Mittwoch, 18. September 2013

Ausreise

             
Das Kapitel „ Vietnam“ ist eigentlich mit unserer Ausreise am 5.7.2013 beendet.
In den letzten Wochen und Monaten haben sich aber noch viele Eindrücke und Infos angesammelt, für deren Verarbeitung im Blog aus verschiedensten Gründen einfach keine Zeit war. Deshalb folgen jetzt auch in diesem Blog noch einige Einträge, während auch das Tadschikistan –Blog wieder aktiviert wurde.
Beginnen wir aber hier mit der Ausreise selbst. Deren Vorbereitung  und Organisation allein war zeit- und nervenaufwendig und belustigend zugleich.
Schon rechtzeitig hatten wir uns im Internet sowie bei Freunden und Kollegen nach geeigneten Unternehmen für unsere Transportaufgaben erkundigt. Die Aufgaben waren nicht ganz so einfach. Es standen die Fragen, ob wir einen Teil  unserer Güter nach Duschanbe  direkt schicken sollten und für welche Güter das möglich wäre und ob und welche Güter nach Deutschland transportiert werden sollten und auf welchem Wege.
Die Strecke Hanoi – Duschanbe ist ja wirklich nicht gerate eine stark frequentierte Route. Belustigend war immer wieder die Frage von den verschiedensten Unternehmen, ob die Güter  nach Duschanbe per Luft oder Seefracht geschickt werden sollten, obwohl ich schon vorab darauf hingewiesen hatte, das Tadschikistan in Zentralasien liegt und keinen Seehafen hat. Da bekamen wir schon teilweise abenteuerliche Routenvorschläge  via Rotterdam und dann quer durch Europa und Russland auf dem Landwege oder via einen Seehafen im Iran und dann per Land über Iran, Irak, Afghanistan nach Duschanbe. Ein Unternehmen ermittelte sogar einen Hafen in Kjuchand, einer Stadt im Norden Tadschikistans in der Nähe von einem Stausee(!!!).
Und für die Luftfracht standen dann die Fragen der Preise und der zulässigen Abmessungen der Packstücke. Schließlich wollten wir ja unsere wunderschönen Stehlampen mit in die neue Wohnung verfrachten. Von dem Vorhaben, unsere Rattan Möbel nach Duschanbe zu bringen, mussten wir uns leider dann doch verabschieden.
Für eine umfangreiche Seefracht nach Deutschland  hätten wir wesentlich frühzeitiger die Weichen stellen müssen, damit alles rechtzeitig im Juli hätte ankommen können.
In dieses Entscheidungsgeflecht tauchten dann einige Firmen ein, die wir in die engere Wahl gezogen hatten.  Sie vermaßen und fotografierten die einzelnen Güter oder erstellten ihre Angebote aus der Erinnerung und Erfahrung. Schließlich gaben wir DB Schenker  den Auftrag für Luftfracht nach FFM und Duschanbe, jeweils nur bis zum Airport mit Selbstabholung. 
Der Packtermin wurde für den 1.7. vereinbart. Da trat dann eine Mannschaft von 6 Leuten + 1 Supervisor (der auch die Erstbesichtigung durchgeführt hatte) an mit Unmengen von Papier, Pappe und 4 vorbereiteten Holzkisten. 

