Donnerstag, 29. Dezember 2011

Verhinderte „Bescherung“?


Am 24.12. nachmittags. Wir sind in Erwartung unseres Besuches und ich wusele noch etwas
„ im Garten“. Ein Moped kommt zielgerichtet auf unser Tor zugefahren. Ein Mann und eine Frau mittleren Alters steigen ab- normal gut gekleidet.
Der Mann holt aus einer großen Tasche eine 5l- Druckflasche und beginnt damit, den Boden vor unserem Grundstück zu besprühen. Mit einem abgegriffenen bunten Prospekt, auf dem ein grünes Kreuz und verschiedene Insekten zu sehen sind, erklärt mir die Frau, dass sie im Auftrag der Stadtverwaltung Insektenbekämpfung durchführen.  Aus dem Kauderwelsch filtere ich immer nur die Wortfetzen „ from the gouvernment“ und „ it is free, no money“
Der Mann hat inzwischen auch unseren Hof und die vielen Topfpflanzen besprüht- relativ oberflächlich und nicht gerade gründlich, wie mir scheint. Und ich bemerke etwas verwundert, dass das Sprühmittel völlig geruchlos ist.

Nun möchte man die Besprühung auch im Hause fortsetzen. Aber das wert die Hausfrau vehement ab. Schließlich erwarten wir Besuch und da ist das gerade gar nicht passend. Mit Hilfe eines Kalenders versuche ich noch, sie auf einen anderen Termin umzulenken, was aber nicht so richtig auf Verständnis trifft
So tritt eben das Paar den Rückweg an. Zuvor nutzt der Mann noch die Gelegenheit, am Wasserhahn im Hof die Flasche aufzufüllen. Zu meiner großen Verwunderung setzt er aber dabei keinerlei Chemikalie zu.
Schließlich besteigen die beiden das Moped und brausen davon- ohne auch nur bei einem weiteren Nachbarn aktiv werden zu wollen.

Am nächsten Tag erzählen uns Bekannte, dass in der letzten Zeit mehrere Familien in Tay Ho beraubt worden waren, indem sich Leute unter verschiedene Vorwänden ( „ Inspektion von Anlagen“ u.ä.) Zutritt zu den Häusern verschafft hatten.
Da läuten natürlich im nachhinein sämtliche Alarmglocken! Haben wir intuitiv einen ähnlichen Versuch abgewehrt? Einige Beobachtungen und Fragen  im kritischen Rückblick sprechen dafür:
- Warum wurden zielgerichtet wir aufgesucht?
- Die Leute hatten keinen offiziellen Ausweis bei sich.
- Haben die nur mit blankem Leitungswasser gesprüht?

Sei es wie es sei- wir sind verschont geblieben. 
Aber der Beitrag in der DW über gehäuftes Auftreten von Trickbetrügern in Deutschland passte dazu natürlich „ wie die Faust auf``s Auge“

Dienstag, 27. Dezember 2011

Weihnachten zum Dritten und Letzten



Nun ist das „Fest aller Feste“ vorbei.

Aus verschiedenen Erzählungen erfuhren wir, dass Weihnachten auch schon in vielen  vietnamesischen Familien als „ Fest der Geschenke“ angekommen ist- ohne natürlich die historischen Bezüge zu kennen.
In einer benachbarten Schule  beobachtet ich am 24.12. vormittags eine aktionistische Feier von und mit größeren Schülern ( um 14 Jahre), in der tatsächlich auch ein Weihnachtsmann mit von der Party war.

Hat nun die massive Werbung des Commerz in den Familien Früchte getragen oder hat der Handel die Bedürfnisse der Familien einfach nur aufgegriffen oder „ schaukelt sich das gegenseitig hoch“ ??

Sicherlich ist die Palette der Möglichkeiten, Weihnachten  zu feiern, sehr breit.
Hier noch ein paar Beispiele

Und jeder feiert eben nach seinem Geschmack…..

