Dienstag, 29. November 2011

A day trip to Mai Chau


… gehört mit zum Standardprogramm für Ausflüge rund um Hanoi.


Für eine Strecke von ca. 150 km werden 3,5 Stunden benötigt, denn nur 40 km weit reicht die Autobahn in Richtung Westen.
Vor  der Stadt Hoa Binh fährt man erst mal durch ausgedehnte Felder  mit Zuckerrohr.

  Und nach der Stadt wird es dann richtig bergig. Wenn die sogenannte „ trockene Halong-Bucht“ ja immerhin noch Bootsfahrten durch die Kalksteinfelsen bietet, so könnte man diese Gegend als „ ganz trockene Halong- Bucht“ bezeichnen, denn auch hier ragen Kalksteinfelsen bizarr in den Himmel.

Und dann erreicht man das Tal von Mai Chau- eine malerische Gegend, 

der die Dörfer der weißen und schwarzen Thai das Gepräge geben. 

Allerdings wird der Besucher enttäuscht, der die Bevölkerung hier auch in solch farbenprächtigen Trachten erwartet, wie wir das auf den Touren nach Sapa und Meo Vac im Norden erlebt hatten.  Nur eine Gastgeberin bei Mittagsmahl 



und einige alte Leutchen trugen etwas Farbe und als Kaufangebote konnten wir Teile der Trachten sehen.



Aus einschlägigen Reiseberichten waren wir vorgewarnt, dass die Dörfer Pomcoong and Bac Lac nur „übelstes Touristengetümmel“ böten. Wir müssen aber am Freitag mittag einen günstigen Zeitpunkt erwischt haben, denn bei unserer Ankunft waren wir fast die einzigsten Gäste im ganzen Ort. Später traf dann zwar noch eine deutsche Gruppe ein, die hier übernachten wollten, und in einigen der Homestays standen noch ein paar Rucksäcke-
 aber das war dann auch schon alles. Allerdings lies die Vielzahl der Häuser darauf schließen, dass bei voller Belegung hier wirklich die „ touristische Hölle los sein muss“  

Die Häuser im Tay-Stil- also auf Pfählen- sind alle nahezu gleich ausgerüstet.
Die Wohnetage  ist vollständig als Gästeschlafraum eingerichtet- Küchen und sonstige Nebengelasse und ausreichend und saubere Toiletten sind zu ebener Erde. Dort befinden sich auch genügend Ess-Ecken und in einer von Ihnen ließen wir uns ein reichhaltiges und schmackhaftes Mittagessen schmecken 
Natürlich steht in jedem Haus auch ein Webstuhl, der auch ab und an bedient wird, und ein umfangreiches Angebot aus Schals, Röcken und anderen handwerklich hergestellten Souvenirs wird dargeboten.

Schon beim Buchen der Tour hatten wir kund getan, dass wir nicht nur das touristische, sondern eben das wahre Leben in diesem Tal kennen lernen wollten. Und so unternahmen wir noch eine ausgedehnte Wanderung mit unserem –perfekt englisch sprechendem- Guide. Wir waren die einzigsten Wanderer zu dieser Zeit. Nur ab und an begegneten uns ein paar radelnde Touris. Unterwegs erfuhren wir auch, dass nur die beiden o.g. Dörfer die Lizenz für das Gast- und Beherbergungsgewerbe haben. Deshalb haben die Häuser in diesen beiden Dörfern schon einmal Pinsel und Farbe gesehen. Dagegen unterschieden sich die anderen Dörfer und Weiler mit dem Zustand und der Nutzung der Häuser. 

Unser Guide verschaffte uns sogar den Zutritt zu einem der Häuser, dessen „ schlichte“ Einrichtung uns fast erschauern lies. Und mir "verschloss" es die Kamera
Aber vor der Treppe standen unter den vielen Schuhen auch ein Paar „ Hochhackige“- in diesem Dorf sicherlich sehr zweckmäßig??

