
Am 19.9. starteten wir kurz entschlossen zu einer Zwei- Tages- Tour in die Ha- Long – Bucht- eines der absoluten High lights eines jeden Vietnam- Aufenthaltes
AnfahrtNach einem kurzen „ Touristenpicking“ fuhren wir in einem klimatisierten Bus mit wenig Beinfreiheit ( einen der wenigen „ geräumigeren“ Sitze konnte ich mir ergattern) nach Überquerung des „ Roten Flusses“ zunächst nach Nordosten und dann nach Osten. Die Straßen waren überwiegend gut mit etlichen „ Humps“. Drei Mautstationen, etliche Städte, mehrere Industriebetriebe ,viele Dörfer und noch mehr Reisfelder passierten wir. Für die ca. 120 km benötigten wir 3 h. Die maximal zulässigen Geschwindigkeiten ( 40 bzw. 50 km/h innerorts und 80 km/h außerorts ) wurden strikt eingehalten, aber nur selten auch erreicht. Dafür boten sich weitere zahlreiche Beispiele für die Ideenvielfalt beim Transport.
In Halong-City ( entstanden aus dem Zusammenschluss der Städte Bay Chay und Hong Gay )empfing uns im Hafen ein für uns fast unüberschaubares Gewimmel an Land und auf dem Wasser. Erstaunlich, wie schnell sich das dann doch ordnete und wir auf unserem Zubringerboot saßen. Dieses musste sich den Weg regelrecht „freikämpfen“, indem es eines der zahlreichen Barken, Dschunken udgl. einfach beiseite schob! Und so brachte es uns nach kurzem Törn wohlbehalten zur
Oriental Sails
Von den 16 Kabinen waren glücklicherweise nicht alle belegt. Die ganze Reisegesellschaft bestand aus ca. 20 Personen, davon nur drei aus Europa. 4 kontaktfreudige Sri Lanker, Vater , Mutter und Tochter aus Japan – sehr schweigsam und noch ein Pärchen aus Japan- nahezu wortlos; 2 Single aus Australien, 2 Schwestern mit Mutter aus Singapore, Chinesen, Vietnamesen- eine „ multi-kulti“ Gesellschaft, die viele Gelegenheiten für Charakterstudien bot. Natürlich wurden wir „ Germans“ auch interessiert und teilweise belustigt beobachtet- vor allem beim Essen.
Insgesamt bot das Schiff viel Platz und auch (als eines der wenigen, wie wir später sehen und angenehm spüren konnten) einen geräumigen Schattenplatz auf dem Sonnendeck- bei dem strahlenden Sonnenschein an beiden Tagen sehr willkommen!
Die Kabinen ( sauber und mit eigenem Bad mit Dusche und Toilette)waren relativ klein – wir haben unsere kaum genutzt- dazu später mehr...
Nach kurzer Eingewöhnung wurde schon der Lunch serviert- leckeres „ local food“. Dabei überquerten wir in „ voller Fahrt“ die Bucht und bogen ein in nicht enden wollendes Gewirr von Buchten , Felsen, Kanälen. Ein phantastischer Anblick löste den nächsten ab. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Passagiere aufsprangen und die Auslöser der Fotoapparate klickten.


Vorbei an einem Wahrzeichen der HaLong- Bucht- den „fighting oder kissing pigs“ genossen wir die ruhige Fahrt durch die Felsen- nun schon auf dem Oberdeck im bequemen, schattigen Pavillon.
Höhlentour
Erste Station war eine Bucht, in der es wiederum per Beiboot zur Höhle Sung Sot ging. Dies besteht aus drei Sälen mit vielen Stalaktiten und Stalakniten. Mit etwas Phantasie konnte man auch Drachen und Buddhas entdecken.
In der Karte könnt Ihr einen Überblick über die Bucht erhalten- natürlich konnten wir in dieser kurzen Zeit nur einen klitzekleinen Zipfel erkunden – das macht Appetit auf „ mehr!!“
http://maps.google.com/maps?source=s_q&hl=de&geocode=&q=Halong+Bucht&vps=1&jsv=178b&sll=37.0625,-95.677068&sspn=15.327017,35.068359&ie=UTF8&hq=Halong+Bucht+loc:&radius=15000.000000&split=1
KajakingNach der Rückkehr zum Schiff folgte gleich der nächste Programmpunkt- paddeln.
Das Einsteigen in die Boote über die Reling gestaltete sich etwas schwierig und langwierig. Und dabei zeigte unser Reiseleiter seine ersten, aber gravierenden Schwächen. Er gab zwar noch eine grobe Richtung vor : „ durch den Tunnel !!“- aber den mussten wir dann selbst finden. Also „zogen wir erst mal als irrer Haufen durch die Gegend“...