Freitag, 23. Dezember 2011

Noch mehr Weihnachten…


Der „ Merry Christmas- Rummel“ hat sich nun in breiter Front entwickelt. Selbst  beim Weihnachtskonzert in der Oper am gestrigen Abend standen 2 permanent grellbunt flackernde Weihnachtsbäume  auf der Bühne und rahmten Vivaldi, Händel u.a. ein.
Wer noch mehr bunte Bäume auf der Hang Ma sehen will, der schaut einfach mal bei CatrinKa `rein

Aber irgendwie scheint diese intensive „ Bewerbung“ auch in den vietnamesischen Familien Effekte zu zeigen. Zum Beispiel wünschte sich die 4 jährige Tochter einer Kollegin  auch schon vor Tagen einen kleinen Weihnachtsbaum. Und aus der Nachbarschaft erhielten wir einen wunderschönen Strauß gelber Chrysanthemen mit den besten Weihnachtswünschen ( in deutsch!!!)

Wir haben unser Haus auch etwas weihnachtlich geschmückt. Einen Mini- Weihnachtsbaum hatten wir am 2. Advent aus dem Kiefernwald von Soc Son geholt.



Und die Hobbyfloristin hat einige schöne Gestecke gezaubert.


 Übrigens : Bei der Suche nach dem Kasten oder ähnlichem für das erste Gesteck lernt ich noch viele einschlägige Geschäfte in Hanoi kennen. und die Angebote reichten von " 0" ( in den meisten Fällen) bis zu 1.400.000 VND ( aus Edelholz). Letztendlich habe ich es dann selbst gebastelt

Nun bleibt uns nur noch für alle, die diesen Blog immer lesen, unser Wunsch


                                                    Frohe Weihnachten

Freitag, 16. Dezember 2011

Der Eiermann


Er klingelt und singt zwar nicht……
Aber mehrere seiner Berufskollegen und -kolleginnen sind täglich mit Moped oder Fahrrad unterwegs. Und das oft genug auch im dichtesten Verkehrsgewühle.



Mann, oh Mann, das Rührei möchte ich sehen, wenn der mal in einen Crash verwickelt wird.
Aber dieses Schauspiel bleib mir bisher verborgen…

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Die Chua hat sich fein gemacht....

Dieses monumentale Tor unserer benachbarten Pagode 

war in den letzten beiden Jahren in Handarbeit neu errichtet worden und präsentierte sich lange im schlichten „ Betongrau“. Nun war es aber an der Zeit, mehr Farbe ins Spiel zu bringen ( Vielleicht haben auch die Feiern der letzten Monate genügend Geld in die Kassen gespült??)

Sehr fachmännisch wurde die Farbgebung vollzogen: Zuerst alle Flächen von Hand abschleifen, dann 2 x grundieren und zu Letzt Bemalung der Details.


















Auch die Holz-Tore mit ihren vielfältigen Verzierungen wurden abgeschliffen und neu lackiert.


Jetzt leuchtet die gesamte Fassade allen Besuchern und Passanten entgegen.
Mal sehen wie lange die Pracht unter diesen schwierigen Klimabedingungen anhält.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Deutsch- Vietnamesische Adventszeit


Nun sind wir schon wieder mitten drin in dieser Adventszeit, deren Stimmungsbarometer  von besinnlich bis hektisch reicht- je nach Temperament und Gefühlslage jedes einzelnen.

Hier in Vietnam entfällt ja grundsätzlich erst mal die bange Hoffnung auf den Schnee als feierlicher Rahmen. Diesem alljährlichen Nervenkitzel in Deutschland mit der bangen Frage: „ Kommt er oder nicht?“ brauchen wir uns hier nicht zu unterziehen.
Die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte mit Glühwein und mehr… vermissen wir schon etwas.
Dafür hat der „ Merry Christmas – Rummel“ made in USA and China doch schon weite Bereiche der Chopping- und Touri-Szene okkupiert. Nur auf den „ normal“ Märkten ist davon nichts zu spüren.