Der Weg führte uns durch ausgedehnte Reisfelder- um diese Jahreszeit natürlich abgeerntet. 
Deshalb wurde auch an  schon „ gezündelt“ oder man sah die Brandspuren von der Strohbeseitigung. Nur auf einigen wenigen Flächen in Dorfnähe wurde auch Gemüse angebaut. Auf den Feldern waren um diese Zeit kaum Menschen zu sehen- nur ab und an ein paar Wasserbüffel und Enten.

Öfters setzten dafür größere und kleiner Büsche von „ Weihnachtssternen“ farbige Akzente 

























und in manchem Weiher blühten wunderschöne Teichrosen ( Hoa Sung)




Fazit:
Ein ruhiges und beschauliches Stück Erde mit Einblick in das Leben der Tai- Minorität, das in einem Tag von Hanoi aus erreichbar ist. Sicherlich auch für mehrere Tage zum„ Ausbaumeln“  geeignet.
Schöner , attraktiver und farbenfroher aber sind die Gegenden um Dien Bien Phu  (auch Tai – Gebiet , aber mit Trachten im Alltag ) siehe auch abenteuervietnam­-­glohse.­blogspot.­com/­2010/­11/­die-­nordtour.­html

Aber die sind eben wesentlich weiter und da braucht man mehr Zeit!
( Es ist eben nie alles Gute beisammen in dieser Welt, leider)

Dienstag, 22. November 2011

„ Herdenauftrieb“ in der Bucht


Wenn man Besuch in Hanoi hat, fährt man natürlich auch in die Ha Long Bay. Stimuliert durch unsere guten Erfahrungen mit dem Boot und dem Tourorganisator  in den letzten Jahren, hatten wir  für das vergangene Wochenende wieder die „ Oriental Sails“ gebucht.

Beim Einchecken im Hafen erlebten wir dann die erste Überraschung. Es gibt unter diesem Namen zwei Boote- ein großes mit 14 Kabinen und ein kleines mit 8 Kabinen. Obwohl wir ausdrücklich das große, uns bekannte Boot gebucht hatten, wurden wir auf das Kleine geleitet. All unsere Proteste wurden nach geraumer Wartezeit mit dem üblichen „ sorry….“ beantwortet. Und so mussten wir während der Fahrt konstatieren, dass das kleine Boot zum gleichen Preis auch „ kleineren Service“ bietet und vor allem bei der Darbietung der Speisen nicht die „ Ah..!“ und „ Oh..!“- Erlebnisse brachte, wie wir es schon zwei mal auf dem Großen genießen konnten- Schade! Mal sehen, was meine Beschwerde in den nächsten Tagen im Office bringen wird.

Die nächste Überraschung waren die Unmassen an Booten. Bei unseren letzten Trips hatte sich das Gewusel im Hafen dann wieder einigermaßen zerteilt und nur an der Höhle wieder „zusammengerudelt“. 


Aber diesmal war man fast auf der ganzen Fahrt von ganzen Flotten von Booten umgeben. In der Übernachtungsbucht lag ja das Boot nie ganz allein, aber diesmal war durch die Vielzahl der Boote mit ihren permanent tuckernden Generatoren die Ruhe und frische Luft doch um einiges beeinträchtigt, so dass wir sogar die Klimaanlage dem offenen Fenster vorzogen.





Noch schlimmer wurde es am Sonntag, an dem die Vielzahl der Tagesausflugsboote  an den
 „ Kissing Birds“ 

regelrechte Warteschlangen bildeten ( um den Touristen das begehrte Fotomotiv zu bieten)









 und in dem „ flooting village“ Massen von Menschen auf die Hausboote stürmten.



