Montag, 25. Januar 2010

Unsere erste Wedding-Party in Hanoi

Unsere erste Wedding-Party in Hanoi

Über unsere Maklerin Hong erhielten wir eine „vorsichtige und diplomatische“ Anfrage von unserem Vermieter, ob es möglich wäre, uns zur Hochzeit seines Sohnes einzuladen. Für Hong war das auch ungewöhnlich, denn solch engere Beziehungen zwischen Vermietern und Mietern hatte sie wohl offensichtlich auch noch nicht. Vielleicht findet uns der Vermieter, Herr Tung, besonders nett, oder es hebt sein Renomee, Ausländer auf der Party zu haben, oder beides, oder sonstige Gründe....
Jedenfalls erhielten wir eine Einladung für den 20.1. um 9:30 Uhr in das Haus des Bräutigam- Vaters und für 11 Uhr zur Party ins Restaurant.

Die Frage des passenden Geschenkes war schnell geklärt. Hier ist es üblich, das die Gäste in einem Umschlag ( mit der Glückwunschkarte??) Geld in eine extra am Eingang postierten Box einwerfen. Die Höhe – ungefähr die Kosten für die Party- also 150..... 200.000 VND- also „ein Null- Summen- Spiel“. Von „ längerdienenden CIM-lern“ wurden wir aber beraten, dass die Ausländer „ etwas mehr in US-$“ geben sollten. Wir gaben „ etwas, etwas mehr!!!“- schließlich ist es ja unserer Vermieter!!
Von Hong erfuhren wir dann noch, dass sie auch eingeladen sei ( damit war wenigstens auch die Frage der Kommunikation geklärt) , dass die Zeit für den ersten Treff nicht ganz so genau genommen werden sollte .

Glücklicherweise lagen beide Treffpunkte nicht weit von unserem Haus entfernt und so fuhren wir, natürlich mit Moped (!!!) dahin.

Das Haus des Bräutigam- Vaters war festlich geschmückt mit Luftballons und Girlanden und überall lag Konfetti bzw. bunte Schnipsel- das bringt Glück . Hier sammelte sich ein Teil der Hochzeitsgesellschaft und wurde mit Tee und Snacks bewirtet. - Von anderen Partys wurde uns berichtet, dass es bei diesem Treffen eigentlich schon „ richtig zur Sache gehe“ mit Reisschnaps und Bier- aber unser Herr Tung ist absoluter Anti- Alkoholiger ( so etwas gibt es in Vietnam auch!!!) – und so kam auch während der ganze Party kein Schnaps auf den Tisch!!!!
Hier erfuhren wir auch etwas mehr über das Brautpaar. Beide arbeiten schon längere Zeit in Neuseeland im Hotelgewerbe und waren nur zur Hochzeit nach Vietnam gekommen. Die Braut stammt aus Ho Chinh Minh-City , wo auch in den Vortagen schon eine gleichartige Party stattgefunden hatte. Nach Hanoi waren nur die aller engsten Verwandten der Braut angereist.

Und dann ging`s ( relativ ungeordnet) zur eigentlichen Party.

Am Eingang des Festsaales stand das Brautpaar und die Eltern - nahmen die Glückwünsche der Gäste entgegen und „ überwachten, dass auch jeder seinen Umschlag einsteckte???“

Im Saal fanden sich ca. 300 Gäste ein – darunter auch wir, Hong und ihre Kollegin ( mit denen wir dann auch gleich english- vietnamesische Sprachkurse fortsetzten) sowie zwei Herren, die in Deutschland studiert oder gearbeitet hatten).

Ja und dann begann die Show:
Eine Moderatorin bat die Eltern des Brautpaares auf die Bühne.

Untermalt von klassischer Musik ( u.a. Carmina Burana) geleitete ein „ Kinderpaar“ das Brautpaar und eine Ehrengarde in den Saal und auf die Bühne.

Dort hielt Herr Tung eine kurze Festrede
und danach begann die Zeremonie des Ringetausches. Diese schwebten jeweils vom Himmel herab....Erst für den Bräutigam und dann für die Braut...