Wir zu Hause haben unsere eigene kleine Vorweihnachtswelt geschaffen und die Wohnung etwas festlich geschmückt. Den absoluten Höhepunkt bildet die 
deutsch- vietnamesische Weihnachtskrippe.
 Aus dem Schwarzwald hatten wir bereits im Sommer echt handgeschnitzte Krippenfiguren mitgebracht. Diese fanden nun ihren Platz auf einem vietnamesischen Hausaltar. ( Der „ Internationale Verband der Vorfahren“ wird sicherlich Verständnis dafür aufbringen, dass wir „ das Haus der vietnamesischen Ahnen“ etwas umfunktioniert haben…)



Komplettiert wird das Ensemble noch mit einer Spieldose ( made in China und gekauft in Deutschland)  und einer Pyramide ( made in Erzgebirge). Und das Weihnachtsoratorium und andere Platten spielen ja bekanntlich auf jedem CD-Player

Etwas belustigt-erschüttert hat uns allerdings diese Beobachtung, dass wir die gleichen Krippen-Figuren auch hier in Hanoi hätten kaufen können- allerdings in Plaste und made in China.



Donnerstag, 1. Dezember 2011

Neugierige Touristen –hier und dort


Ein ganz normaler Morgen zu Hause in Thüringen. Wir haben gerade das Frühstück beendet. Meine Frau ist noch dabei, das Geschirr in den Spüler einzuräumen und ich widme mich dem Blumen Gießen.

Es klingelt. Als ich die Haustür öffne, will ich meinen Augen nicht trauen. Da steht eine bunte Truppe von Menschen vor unserem Grundstück. Ein paar Afrikaner tragen zwar nicht ihre volle Stammeskleidung, aber haben sich doch mit bunten Tüchern geschmückt. Die Herren mit den  breitkrempigen Hüten kommen wohl aus Texas. Sie sind zum ersten Mal in Europa. Mehrere Asiaten verschiedener Herkünfte diskutieren eifrig und zwei Herren hantieren emsig mit Kamera und Stativ. Sicherlich haben sie schon unser ganzes Haus abgelichtet. Das müssen Japaner sein!

Aus der Truppe löst sich ein Mann, der vorher fließend englisch gesprochen hat. Im breiten thüringischen Dialekt erklärt er mir, dass er diese Reisegruppe auf der Tour durch Thüringen begleitet Es sei der ausgesprochene Wunsch aller Teilnehmer, nicht nur die touristischen Höhepunkte von Erfurt kennen zu lernen, sonder auch mal das reelle Leben der Einwohner auf dem Dorfe. Und da haben sie es immerhin schon bis zu unserem Vorort geschafft und offensichtlich unser Haus für eine Besichtigung auserkoren. Wir hätten doch sicherlich nichts dagegen, wenn sie unser Haus auch mal von innen ansehen könnten.

Ehe ich zu einer Antwort fähig bin, quillt die ganze Schar an mir vorbei ins Haus. In der Küche erweckt der noch offene Geschirrspüler große Aufmerksamkeit. Die Afrikaner kann ich gerade noch davon abhalten, die Restwärmeanzeige auf dem Ceran- Kochfeld mit der blanken Hand zu testen. Warum gibt es in der Küche keinen Fernseher und wieso läuft der flat screen im Wohnzimmer nicht? Im Wohnzimmer werden die Möbel aus Echtholz fachmännisch beklopft und das weiße Leder der Couch-Garnitur „ betatscht“.  Beachtung erweckt die große Anzahl von Blumentöpfen und Blattpflanzen in der ganzen Wohnung. Eine ganze Menge erkennen sie als heimische Pflanzen wieder – aber die könnten doch alle im Freien stehen !!!
Auf die Frage nach dem Schlafraum tobt alles nach oben und stellt verwundert fest, dass kein Moskitonetz gespannt ist.

Einhellig ist die Verwunderung aller, dass keine Kinder und Enkel im Hause anzutreffen sind.

Noch schnell ein Gruppenfoto mit uns beiden und dann ist der ganze Spuk auch schon wieder verschwunden.

Nein! Natürlich hat diese Begebenheit nie statt gefunden!