Ob dieser große Andrang an Touris nun dem Wochenende in Kombination mit dem Höhepunkt der Touristensaison geschuldet war oder ob auch die Wahl der Halong Bay zu den neuen „ Weltwundern“ ( siehe http://www.ngungon.de/?p=1387) schon Wirkung zeigte lässt sich wohl kaum eindeutig klären- jedenfalls war der Genuss der einmalig schönen Landschaft etwas eingeschränkt.


Aber es gab auch angenehme, neue Erlebnisse:
Nachdem wir zwei Jahre hintereinander die Tour durch das gleiche flooting village gefahren waren, lernten wir in diesem Jahr ein neues Dorf kennen.
Am tollsten aber war die Show, die uns zwei kleine Affen im Felsklettern boten. Bei der Kajak-Tour kurz vor Sonnenuntergang waren wir durch einen Felsentunnel in eine Lagune gefahren. Und dort am Ufer tummelte sich eine ganze Horde, relativ kleiner Affen in den Bäumen. Ein junges Tier kletterte dann tatsächlich auch auf die steilen blanken  Felsen. Zu viel Kletter-Erfahrung schien er nicht zu haben, denn trotz aller Anstrengungen geriet er immer weiter nach unten dem Wasser entgegen. Wir sahen ihn schon vor unserem geistigen Auge ins Wasser fallen. Doch plötzlich löste sich aus der Gruppe auf den Bäumen ein zweiter kleiner Gesell und folgte behende seinem Artgenossen. So als wollte er diesen moralisch unterstützen und anleiten, denn zu zweit gewannen sie doch auch wieder an Höhe und näherten sich dem Felsrand mit den rettenden Bäumen ( wie so oft im Leben, hatte ich natürlich im Kajak keine Kamera dabei, um dieses Schauspiel auf die Linse zu bannen- leider)

Donnerstag, 17. November 2011

Zu Dritt auf dem Moped



Wir haben es getan……
Das , was vielen Vietnamesen selbstverständlich ist....

Gestern Abend holte ich mit dem Moped Vera mit Ihrer Freundin von einem Spaziergang ab. Und weil der Rückweg doch etwas weit war ( für Eingeweihte- am Aqua-Park), lud ich sie beide aufs Moped.
Zugegeben, es war schon spät und die Straße relativ leer. So fuhr es sich gar nicht so schlimm, wie erwartet und wir kamen wohlbehalten zu Hause an. ( Ein Fotograf war leider nicht zur Stelle)

Aber durch normalen oder gar dicken Verkehr möchte ich nie „mit dieser Fuhre kurven“
Und so wird das wohl eine große Ausnahme bleiben!!!!!!

Hochzeit auf dem Dorfe



Zum dritten Male waren wir zu einer Hochzeit eingeladen- diesmal von Hong, unserer Maklerin, die selbst heiraten wollte.

Unsere ersten beiden Hochzeitsfeiern fanden in der Stadt statt- mit großem Pomp und gemeinsam veranstaltet mit Braut und Bräutigam und deren Gästen ( siehe auch

Aber auf dem Dorfe ( ca. 20 km westlich von Hanoi- fast am Fuße der Chua Tay Phuong) war das alles ganz anders:
Die Braut empfing uns  in ihrem Dorfe, wo in unmittelbarer Nachbarschaft die Eltern, Großeltern und einige Onkels wohnen, im Hause ihres Großvaters. Sie trug ein traditionelles Kleid, das in ihrer Familie von Generation zu Generation weiter gegeben wird.

Während so nach und nach weitere Gäste eintrafen, wurde Tee und in diesen kunstvoll gefalteten Schächtelchen


 Snacks geboten
Fast alle Häuser in diesem Dorfe waren in der alten traditionellen Bauweise errichtet- eingeschossig mit einem großen Fest- und Wohnraum mit angrenzenden Kammern und Wirtschaftsräumen in  separaten Bauten. Die Haus-Altäre hätten manchem kleineren Tempel zur Ehre gereicht


Zum Essen wurden die Gäste auf die Gehöfte der Verwandten verteilt. Wir hatten die Ehre, im Haus eines Onkels- eines hohen Polizeibeamten aus Hanoi- speisen zu dürfen. In diesem Hause war schon der Ministerpräsident zu Gast gewesen und es wurde auch englisch und russisch(!!!) gesprochen. Das Essen war rustikal und lecker und es wurde Reisschnaps serviert. Natürlich versuchten viele der Gäste, uns vier „ langnasigen“ Gäste zum Anstoßen zu animieren.