Anschneiden der Torte und Auffüllen der Glaskaskade mit Sekt (??)
folgten Schlag auf Schlag und Feuerwerksfontänen beendeten den ganzen Bühnenauftritt.

Zwischenzeitlich hatten sich die Tische mit allerlei Köstlichkeiten gefüllt, denen auch kräftig zugesprochen wurde.

Das Brautpaar ( die Braut inzwischen umgezogen) und die Eltern kamen an jeden Tisch, um
„ Artigkeiten und gute Wünsche auszutauschen“
An unserem Tisch war es recht lustig- wir lernten vietnamesische Wünsche für das Brautpaar und erzählten von den Hochzeitsfeiern und –bräuchen in Deutschland.

Ja und wie auf Kommando standen dann die Besatzungen einzelner Tische auf und verließen den Saal- wir gehörten natürlich zu den letzten- „ and the party was over“



Fazit: andere Länder- andere Sitten, die aber durchaus auch lustig und angenehm sein können!!!

Transportvarianten- zweiter Nachtrag

Hier noch mal der Beweis, dass auch drei ausgewachsene und nicht gerade schmächtige Vietnamesen gut (??) auf dem Moped Platz finden.


Und bei den Güter-Transporten entwickeln mittlerweile auch langnasige Expats wahre Meisterschaften.
Hier z.B. unser Freund Jowi.
Das Regal mit der stolzen Höhe von 2m transportierte er nicht nur “ um die Ecke“, sondern fast 7 km durch die Stadt bis hin durch die enge Gasse vor seinem Haus.

Man beachte: Die Kabel an der Seite in ca. 1,8 m Höhe sind kein Provisorium,
sondern „ stromführende Realität“ !!!!

Mit dem Moped in die Oper- zum zweiten Mal

..... da muss man erst nach Hanoi fahren und fast 66 Jahre alt werden, um endlich mal die 9. Symphonie von Beethoven auf der Bühne zu erleben....
Die Eröffnung des „ Deutschlandjahres in Vietnam 2010“ bot den Anlass für eine gemeinsame Aufführung durch das Nationale Symphonieorchester Vietnam und den Philharmonischen Chor Berlin. Und das war wunderschön!!!!!!!
Das begeisterte Publikum ( in der Mehrzahl Vietnamesen) spendete stürmischen Beifall und so gab`s sogar eine Zugabe.

Glücklicherweise hatte der Himmel seine Pforten für Sonntag Nachmittag und Abend geschlossen, so dass wir sogar trockenen Rades hin und zurück kamen. Alles in Allem- ein gelungener Abend!.

Freitag, 22. Januar 2010

Entdeckungs-Spaziergang am West Lake

Einige Seitenstraßen, die nach dem Ausbau der Ausfallstraße sehr ruhig geworden sind, luden zum Entdeckungs-Spaziergang ein. Und da gab es allerhand Interessantes und Lustiges zu sehen:

- den Ruder/Kajak- Club mit einer Vielzahl von Booten und offensichtlich auch Aktiven

- Neubauten für Verwaltungen, Offices und Apartements,
Das sind aber seltsame Gäste??!!

- eine „ altertümliche Villa“ ,
sicherlich noch von der ursprünglichen Bausubstanz mit Schilfdach

- die „ Verehrung eines Laternen-Mastes"












- wunderschöne Bäume

Hier als Beispiel ein Riese von einem Gummibaum ( Ficus elastica)





- Zwei Pagoden/ Tempel






Hier fanden wir auch ein besonders schönes Exemplar der in vielen Pagoden
üblichen „ Felslandschaften“ mit vielen kleinen Figürchen und Teich mit Fischen und Schildkröten


Beim Neubau eines Tempels konnten wir das handwerkliche Können der Vietnamesen bei der Holzbearbeitung bewundern.