Vor unseren staunenden Augen packten sie insgesamt 18 Kisten und Kartons innerhalb von  drei Stunden in einer Qualität, dass wir in Erfurt und Duschanbe nur zwei zerbrochen Gläser zu beklagen hatten. Und die hatten wir sogar noch selbst in die Original-Kaufkartons gesteckt. Tolle Leistung des Pack-Teams von Schenker !!
Dagegen zeigte das Logistik-Team des gleichen Unternehmens einige Schwächen:
1.     -  Wir wollten die Güter in Frankfurt am Samstag, den 6.7.  gleich selbst aus dem Cargo-Terminal abholen und so die Transportkosten nach Erfurt sparen. Das sollte nach Ansicht von Schenker- Hanoi  partout nicht klappen, da „die Dienststellen von Cargo und Zoll am Wochenende nicht arbeiten“. Das betrifft aber offensichtlich nur Schenker in Frankfurt. Nach einigen Telefonaten (Skype machte es möglich) konnte ich dann Schenker Hanoi überzeugen, dass andere Cargo Unternehmen auch direkt von VN-Airlines Güter abfertigen und der Zoll sehr wohl auch am WE tätig ist.
Das Auslösen der Güter im Frachtterminal samt Zoll verlief dann sehr einfach und reibungslos.
2.     -  Nach dem Verpacken wurden vom Supervisor nochmal die genauen Mengen Präzisiert und die Kosten per Mobil mit seinem Office abgestimmt. Die Rechnung fiel aber dann höher aus und wurde erst nach unserem Protest wieder auf den abgestimmten Betrag korrigiert.
3.      - Die Sendung nach Duschanbe sollte nicht vor dem 2.8. dort eintreffen, da wir selbst erst am 1.8. einfliegen und auch hier die Güter selbst abholen wollten.  Die Fracht wurde aber schon am 26.8. abgesendet und traf schon am 28.8. in D. ein. Also hatten wir für 3 unnötige Lagertage Lagergebühr zu zahlen- sehr ärgerlich. Aber nun finden wir gerade Wege, wie uns diese Gebühren von Schenker Hanoi wenigstens teilweise rückerstattet werden.
Alles in Allem: Schenker ist eine Empfehlung wert!
Sehr kurzfristig hatten wir uns dann doch entschieden zu versuchen, die Rattan-Möbel und einiges anderes doch per Seefracht nach Deutschland zu schicken. Unser Nachbar in Hanoi-Herr Trung, ein Vietnamese, der in Sonneberg einen Laden betreibt- hatte uns „ den Floh ins Ohr gesetzt“, dass dies über ihn und seine Handelspartner leicht zu händeln sei. Diese Partner bekamen aber dann sehr schnell „ kalte Füße“ und wir landeten auf Herrn Trung`s Empfehlung bei Vitraco, dem Hanoier Partnerunternehmen von Müller+Partner in Berlin. Nach Übermittlung von Fotos und Abmessungen der zu transportierenden Güter (insgesamt ca.3 m³) erhielten wir sehr schnell ein Angebot für den Haus zu Haus-Transport, das das von Schenker deutlich unterbot. Es wurde von der deutsch mit sächsischem Dialekt sprechenden vietnamesischen Chefin ausdrücklich bestätigt, dass die kurze Zeitspanne bis zu unserer   Ausreise  (10 Tage)  kein Problem sei. Und dann begann eine schweißtreibende und nervenaufreibende Tragik-Komödie:
1.Akt         Erstellung der Dokumente
Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass die Kommunikation zwischen zwei deutsch und vietnamesisch sprechenden Vietnamesen ( Vitraco und CIM) so schwierig sein kann, um in kurzer  Zeit die erforderlichen Bestätigungen zu erstellen, dass es sich bei der  zu transportierenden Ware  um Haushaltsgut eines in die Heimat zurückkehrenden Expats handelt.
Als „Gipfel der Unverfrorenheit“ wurden wir dann auch noch mehrfach ersucht, irgendwelche Blanko-Unterschriften „ für die Hafenbehörden“ zu leisten- diese Forderung wurde erst wieder von der Chefin nach unserer Beschwerde zurückgenommen
2.Akt         Verpackung
Uns wurde in Aussicht gestellt, dass die Güter unverpackt per LKW nach Haiphong  zum Hafen transportiert   und dort verpackt würden („aus Kostengründen“). Wiederum nach Einspruch bei der Chefin sollte dann die Verpackung bei uns im Hof am 3.7. erfolgen. An diesem Tag erschienen vormittags tatsächlich   2 Männer mit einer großen Rolle Plastikfolie. Da wir dann „ leider“ nicht genügend Pappe im Haus hatten, zogen sie erst mal wieder von dannen, um mit alten Kartons wieder zu kommen. Wir wurden immer wieder nach Textilien gefragt, mit denen dann noch eine Abpolsterung erfolgen könne.

