernde Kletterpflanze mit wissenschaftlichen Namen Sechium edule wächst an geeigneten Standorten sehr schnell und kann dort je nach Rankgrundlage mehrere Dutzend Quadratmeter bedecken. Rankt sie an einem Baum, kann die Chayote durchaus bis über fünf Meter hoch wachsen“. (http://de.wikipedia.org/wiki/Chayote)

Nun, in Tam Dao wird sie überall dort angebaut, wo früher zur Zeit der Franzosen Wein oder Tee wuchsen und zwar in hüft- bis brusthohen Beständen, so dass die jungen Triebe noch bequem geerntet werden können.


Ich will mal hoffen, dass das frische Klima der Höhenlage den Mehltau von diesen Beständen fernhält. Zumindest habe ich bei beiden Besuchen ( März 2010 und Juli 2012) keine Spritze mit der „chemischen Keule“ im Einsatz gesehen





Geerntet wird offensichtlich über  
einen längeren Zeitraum im Jahr 
und bündelweise wird die frische 
Ware





dann von zahlreichen fliegenden Händlerinnen feilgeboten.








 In vielen der PKW finden sie dann auch ihren Weg bis Hanoi.






Zubereitet werden die jungen Triebe durch kurzes Dünsten mit viel Knoblauch- schmeckt ganz lecker.

Freitag, 13. Juli 2012

Die katholische Kirche in Tam Dao…..



….hat wohl in Tam Dao den größten Schritt in der Entwicklung seit 2010 getan.

Damals konnten wir uns dem erst 2009 wieder der Kirche rückübereigneten Objekt nur über Bauschutt nähern. Im Inneren „ prangten“ nur die kahlen Wände. Aber schon damals klang die Glocke übers Tal und der Sonntagsgottesdienst wurde an einem provisorischen Altar abgehalten.

In diesen Tagen präsentiert sich das sauber mit großen Platten belegte Außenrevier als beliebtes Ziel fotografierwütiger Touristen.



 Hinter Schutzscheiben leuchten 
 in Blei gefasste bunte Fenster-
 in der Apsis mit den Bildnissen 
von Maria, Peter und Paul.











Tagsüber ist die Kirche verschlossen. Aber dem Glockengeläut am Abend folgend fanden wir sogar Zutritt ins Innere. Auch da hat sich in den zwei Jahren viel getan. Die Wände und das Deckengewölbe sind sauber hell verputzt. Von der Decke hängen drei verschiedene Kronleuchter herab ( verschiedene Sponsoren??). An den Wänden  wird in kleinen, separat angeleuchteten  Bildern der Leidensweg dargestellt. Der Altar ist schlicht aus Stein gestaltet und mit Kunstblumen geschmückt.





Das Bemerkenswerte aber sind        
die Statuen von Maria und Joseph. 
Als Reverenz an den stolzen 
vietnamesischen Familienvater (?) 
trägt Joseph das Christuskind
 auf dem Arm. 







Und warum steht Maria auf einer Schlange ? 



Und  welche Bedeutung kommt der russischen Ikone neben 
             der Maria zu ?



Zur Abendvesper war die Kirche „ prall gefüllt“. Zunächst saßen nur zwei Frauen da. Mit dem Eintreffen einer dritten war wohl da Limit für den Beginn erreicht und später kam sogar noch ein Mann dazu.
Der Sing-Sang erinnerte mich aber dann doch stark an das, was ich in Hanoi sehr oft aus der benachbarten Chua höre…

Donnerstag, 12. Juli 2012

Tam Dao- zum Zweiten


Bei unserem Ausflug im Frühjahr 2010 ( siehe Blog) hatten wir im „ Moon Bear Rescue Centre“ nur die leeren Gehege, aber keine Bären vorgefunden. Deswegen lenkten wir unser Moped am vergangenen Wochenende  noch mal dorthin.  Sicherlich trug auch die Routine von nunmehr fast 3 Jahren Mopederfahrung dazu bei, dass uns die Fahrt mit jeweils knapp 2 Stunden wesentlich kurzweiliger vorkam. 
Und diesmal hatten wir auch Glück. Trotz Mittagspausenzeit zeigten sich einige der erwachsenen „Moon-Bears“


und auch einige aus der Kinderstube.