Es kam mir nur in den Sinn, wie sich diese Menschen in den touristischen Zielländern wohl fühlen mögen, wenn sich tagaus tagein Massen von Menschen in ihre Privatsphäre ergießen
Wie z.B. bei den Orang Asli im Taman Negara Nationalpark im Malaysia oder in den flooting villages in der Halong Bucht  oder eben auch, wenn im Tay-Dorf in Mai Chau einzelne Leute zwar bescheiden, aber doch neugierig ihr Haus besichtigen

Das ist sicherlich immer eine Gratwanderung zwischen Neugierde und Pietät einerseits und Gelassenheit und Geschäft andererseits….

Dienstag, 29. November 2011

A day trip to Mai Chau


… gehört mit zum Standardprogramm für Ausflüge rund um Hanoi.


Für eine Strecke von ca. 150 km werden 3,5 Stunden benötigt, denn nur 40 km weit reicht die Autobahn in Richtung Westen.
Vor  der Stadt Hoa Binh fährt man erst mal durch ausgedehnte Felder  mit Zuckerrohr.

  Und nach der Stadt wird es dann richtig bergig. Wenn die sogenannte „ trockene Halong-Bucht“ ja immerhin noch Bootsfahrten durch die Kalksteinfelsen bietet, so könnte man diese Gegend als „ ganz trockene Halong- Bucht“ bezeichnen, denn auch hier ragen Kalksteinfelsen bizarr in den Himmel.

Und dann erreicht man das Tal von Mai Chau- eine malerische Gegend, 

der die Dörfer der weißen und schwarzen Thai das Gepräge geben. 

Allerdings wird der Besucher enttäuscht, der die Bevölkerung hier auch in solch farbenprächtigen Trachten erwartet, wie wir das auf den Touren nach Sapa und Meo Vac im Norden erlebt hatten.  Nur eine Gastgeberin bei Mittagsmahl 



und einige alte Leutchen trugen etwas Farbe und als Kaufangebote konnten wir Teile der Trachten sehen.



Aus einschlägigen Reiseberichten waren wir vorgewarnt, dass die Dörfer Pomcoong and Bac Lac nur „übelstes Touristengetümmel“ böten. Wir müssen aber am Freitag mittag einen günstigen Zeitpunkt erwischt haben, denn bei unserer Ankunft waren wir fast die einzigsten Gäste im ganzen Ort. Später traf dann zwar noch eine deutsche Gruppe ein, die hier übernachten wollten, und in einigen der Homestays standen noch ein paar Rucksäcke-
 aber das war dann auch schon alles. Allerdings lies die Vielzahl der Häuser darauf schließen, dass bei voller Belegung hier wirklich die „ touristische Hölle los sein muss“  

Die Häuser im Tay-Stil- also auf Pfählen- sind alle nahezu gleich ausgerüstet.
Die Wohnetage  ist vollständig als Gästeschlafraum eingerichtet- Küchen und sonstige Nebengelasse und ausreichend und saubere Toiletten sind zu ebener Erde. Dort befinden sich auch genügend Ess-Ecken und in einer von Ihnen ließen wir uns ein reichhaltiges und schmackhaftes Mittagessen schmecken 
Natürlich steht in jedem Haus auch ein Webstuhl, der auch ab und an bedient wird, und ein umfangreiches Angebot aus Schals, Röcken und anderen handwerklich hergestellten Souvenirs wird dargeboten.

Schon beim Buchen der Tour hatten wir kund getan, dass wir nicht nur das touristische, sondern eben das wahre Leben in diesem Tal kennen lernen wollten. Und so unternahmen wir noch eine ausgedehnte Wanderung mit unserem –perfekt englisch sprechendem- Guide. Wir waren die einzigsten Wanderer zu dieser Zeit. Nur ab und an begegneten uns ein paar radelnde Touris. Unterwegs erfuhren wir auch, dass nur die beiden o.g. Dörfer die Lizenz für das Gast- und Beherbergungsgewerbe haben. Deshalb haben die Häuser in diesen beiden Dörfern schon einmal Pinsel und Farbe gesehen. Dagegen unterschieden sich die anderen Dörfer und Weiler mit dem Zustand und der Nutzung der Häuser. 