Nach dem Mahl konnten wir in einem „ Verdauungsspaziergang“ das Dorf erkunden. Alles relativ sauber und die Wege waren betoniert. Die typischen Tunnelhäuser- hoch und schmal, die man eigentlich auch schon in vielen Dörfern im weiteren Umfeld von Hanoi sehen kann, waren hier nicht anzutreffen. Aber es war eben Dorf und so wurden wir auch von vierbeinigen Bewohnern begrüßt.

Nach der Mittagszeit erschien dann der Bräutigam „mit kurzem Gefolge“. Mit einem dezenten Blumenstrauß in der Hand holte er die Braut, die inzwischen ihr weißes Brautkleid angelegt hatte. Während Braut und Bräutigam alle Gäste mit Tee bewirteten, gaben sich einige junge Männer fast extasischen Tänzen auf der kleinen Bühne hin.


 Danach erbaten die Brautleute mit je einem Räucherstäbchen am Altar den Segen der Ahnen.
In mehreren kurzen Reden brachten die lebenden Vorfahren ihre Glückwünsche und auch Ermahnungen an die Brautleute dar.
                                                 Das ist der Opa der Braut-81 Jahre alt
 Nach einigen Gruppenfotos setzte sich dann ein Tross mittlerer Größe  aus einigen Limousinen, einem Bus und zahlreichen Mopeds in Marsch. Nach wenigen Minuten erreichten wir das bisherige Wohnhaus des Bräutigams. Hier waren auch schon zahlreiche Gäste bewirtet worden ( insgesamt sollen es wohl ca. 600 Gästen auf beiden Partys gewesen sein) und es war sogar ein provisorischer Mopedpark mit Parkzettel eingerichtet worden.

Auch hier servierten die Brautleute den Gäste symbolisch Tee und vor dem Hausaltar - um einiges schlichter als bei den Verwandten der Braut- und den älteren Verwandten tauschten sie dann letztendlich die Ringe.

Ja, und dann war eigentlich schon alles vorbei. Viele Gäste brachen auf und wurden von den Brautleuten verabschiedet.
Auf beiden Partys haben vergeblich nach der obligatorischen Box für die Glückwunschkarten und die „ Umschläge“ Ausschau gehalten und so mussten wir den unsrigen Umschlag dann dem neuen Ehepaar persönlich zum Abschied übergeben.

Als kleine Zugabe erhielten wir dann noch mit einigen Freunden von dem jungen Paar- schon wieder „ in Zivilkleidung“ – eine Führung zum neuen Haus. Noch kurz vor der Fertigstellung präsentierte es sich uns auch im traditionellen Dorfstil und sehr schlicht- 


aber mit einigen kunstvollen Verzierungen. 

Mittwoch, 9. November 2011

Herbst in Hanoi


Nun ist es scheinbar richtig Herbst geworden…
Nein, nicht so richtig mit Laubfärbung, „ indian summer“ o.ä. – so wie dieser Tage Bilder vom Reichstag in Berlin mit Bäumen im herrlich buntem Laubkleid über die „ DW“ flimmerten. Dazu fehlt es hier an den Frostgraden, die die Anthocyanbildung in der Herbstlaubfärbung begünstigen.

Dafür liegt aber schon seit Tagen ein betörender Duft über Teilen der Stadt. Den verströmen die Blüten des Ditabaumes ( Alstonia scholaris). 