Dies soll wohl ein „ Sun-Bear“ sein. Allerdings kann ich  den Unterschied ( der Brustfleck soll mehr rötlich gefärbt sein) nicht so eindeutig erkennen. Aber kleiner ist er allemal.

Große Mengen meistenteils ausländischer Fördergelder wurden aufgewendet, um nun mittlerweile über 100 Tieren, die größtenteils aus illegalen Bärenfarmen in Vietnam stammen,  eine tierwürdige Unterkunft zu bieten. Und gleichzeitig wurden auch einige Arbeitsplätze für Vietnamesen geschaffen. Damit ist das Reservat ein prestigeträchtiges Vorzeigeobjekt.
Ob aber der gewünschte Effekt, durch Aufklärung und Vorbildwirkung die  illegale Bärenhaltung zur Gewinnung der Bärengalle einzudämmen, erreicht wird , ist doch wohl mit großer Skepsis zu betrachten. Eine Renaturalisierung der Tiere ist wohl auch nicht angedacht und dazu bestehen kaum Chancen.
Somit bleibt das ganze wohl ein sehr teures Altersheim für Tiere, über dessen Wert man sehr geteilter Ansicht sein kann.
( mehr Infos findet Ihr bei „Jowis-hanoi-experience.blogspot.com“)

Die Auffahrt zur „ Tam Dao Hill Station“ ist nach wie vor spektakulär mit tollen Ausblicken und zunehmend frischer Luft.

 Der Ort liegt malerisch am Hang. 


















Die aus dem Tal heraufziehenden Wolkenfetzen ließen die Wolkenuntergrenze  in dieser Höhenlage schwanken

 und boten teilweise ans mystisch grenzende Anblicke

Doch insgesamt hat  der Ort nach wie vor nicht zu viel Schönes vorzuweisen, aber eben vietnamesischen Massentourismus, auf den auch die Gastronomie und Hotellerie abgestimmt sind . Das Frühstück im
 „ 3 Sterne- Huon RungHotel“ war eine einzige Katastrophe. Die einzige vernünftige Lokalität scheint nach wie vor das Mela-Hotel mit einem interessanten Speisenangebot zu sein- u.a. Beef ( sogar weich!!) mit Kaffeeblüten- lecker!!

Die „Attraktionen“ des Ortes sind
     -    der Wasserfall, der diesmal sogar Wasser führte, 
aber in einem Ranking aller besuchten Wasserfälle
 ziemlich weit hinten landen dürfte



-         die Chua, in der nun  ein weiteres Gebäude
 in Betrieb genommen wurde und einen 
wechselnd bunt beleuchteten Buddha präsentiert.










Erstaunlich war für mich, dass an den 2010 noch strahlend weißen Figuren 

                                          im Freien das Wetter doch schon 
                                          leicht ergrauend gewirkt hat.


Es ist noch ein größeres Gebäude im  Bau, zu dem alle Baumaterialien auf der   Schulter hochgeschleppt werden.










Zu den weiteren Besonderheiten des Ortes gehören die katholische Kirche  und  das Gemüse " Su su"   . Dazu gibt  es  später nochmal mehr

All diese Plätze sind mit viel Treppensteigen erreichbar. So richtig schön wandern kann man in diesem Ort nicht. Auch unten im Park am Fuße des Massivs war leider der Wanderweg entlang des Baches durch Bauarbeiten zur Erweiterung der Bärenstation verwehrt.
Ein im Jahre 2010 zumindest noch auf den anfänglichen Metern erkennbarer Trail, der in Initiative der GTZ errichtet worden war, ist nun zugewachsen und die Hinweisschilder verrotten am Boden-

 so viel zum Thema „Nachhaltigkeit“……


Für den Botaniker noch interessant war diese Blüte, deren Namen aber im Bärencenter nicht mal auf vietnamesisch wusste. Der Baum soll wohl nicht aus dieser Gegend stammen