Unser Guide verschaffte uns sogar den Zutritt zu einem der Häuser, dessen „ schlichte“ Einrichtung uns fast erschauern lies. Und mir "verschloss" es die Kamera
Aber vor der Treppe standen unter den vielen Schuhen auch ein Paar „ Hochhackige“- in diesem Dorf sicherlich sehr zweckmäßig??

Der Weg führte uns durch ausgedehnte Reisfelder- um diese Jahreszeit natürlich abgeerntet. 
Deshalb wurde auch an  schon „ gezündelt“ oder man sah die Brandspuren von der Strohbeseitigung. Nur auf einigen wenigen Flächen in Dorfnähe wurde auch Gemüse angebaut. Auf den Feldern waren um diese Zeit kaum Menschen zu sehen- nur ab und an ein paar Wasserbüffel und Enten.

Öfters setzten dafür größere und kleiner Büsche von „ Weihnachtssternen“ farbige Akzente 

























und in manchem Weiher blühten wunderschöne Teichrosen ( Hoa Sung)




Fazit:
Ein ruhiges und beschauliches Stück Erde mit Einblick in das Leben der Tai- Minorität, das in einem Tag von Hanoi aus erreichbar ist. Sicherlich auch für mehrere Tage zum„ Ausbaumeln“  geeignet.
Schöner , attraktiver und farbenfroher aber sind die Gegenden um Dien Bien Phu  (auch Tai – Gebiet , aber mit Trachten im Alltag ) siehe auch abenteuervietnam­-­glohse.­blogspot.­com/­2010/­11/­die-­nordtour.­html

Aber die sind eben wesentlich weiter und da braucht man mehr Zeit!
( Es ist eben nie alles Gute beisammen in dieser Welt, leider)

Dienstag, 22. November 2011

„ Herdenauftrieb“ in der Bucht


Wenn man Besuch in Hanoi hat, fährt man natürlich auch in die Ha Long Bay. Stimuliert durch unsere guten Erfahrungen mit dem Boot und dem Tourorganisator  in den letzten Jahren, hatten wir  für das vergangene Wochenende wieder die „ Oriental Sails“ gebucht.

Beim Einchecken im Hafen erlebten wir dann die erste Überraschung. Es gibt unter diesem Namen zwei Boote- ein großes mit 14 Kabinen und ein kleines mit 8 Kabinen. Obwohl wir ausdrücklich das große, uns bekannte Boot gebucht hatten, wurden wir auf das Kleine geleitet. All unsere Proteste wurden nach geraumer Wartezeit mit dem üblichen „ sorry….“ beantwortet. Und so mussten wir während der Fahrt konstatieren, dass das kleine Boot zum gleichen Preis auch „ kleineren Service“ bietet und vor allem bei der Darbietung der Speisen nicht die „ Ah..!“ und „ Oh..!“- Erlebnisse brachte, wie wir es schon zwei mal auf dem Großen genießen konnten- Schade! Mal sehen, was meine Beschwerde in den nächsten Tagen im Office bringen wird.

Die nächste Überraschung waren die Unmassen an Booten. Bei unseren letzten Trips hatte sich das Gewusel im Hafen dann wieder einigermaßen zerteilt und nur an der Höhle wieder „zusammengerudelt“. 


Aber diesmal war man fast auf der ganzen Fahrt von ganzen Flotten von Booten umgeben. In der Übernachtungsbucht lag ja das Boot nie ganz allein, aber diesmal war durch die Vielzahl der Boote mit ihren permanent tuckernden Generatoren die Ruhe und frische Luft doch um einiges beeinträchtigt, so dass wir sogar die Klimaanlage dem offenen Fenster vorzogen.





Noch schlimmer wurde es am Sonntag, an dem die Vielzahl der Tagesausflugsboote  an den
 „ Kissing Birds“ 

regelrechte Warteschlangen bildeten ( um den Touristen das begehrte Fotomotiv zu bieten)









 und in dem „ flooting village“ Massen von Menschen auf die Hausboote stürmten.