Noch mehr Bilder seht Ihr in der Picasa- Galery

Mittwoch, 20. Januar 2010

Das Ungeheuer vom...

nein nicht vom Loch Ness, sondern vom West Lake!!??

auf unserem Sonntagsspaziergang ( bei fast sommerlichen Temperaturen von 20..22 Grad) stießen wir auf eine große Menschenansammlung an der Promenade. Viele Mopeds und sogar PKW`s hatten sich angesammelt.
Leute starrten auf das Wasser und zeigten und diskutierten eifrig. Was gab`s denn da zu sehen??

In ca. 25 m Entfernung lag/ schwamm an der Wasser-Oberfläche ein dunkler Gegenstand dicht unter der nahezu ruhigen Wasseroberfläche. Bewegt er sich wirklich oder scheint es nur so? Jedenfalls kräuselten ab und zu sich leichte Wellen.
Ein großer Fisch? Nessi ? oder was sonst?

Auch Steinwürfe ganz Mutiger brachten keine weitere Bewegung dieses „Unheimlichen“.

Erst ein Boot, dass eigentlich einen Wasser-Ski-Fahrer(!!!) zog, versuchte sich dem Geheimnisvollen zu nähern. Mit aller Vorsicht , denn das Wasser ist sehr flach und an dieser Stelle ragen noch einige Pfähle eines ehemaligen Floating- Restaurants im Wasser.
Ja , und scheinbar hat die Besatzung nichts Spektakuläres entdeckt, denn nach einiger Zeit zog das Boot wieder von dannen und enttäuscht ( oder erleichtert?) löste sich die Menschenansammlung langsam auf.

Als wir nach fast 2 h wieder an dieser Stelle vorbeikamen, lagt weiterhin ein dunkler Fleck an dieser Stelle, ohne dass irgendjemand Notiz von ihm nahm. War es vielleicht doch nur ein Müllsack, der sich dort an einem Pfahl verheddert hatte ?

Donnerstag, 14. Januar 2010

Künstlerdorf Dong Ho

Nicht weit entfernt von diesen Pagoden liegt das Künstler-Dorf Dong Ho. Es erlangte einige Berühmtheit , weil hier die Kunst des Stempelschnitzens und des Holzdruckes gepflegt wird.
In mühseliger Kleinarbeit werden Holzstempel geschnitzt,


mit denen dann Papier aus Bambusblättern bedruckt wird.
Die Druckfarben werden aus Naturstoffen gewonnen. Z.B stammt das „Weiß“ zum Färben der Bildränder aus Muschelschalenpulver.
Leider ist von den 17 Familien, die ehemals dieses Handwerk pflegten, nur noch eine übrig geblieben. Diese wird allerdings in einem von der Unesco unterstützen Projekt stark gefördert. Als Motive werden gegenwärtig hauptsächlich die 4 Jahreszeiten in verschiedener Darstellung gewählt, z.T. auch mit poetischer Untermalung. Dem Umgang mit Papier ist aber das Dorf in großem Umfang treu geblieben. In vielen Häusern und Höfen waren die Leute mit vielfältige Arbeiten am und mit Papier beschäftigt-Hier wurde geschnitten, gefaltet und gebündelt, dort wurde gefärbt und in vielen Häusern stapelten sich fertige Erzeugnisse- meist für rituelle Handlungen. In vielen Pagoden und Tempeln waren uns vorher schon kunstvoll gefaltet und bunt gefärbt Pferde und Häuser, Schächtelchen und „ Hüte“ aus Papier begegnet.Die Bewohner des Dorfes scheinen besonders fleißig zu sein- auch am Sonntag Nachmittag war emsiges Treiben zu beobachten und manch hoch beladenes Moped verlies das Dorf in Richtung der Städte.

Der Fleiß zahlt sich aber scheinbar auch aus, denn in keinem anderen Ort hatten wir bisher solch schmucke und farbige Häuser entdeckt.

Ausflug ins „erste buddhistische Zentrum des Landes“

... so wird es jedenfalls in einschlägigen Publikationen bezeichnet, denn hier ließen sich die ersten buddhistischen Mönche vor fast 2000 Jahren nieder.