Den Tunnel fanden wir tatsächlich und dahinter zeigte sich eine malerische Bucht- umgeben von Felsen mit tollen und vielfältigem Bewuchs. Beim Staunen und Entdecken merkten wir erst spät, dass es Zeit zum Umkehren war. Mit uns war auch nur noch ein weiteres Boot. Als wir aus dem Tunnel zurück in die weite Bucht kamen , wurde es schon dämmrig, kein Reiseleiter war zu sehen und die Felsen und Schiffe sahen alle ähnlich aus- nur keines hatte einen Pavillon auf dem Oberdeck !!!
Aber letztendlich haben wir doch noch „ heim“ gefunden und ich bin dann schon im Dunklen nochmals ins Wasser- leicht salzig und warm.
Käp`tensdinnerNach kurzer Verschnaufpause wurde zum Dinner gerufen. Und das übertraf all unsere Erwartungen. Was da die Besatzung in der gewiss nicht zu großen Kombüse alles zusammengezaubert hatte, war Sinnesschmaus für Gaumen und Augen gleichzeitig. Zwei Beispiele:
- Krabben wurden als „ Randschmuck“ von Vasen serviert, in denen „ Blumensträuße“
aus kunstvoll geschnittenen Möhrenscheiben, Chilly und Gurkenstreifen steckten
- aus Gurkenscheiben wurden ein „Schüsselrand“ geformt, in dem das köstliche
Chicken-Curry serviert wurde
Und das Personal war auch gut geschult und kredenzte den Wein fachgerecht!!
Ich habe dann die Anzahl der Gänge nicht mehr gezählt. Da alle Gäste ihre Fotoapparate in der Kabine gelassen hatten, wollte ich die Atmosphäre auch nicht durch ständiges Blitzen stören und so müsst Ihr einfach meinen Schwärmereien trauen.
Abend- und NachtruheGlücklicherweise war die ganze Reisegesellschaft überhaupt nicht partywütig. Und so „verkrümelte“ sich jeder an ein ruhiges Plätzchen. Auch von den vielen Schiffen , die in der Nachbarschaft ankerten, hielt sich der Lärm in Grenzen und auch unsere Besatzung stellte das Karaoke- Programm bald ein.
Wir hatten es uns an Deck auf den Liegen bequem gemacht und genossen den Sternenhimmel, der immer prächtiger wurde, je mehr Lichter in der Nachbarschaft erloschen. Und so beschlossen wir, an Deck zu schlafen. Das hatten wir ja schon mehrfach auf unseren „ Blauen Reisen“ in der Türkei praktiziert.
Es wurde dann zwar etwas tauig- feucht, aber eingemummelt in das Bettzeug störte uns das relativ wenig. Dafür waren die stimmungsvollen Momente, wenn man nachts mal kurz wach wurde, Balsam für die Seele: leichtes Plätschern des Schiffes und ein Zelt voller Sterne über uns......

Gerade rechtzeitig wurden wir wach, um den Sonnenaufgang zu beobachten und dann ein Bad zu nehmen- angenehm warm , aber doch erfrischend..
Zum Frühstück ging der Gaumenschmaus weiter, der Kaffee schmeckte und dann war wieder „ Baumeln mit der Seele“ angesagt.
Floating villageMit dem Beiboot fuhren wir in eines der schwimmenden Fischerdörfer. Ca. 100 Familien wohnen hier fast das ganze Jahr hindurch. Sie betreiben Zucht von Meerestieren, Fischerei und Handel ( alle Touristenboote wurden ständig von Händlerinnen umschwärmt, die mit Dumpingpreisen – im Vergleich zu den Preisen an Bord- bei den Getränken lockten. Aber so tolle Umsätze konnte ich nicht beobachten- ob sich das lohnt????).

Eines der speziellen Boote zum Fang von Tintenfischen- an den Auslegern sind starke Lampen befestigt. Diese locken nachts die Tintefische an, die dann ihre Neugierde mit dem Leben bezahlen.
Im Dorf ist alles vorhanden, was eben ein Dorf ausmacht:
- ein Tempelchen- das einzigste Gebäude an Land
- eine Verwaltung
- eine Drei- Klassen-Schule
Die Versorgung mit Trinkwasser , Treibstoff und sonstigen Bedarfsgütern erfolgt vom Festland.
Der besondere Clou: auf einem der Bootsplattformen wurde sogar ein Ziegelstein- Haus errichtet.

Ja und dann war leider schon Zeit für die Rückfahrt. Diese war nicht mehr soooo spektakulär, denn der Kapitän hatte die direkte Route durch die offene Bucht gewählt. So war eben Zeit zum Rekapitulieren der Eindrücke, Beobachten von einigen größeren „ Kähnen“, die den Hafen von Ha Long ansteuerten, und einigen Dschunken, die die typischen Segel gesetzt hatten, und einfach zum Relaxen. Bei voller Sonne war der Schattenpavillon äußerst wertvoll und begehrt !

Der Lunch wurde noch an Bord serviert und dann erfolgte das Ausschiffen, Finden des Busses und die Rückfahrt reibungslos.
Fazit:1. Auch schon für diesen Kurztrip viele unvergessliche Eindrücke
2. Da kann man sicherlich noch viel mehr erleben, wenn man längere Zeit dort verweilt und
die Relation Anreise: Aufenthalt in der Bucht noch günstiger gestaltet
3. Es gibt zwar auch Stellen mit einigermaßen klaren Wasser, aber insgesamt ist die
Wasserqualität nicht so toll, dass man dort einen Badeurlaub verbringen möchte