Ob dieser große Andrang an Touris nun dem Wochenende in Kombination mit dem Höhepunkt der Touristensaison geschuldet war oder ob auch die Wahl der Halong Bay zu den neuen „ Weltwundern“ ( siehe http://www.ngungon.de/?p=1387) schon Wirkung zeigte lässt sich wohl kaum eindeutig klären- jedenfalls war der Genuss der einmalig schönen Landschaft etwas eingeschränkt.


Aber es gab auch angenehme, neue Erlebnisse:
Nachdem wir zwei Jahre hintereinander die Tour durch das gleiche flooting village gefahren waren, lernten wir in diesem Jahr ein neues Dorf kennen.
Am tollsten aber war die Show, die uns zwei kleine Affen im Felsklettern boten. Bei der Kajak-Tour kurz vor Sonnenuntergang waren wir durch einen Felsentunnel in eine Lagune gefahren. Und dort am Ufer tummelte sich eine ganze Horde, relativ kleiner Affen in den Bäumen. Ein junges Tier kletterte dann tatsächlich auch auf die steilen blanken  Felsen. Zu viel Kletter-Erfahrung schien er nicht zu haben, denn trotz aller Anstrengungen geriet er immer weiter nach unten dem Wasser entgegen. Wir sahen ihn schon vor unserem geistigen Auge ins Wasser fallen. Doch plötzlich löste sich aus der Gruppe auf den Bäumen ein zweiter kleiner Gesell und folgte behende seinem Artgenossen. So als wollte er diesen moralisch unterstützen und anleiten, denn zu zweit gewannen sie doch auch wieder an Höhe und näherten sich dem Felsrand mit den rettenden Bäumen ( wie so oft im Leben, hatte ich natürlich im Kajak keine Kamera dabei, um dieses Schauspiel auf die Linse zu bannen- leider)

Donnerstag, 17. November 2011

Zu Dritt auf dem Moped



Wir haben es getan……
Das , was vielen Vietnamesen selbstverständlich ist....

Gestern Abend holte ich mit dem Moped Vera mit Ihrer Freundin von einem Spaziergang ab. Und weil der Rückweg doch etwas weit war ( für Eingeweihte- am Aqua-Park), lud ich sie beide aufs Moped.
Zugegeben, es war schon spät und die Straße relativ leer. So fuhr es sich gar nicht so schlimm, wie erwartet und wir kamen wohlbehalten zu Hause an. ( Ein Fotograf war leider nicht zur Stelle)

Aber durch normalen oder gar dicken Verkehr möchte ich nie „mit dieser Fuhre kurven“
Und so wird das wohl eine große Ausnahme bleiben!!!!!!

Hochzeit auf dem Dorfe



Zum dritten Male waren wir zu einer Hochzeit eingeladen- diesmal von Hong, unserer Maklerin, die selbst heiraten wollte.

Unsere ersten beiden Hochzeitsfeiern fanden in der Stadt statt- mit großem Pomp und gemeinsam veranstaltet mit Braut und Bräutigam und deren Gästen ( siehe auch

Aber auf dem Dorfe ( ca. 20 km westlich von Hanoi- fast am Fuße der Chua Tay Phuong) war das alles ganz anders:
Die Braut empfing uns  in ihrem Dorfe, wo in unmittelbarer Nachbarschaft die Eltern, Großeltern und einige Onkels wohnen, im Hause ihres Großvaters. Sie trug ein traditionelles Kleid, das in ihrer Familie von Generation zu Generation weiter gegeben wird.

Während so nach und nach weitere Gäste eintrafen, wurde Tee und in diesen kunstvoll gefalteten Schächtelchen


 Snacks geboten
Fast alle Häuser in diesem Dorfe waren in der alten traditionellen Bauweise errichtet- eingeschossig mit einem großen Fest- und Wohnraum mit angrenzenden Kammern und Wirtschaftsräumen in  separaten Bauten. Die Haus-Altäre hätten manchem kleineren Tempel zur Ehre gereicht


Zum Essen wurden die Gäste auf die Gehöfte der Verwandten verteilt. Wir hatten die Ehre, im Haus eines Onkels- eines hohen Polizeibeamten aus Hanoi- speisen zu dürfen. In diesem Hause war schon der Ministerpräsident zu Gast gewesen und es wurde auch englisch und russisch(!!!) gesprochen. Das Essen war rustikal und lecker und es wurde Reisschnaps serviert. Natürlich versuchten viele der Gäste, uns vier „ langnasigen“ Gäste zum Anstoßen zu animieren.