Man findet ihn in Gruppen oder einzeln in verschiedenen Wuchshöhen fast überall in der Stadt. Schon ein Baum reicht aus, um den Geruch der Blüten selbst im dicksten Mopedverkehr wahr zunehmen.

Auch fällt Laub von den Bäumen- aber das ist hier keine typische Herbsterscheinung, denn irgendwelche  Bäume und Büsche wechseln sich  fast durchgehend im ganzen Jahr ab und verlieren ab und an Blätter. Damit man immer einen Grund hat, täglich Hof und Straße zu fegen.
Aber es blüht nach wie vor in den Gärten und Parks- von „ Winterfestmachung“ keine Spur.

Der Oktober verabschiedete sich mit 216 mm Niederschlag. Das sind zwar immerhin 150 % vom langjährigen Mittelwert. Aber das Maximum von 469 mm  wurde damit bei weitem nicht erreicht. Und wenn auch der November mit durchschnittlich 53 mm relativ trocken sein soll, so „bescherte“ uns der vergangene Montag ( 7.11.) immerhin schon einen ungewöhnlichen Gewitterguss mit 21 mm innerhalb von 2 h.

Aber die Temperaturen haben sich auf ein angenehmes Niveau um 24 Grad eingestellt. Das gönnt den Klimaanlagen eine Ruhepause, bevor dann wieder die Heizperiode beginnt. Und die Luftfeuchtewerte gehen lustig rauf und runter- heute haben wir 55 %.

Montag, 7. November 2011

Hash in Hanoi


Nach Wikipedia   http://de.wikipedia.org/wiki/Hash_House_Harriers   sind die Hash House Harriers eine „Vereinigung nicht kompetitiver Lauf-, Sozial- und Trink-Clubs“. Die historischen Wurzeln  für diese „ Schnitzeljagd für Erwachsene“ gehen auf das Jahr 1938  in Malaysia zurück. Mittlerweile sind sie in vielen Städten der Welt präsent.  Wir hatten sie bereits in Baku kennen gelernt. Und offensichtlich findet man überall im Freundes – und Bekanntenkreis jemand, der einen mit in diese Truppe „ lotst“.

So  auch in Hanoi und demzufolge waren wir am Samstag „ zum Hash“. Auch historisch begründet zelebrieren die Hasher einmal im Jahr  den „ Red Lady Day“, an dem besonders die Männer in roten Kleidern erscheinen und auch sonst „ Rot“ die Bekleidung dominiert. Diesen Tag hatten wir am Samstag „erwischt“ und nun gehört aus ein rotes „ Hasher-T-Shirt“ zu unserem Kleiderfundus.








In zwei Gruppen bewegen sich die Hasher durch die Gegend:
Die Runner bewältigen in der Regel 10…15 km. 
                                                                 Runner bei der Suche des richtigen Weges

Dagegen gehen es die Walker ruhiger an bei Strecken zwischen 5 und 8 km- dazu zählten natürlich auch wir. 
Und so zog eine bunte Truppe aus vieler Herren Länder – junge Ladies und ältere Herrschaften, Kinder auf eigenen Füßen und im Huckepack

 und sogar ein Hund-durch die Gegend. Diesmal lag die Strecke etwas außerhalb von Hanoi am Ufer des Roten Flusses.


Nein, wir wurden nicht mal kurz in die Wüste „ gebeamt“- das sind die Berge aus Flusssand.



Die Leute unterwegs 

und beim obligatorischen „ Drink-Stop“ schauten recht verwundert und belustigt auf die seltsamen Menschen. Aber den Büffeln war das relativ gleichgültig

 Neben der Bewegung an frischer Luft bildet der „ circle“ den „Höhepunkt der Geselligkeit“.
Im Eröffnungskreis werden die Neuen begrüßt und es gibt Infos zur Strecke.