Diese Gegend liegt ca. 30 – 40 km nordöstlich von Hanoi zwischen dem Roten Fluss und dem Duong Fluss. Als erstes war es sehr spannend, den richtigen Weg zu finden, denn die einschlägigen Reiseführer sind äußerst unpräzis und z.T. widersprüchlich in der Wegbeschreibung. Das ist auch erklärlich, weil die Bezeichnungen von Orten und Straßen ( Nummerierung der Landstraßen bzw. High way`s) hier in Vietnam sehr spärlich ausfallen.
Aber nach einigen Fehlversuchen fanden wir schließlich dahin.

Chua Dau

( auch “Maulbeer- Pagode“ genannt, weil die Bewohner dieser Gegend früher Seidenraupenzucht betrieben – davon ist aber heute nichts mehr zu sehen. Der Ort Dau hat sich zu einer mittleren Kleinstadt entwickelt. Aber die Pagode sticht als sehr ordentlich mit feinem gepflegten „ Klostergarten“ ins Auge.)

Die Gebäude sind nicht sonderlich attraktiv, aber dafür reichlich mit Statuen ausgestaltet.

Bemerkenswert: Als „ Keimzelle“ des Buddhismus stehen viele buddhistische Darstellungen in enger Harmonie mit Bildnissen und Figuren der Naturreligion ( z.B. der Wolkengöttin Phap Van)


Bei diesem eigenwillig gestalteten „ Gong“ fühlt man sich doch irgendwie an das
„ schwebende maurische Schwert“ aus E.A. Poe`s Gruselgeschichte erinnert, oder ?


But Thap Pagode

Auch in diesem Tempel stehen die beiden Wächter- hier allerdings um einiges größer als in den zuvor gesehenen Anlagen:
Links der rotgesichtige Tuong Ong Ac- das Symbol des Bösen






und rechts der weißgesichtige Tuong Ong Thien , der das Symbol des Guten verkörpert.









Aus der Vielzahl der Statuen von Buddha, der königlichen Tempelstifter
und anderer hervorzuheben ist die der Göttin der
Barmherzigkeit Quan An.
Ihre „ grenzenlose Hilfsbereitschaft“ kommt in den 1.000 Armen
zum Ausdruck und in den 1.000 Augen, mit denen sie erkennen kann,
was sie in Zukunft Gutes tun kann.
(Eine Kopie dieser Statue steht übrigens im Kunstmuseum in Hanoi)








Ebenfalls Seltenheitswert hat die 6m hohe Gebetsmühle.

Sie wird nur zu besonderen Festen in Gang gesetzt.
Eine Umdrehung soll das Rezitieren von 3.542.000 Mantras (Gebetsversen)
ersetzen.




In der Gartenanlage erhebt sich ein 8-eckiger 13m hoher Turm (Thap Baom Nghiem). Er birgt die sterblichen Überreste des Tempelgründers

Die Anlage wurde in den 90ziger Jahren auch mit deutschen Geldern restauriert. Und auch heute erheischen die großen Tresore mit Geldeinwurfschlitz, die vor jedem Altar stehen, weitere Spendengelder.
Aber insgesamt bedarf die Anlage (im Vergleich zur Chua Dau) wesentlich mehr Ordnungssinn und Pflege- und das sollte wohl nicht nur eine Frage des Geldes sein??!!

Mit`s Moped in die Oper

Nun haben wir auch diese „Vietnamesische Tugend“ angenommen und fuhren am Sonntag Abend mit dem Moped zum Neujahrskonzert in die Oper.
Sicherlich hätten wir auch gern die „ klassische Variante“ ( Bus und Taxi) genutzt, aber wir hatten ein Zeitproblem, weil wir recht spät von unserem Ausflug ( siehe nächster Bericht) zurückgekehrt waren.
Also war „ alarmmäßiges“ Umziehen angesagt, denn schließlich wollten wir auch noch unterwegs Abendbrot essen. Das haben wir auch alles in ca. 90 min geschafft und dann waren wir noch nicht einmal die letzten Besucher!!
Die Musik von Mozart, Suppe und Strauß war dann ein echter Ohrenschmaus und Balsam für die Seele und als Zugabe gab`s noch den Radetzky- Marsch