Nach dem Mahl konnten wir in einem „ Verdauungsspaziergang“ das Dorf erkunden. Alles relativ sauber und die Wege waren betoniert. Die typischen Tunnelhäuser- hoch und schmal, die man eigentlich auch schon in vielen Dörfern im weiteren Umfeld von Hanoi sehen kann, waren hier nicht anzutreffen. Aber es war eben Dorf und so wurden wir auch von vierbeinigen Bewohnern begrüßt.

Nach der Mittagszeit erschien dann der Bräutigam „mit kurzem Gefolge“. Mit einem dezenten Blumenstrauß in der Hand holte er die Braut, die inzwischen ihr weißes Brautkleid angelegt hatte. Während Braut und Bräutigam alle Gäste mit Tee bewirteten, gaben sich einige junge Männer fast extasischen Tänzen auf der kleinen Bühne hin.


 Danach erbaten die Brautleute mit je einem Räucherstäbchen am Altar den Segen der Ahnen.
In mehreren kurzen Reden brachten die lebenden Vorfahren ihre Glückwünsche und auch Ermahnungen an die Brautleute dar.
                                                 Das ist der Opa der Braut-81 Jahre alt
 Nach einigen Gruppenfotos setzte sich dann ein Tross mittlerer Größe  aus einigen Limousinen, einem Bus und zahlreichen Mopeds in Marsch. Nach wenigen Minuten erreichten wir das bisherige Wohnhaus des Bräutigams. Hier waren auch schon zahlreiche Gäste bewirtet worden ( insgesamt sollen es wohl ca. 600 Gästen auf beiden Partys gewesen sein) und es war sogar ein provisorischer Mopedpark mit Parkzettel eingerichtet worden.

Auch hier servierten die Brautleute den Gäste symbolisch Tee und vor dem Hausaltar - um einiges schlichter als bei den Verwandten der Braut- und den älteren Verwandten tauschten sie dann letztendlich die Ringe.

Ja, und dann war eigentlich schon alles vorbei. Viele Gäste brachen auf und wurden von den Brautleuten verabschiedet.
Auf beiden Partys haben vergeblich nach der obligatorischen Box für die Glückwunschkarten und die „ Umschläge“ Ausschau gehalten und so mussten wir den unsrigen Umschlag dann dem neuen Ehepaar persönlich zum Abschied übergeben.

Als kleine Zugabe erhielten wir dann noch mit einigen Freunden von dem jungen Paar- schon wieder „ in Zivilkleidung“ – eine Führung zum neuen Haus. Noch kurz vor der Fertigstellung präsentierte es sich uns auch im traditionellen Dorfstil und sehr schlicht- 


aber mit einigen kunstvollen Verzierungen. 

Mittwoch, 9. November 2011

Herbst in Hanoi


Nun ist es scheinbar richtig Herbst geworden…
Nein, nicht so richtig mit Laubfärbung, „ indian summer“ o.ä. – so wie dieser Tage Bilder vom Reichstag in Berlin mit Bäumen im herrlich buntem Laubkleid über die „ DW“ flimmerten. Dazu fehlt es hier an den Frostgraden, die die Anthocyanbildung in der Herbstlaubfärbung begünstigen.

Dafür liegt aber schon seit Tagen ein betörender Duft über Teilen der Stadt. Den verströmen die Blüten des Ditabaumes ( Alstonia scholaris). 

Man findet ihn in Gruppen oder einzeln in verschiedenen Wuchshöhen fast überall in der Stadt. Schon ein Baum reicht aus, um den Geruch der Blüten selbst im dicksten Mopedverkehr wahr zunehmen.