Im Abschlusskreis werden viele mögliche und unmögliche Anlässe gesucht, um Teilnehmer in die Mitte zu zitieren, 

damit sie dort ihren Bierbecher „auf ex“ austrinken mögen und danach den leeren Becher auf den Kopf stülpen- peinlich, wenn der Becher doch noch  nicht ganz leer war.

Insgesamt eine eigenwillige Art des Gruppen-Humors. Man lernt Leute und Details vom Land kennen, aber man muss das sicherlich nicht jedes Wochenende tun.

Dienstag, 1. November 2011

Partymeile Ven Ho


 
Die Promenade Ven Ho zieht sich über 6 km am Südufer des West Lake hin. Noch im Herbst 2009 war dies ein relativ ruhiges „ Sträßchen“, auf der ich noch in Ruhe meine ersten Eingewöhnungsrunden auf dem Moped drehen konnte. Nachdem aber ungefähr in der Mitte der Ven Ho eine Durchgangsstraße  zur Van Cao geschaffen wurde, wälzt sich ein großer Anteil des Durchgangsverkehrs über die oft genug nur 6 m breite „Verkehrsader“ Wenn sich dieser nur auf die Mopeds beschränken würde , wäre das ja alles noch zu ertragen, Aber bei der drastisch angestiegenen Anzahl von PKW führt nahezu jedes kleine Verkehrshindernis – und wenn es nur ein anhaltendes Moped sein sollte- zu mehr oder weniger andauernden Stau.

Und dennoch hat sich diese Straße  auch noch zu einem „ gastronomischen Höhepunkt Hanois fürInsider“ entwickelt- zumindest der Anzahl der Cafes, Restaurants, Bia Hoi´s  und Hotels nach.

Aus dem Park  an der Einmündung des Truc Bac –Dammes, in dem man abends auch ab und an open air das Tanzbein schwingen kann, kommt der Fußgänger oder „ hanoiisierte  Mopedfahrer“ in den „Hafen“ mit den Liegeplätzen der Restaurantschiffe- erstes Kneipen-High light.


Dann folgt ein etwas ruhigerer Abschnitt am CoCo- Village – romantisches Liebesareal unter Palmen .

Ab der ersten Einmündung von der Tuy Khue geht es dann eigentlich fast „Schlag auf Schlag“:
Kleine und kleinste Cafes und Restaurants bewirten auch die Gäste in den kleinen Parkanlagen unmittelbar am Ufer,
aus einigen Etablissiments dröhnen „ Heiße Klänge aus der Retorte und teilweise auch live“,
vor denen auch zahlreiche junge Männer den fließenden Verkehr zum Verweilen animieren wollen,
über einigen Grills  stehen duftende Rauchwolken
aus den Bia Hoi`s quillt  unendlicher Kneipenlärm- eines ist auch auf Hund spezialisiert, denn oft genug 
( nicht nur den Regeln entsprechend in der richtigen Mondphase) bruzzelt ein Hund am Spieß.

Danach wird es für ein kurzes Stück etwas ruhiger, bevor man den 
„ ultimativen Straßenparty-Hammer“  erreicht:
Auf dem maximal 2 m breitem Streifen zwischen Straße und Uferbefestigung werden bei schönem Wetter nummerierte  Bastmatten ausgelegt. Darauf lässt sich jung und alt zu ebener Erde nieder . 
Nicht ohne vorher die Schuhe fein säuberlich am Straßenrand abgestellt zu haben. 


Und man verköstigt Unmengen an Säften, Bier und sonstigen Getränken sowie Muscheln, Schnecken
( die u.a. am Tage vorher im West Lake gesammelt worden waren- lecker, lecker !!??) und sonstige Snaks. 






Und fast sprichwörtlich hautnah fließt der Verkehr, 

 durch den sich auch noch die Bedienkräfte  von den Tresen auf der gegenüberliegenden Straßenseite
„ hindurchwuseln“ .
In „ der gehobenen Klasse“ stehen sogar noch kleine Bambustischchen auf den Matten.