Auch fällt Laub von den Bäumen- aber das ist hier keine typische Herbsterscheinung, denn irgendwelche  Bäume und Büsche wechseln sich  fast durchgehend im ganzen Jahr ab und verlieren ab und an Blätter. Damit man immer einen Grund hat, täglich Hof und Straße zu fegen.
Aber es blüht nach wie vor in den Gärten und Parks- von „ Winterfestmachung“ keine Spur.

Der Oktober verabschiedete sich mit 216 mm Niederschlag. Das sind zwar immerhin 150 % vom langjährigen Mittelwert. Aber das Maximum von 469 mm  wurde damit bei weitem nicht erreicht. Und wenn auch der November mit durchschnittlich 53 mm relativ trocken sein soll, so „bescherte“ uns der vergangene Montag ( 7.11.) immerhin schon einen ungewöhnlichen Gewitterguss mit 21 mm innerhalb von 2 h.

Aber die Temperaturen haben sich auf ein angenehmes Niveau um 24 Grad eingestellt. Das gönnt den Klimaanlagen eine Ruhepause, bevor dann wieder die Heizperiode beginnt. Und die Luftfeuchtewerte gehen lustig rauf und runter- heute haben wir 55 %.

Montag, 7. November 2011

Hash in Hanoi


Nach Wikipedia   http://de.wikipedia.org/wiki/Hash_House_Harriers   sind die Hash House Harriers eine „Vereinigung nicht kompetitiver Lauf-, Sozial- und Trink-Clubs“. Die historischen Wurzeln  für diese „ Schnitzeljagd für Erwachsene“ gehen auf das Jahr 1938  in Malaysia zurück. Mittlerweile sind sie in vielen Städten der Welt präsent.  Wir hatten sie bereits in Baku kennen gelernt. Und offensichtlich findet man überall im Freundes – und Bekanntenkreis jemand, der einen mit in diese Truppe „ lotst“.

So  auch in Hanoi und demzufolge waren wir am Samstag „ zum Hash“. Auch historisch begründet zelebrieren die Hasher einmal im Jahr  den „ Red Lady Day“, an dem besonders die Männer in roten Kleidern erscheinen und auch sonst „ Rot“ die Bekleidung dominiert. Diesen Tag hatten wir am Samstag „erwischt“ und nun gehört aus ein rotes „ Hasher-T-Shirt“ zu unserem Kleiderfundus.








In zwei Gruppen bewegen sich die Hasher durch die Gegend:
Die Runner bewältigen in der Regel 10…15 km. 
                                                                 Runner bei der Suche des richtigen Weges

Dagegen gehen es die Walker ruhiger an bei Strecken zwischen 5 und 8 km- dazu zählten natürlich auch wir. 
Und so zog eine bunte Truppe aus vieler Herren Länder – junge Ladies und ältere Herrschaften, Kinder auf eigenen Füßen und im Huckepack

 und sogar ein Hund-durch die Gegend. Diesmal lag die Strecke etwas außerhalb von Hanoi am Ufer des Roten Flusses.


Nein, wir wurden nicht mal kurz in die Wüste „ gebeamt“- das sind die Berge aus Flusssand.



Die Leute unterwegs 

und beim obligatorischen „ Drink-Stop“ schauten recht verwundert und belustigt auf die seltsamen Menschen. Aber den Büffeln war das relativ gleichgültig

 Neben der Bewegung an frischer Luft bildet der „ circle“ den „Höhepunkt der Geselligkeit“.
Im Eröffnungskreis werden die Neuen begrüßt und es gibt Infos zur Strecke.

Im Abschlusskreis werden viele mögliche und unmögliche Anlässe gesucht, um Teilnehmer in die Mitte zu zitieren, 

damit sie dort ihren Bierbecher „auf ex“ austrinken mögen und danach den leeren Becher auf den Kopf stülpen- peinlich, wenn der Becher doch noch  nicht ganz leer war.

Insgesamt eine eigenwillige Art des Gruppen-Humors. Man lernt Leute und Details vom Land kennen, aber man muss das sicherlich nicht jedes Wochenende tun.