Im Straßenverkehr „schwimmen“ dann ab und an noch die Fahrradverkäufer mit den lustigen Luftballons und ihrer „ Lambada“- Erkennungsmelodie sowie die Verkäufer der leckeren„ Reisdumplings“ . Und ab und zu kommt dann auch noch die mobile Karaoke-Box, d.h. Mikro mit Verstärker und Lautsprecher auf Rädern , zum Einsatz.
Und als „besonderer Leckerbissen“ für die letzten Plätze am Rande werden keine 15 m entfernt die Müllcontainer in das Müllauto gekippt.
Nun ja, wem`s gefällt!!??

Wir sind jedes Mal froh, wenn wir diesen „ illustren Abschnitt“ unseres Heimweges passiert haben und in unser Refugium eingebogen sind. Dort können wir in aller Ruhe auf der Terrasse sitzen. Keine 200 m Luftlinie entfernt,  aber die Chua mit ihren hohen Bäumen dämpft den Lärm und die Gerüche sehr angenehm und so hören wir nur noch einen unterschwelligen Geräuschpegel und haben frische Luft.


Die Fischer vom Ho Tay


Sie sind aus dem Stadtbild rund um den West Lake nicht weg zu denken!
Tag aus –Tag ein, bei Wind und Wetter
( siehe auch mein Post  http://abenteuervietnam-glohse.blogspot.com/2011/01/winter-in-hanoi.html ) oder brütender Hitze sind sie emsig am Werke rund um den ganzen See.

Sie stehen oder sitzen am Ufer, sie stehen im Wasser auf ihren Podesten oder laufen oder schwimmen sogar in der „ Brühe“, um ihre Netze und Reusen auszulegen oder einzuholen, oder mMuscheln und Schnecken zu sammeln


 Und ganz Pfiffige fahren sogar auf einem „ Schwimmgerät aus Styropor“ ( siehe Heikes Blog  
Ihre Ausrüstung reicht von professionellen Teleskopangeln bis zu einfach aufgewickelten Angelschnüren, mit denen sie ihre Köder durchs Wasser ziehen. Dann vollziehen sie kunstvolle Schwünge mit der Bambusstange und als Passant muss man Obacht geben, dass man nicht gerade in den Schwungradius gerät.
Oder die Angelschnüre liegen stationär am Ufer- manchmal mit einer Blechdose o.ä. gekennzeichnet- aber oft genug auch als Stolperfalle für die unachtsamen Fußgänger.
( Ich bin kein Angler und kann mich deshalb nicht qualifizierter über Ausrüstungen und Fangmethoden  äußern).

Oftmals scharen sie ihre „ Fangemeinde“ oder potentielle Käufer oder auch nur interessierte Zuschauer um sich.  Der Fang wirdstolz präsentiert
 
 gleich vor Ort vermarktet oder nach Hause getragen.


Aber eigentlich ist ihr Tun mehr oder weniger illegal. Der See wird von einer  Fischereigesellschaft ( ein Teilbetrieb der Stadtwirtschaft??) bewirtschaftet. Diese setzt Jungfische aus  und betreibt den Fischfang professionell mit Booten und Netzen.
Deshalb bezeichnet Dien, unser vietnamesischer Bekannter vom Dorffest, diese  „ Hobbyangler“ als Diebe!

Am Stützpunkt der Gesellschaft im Nord- West- Zipfel des Sees kann man beobachten, welche Mengen an Fischen da angelandet, sortiert, gewogen und in Wasserbehältern abtransportiert werden.


Gleichwohl- egal ob der Fisch aus einem Netz oder von einer Angel kommt- bei der Wasserqualität des Sees, in dem sich oft genug an den Rändern Mengen an Unrat und toter Fische ansammeln, möchte ich eigentlich keinen der Fische mehr zu mir nehmen.