Am Nachmittag kam dann die von uns mehrfach nachgefragte Holzumhüllung in Form von Latten-Käfigen-gefertigt von einem „ Subunternehmer“. Und siehe da-obwohl man am Vormittag nochmal Maß genommen hatte- es passte kein einziger der Käfige. Also musste noch ein Subunternehmer heran, der dann die Käfige einigermaßen passgerecht „ zusammenschusterte“. Und dabei mussten wir tüchtig aufpassen, dass nicht das Holz generell an den nur mit Folie abgedeckten Möbels scheuerte.


Da LKWs ohne teure Ausnahmegenehmigung nur nachts in das  Hanoier Stadtgebiet fahren dürfen, wurden die insgesamt 7 Kisten dann gegen 0:30 abgeholt und entschwanden. Wir erhielten am nächsten Tag lediglich per E-Mail die Bestätigung, dass unsere Sachen  abgeholt worden seien (ohne jegliche Spezifikation).
„Hallo Herr Lohse,

Hiermit bestätige ich, dass ich gestern abend Ihre Sachen zum Transport nach Deutschland geholt habe.

Ich wuensche Ihnen und Ihrer Frau noch einen guten Flug

Mgf Linh“

Später  dann kamen die „ bill of lading“ der Jet Nautic Line (mit nach zwei Tagen später korrigierter Version) und noch paar Tage später  eine Rechnung, die auch noch mal später in korrigierter Version erschien. Ohne weitere Erläuterung sollten wir diese nur bestätigen- später erfuhren wir dann, dass Müller+Partner (Berlin)  in Vorkasse an Hanoi bezahlen würde.

Damit war dann das „Trauerspiel Vitraco“ vorerst beendet und wir waren  voll banger Erwartung, ob, wann und welchem Zustand unsere Güter schließlich in Erfurt eintreffen würden.

Schon in Deutschland hatte  ich mit Gerhard C. Kontakt aufgenommen.  Dieser hatte seinen gesamten Hausrat bereits im November 2012 in einem großen Container mit Vitraco nach Deutschland geschickt. In den Vorabsprachen mit Vitraco war mir Gerhard als gutes Beispiel genannt worden. Aus o.g. Zeitgründen hatte ich aber keine Gelegenheit, sein Urteil einzuholen.  Er schilderte mir sehr ausführlich, welchen Ärger  er mit dieser Firma gehabt habe. Auf Ersatzansprüche wegen fehlender Geräte musste er mehr als 6 Monate warten. Als Referenzbeispiel stehe er absolut nicht zur Verfügung. Diese Auskünfte trugen natürlich nicht zur Verbesserung  unserer Erwartungshaltung bei.
Ende August war es dann so weit. Auf unsere Nachfrage(!) erhielten wir die Info, dass die Ladung in Hamburg  angekommen sei. Nach einigem Hick-Hack mit der Auslieferung (Man muss bei M+P die Rechnung im Voraus bezahlen, damit die Ware ausgeliefert wird)  traf dann am 4.9. die Sendung in Erfurt ein. Die Überprüfung ergab:
-        Ein Steingutuntersetzer ist total zerbrochen

-        Ein Steinguttopf ist angeschlagen
-        Zwei der insgesamt 5 Möbelstücke zeigen erhebliche Kratzspuren, was den Wert der Garnitur insgesamt erheblich mindert












Nun sind wir dabei, die doch erheblich höheren, als die veranschlagten Hafenkosten zu überprüfen (Die uns gegenüber erwähnte Hundestaffel des Zoll war doch bestimmt nicht nur wegen unserer       3 m³ gekommen) und uns mit M+P wegen Ersatzansprüchen wegen Wertminderung  herumzuschlagen.

Egal wie dies ausgeht. Das Fazit heißt eindeutig: „ Hände weg von Vitraco und Müller und Partner!!!“

Dienstag, 2. Juli 2013

Ananasernte

Meine Zeit war ja in den letzten Wochen aus verschiedenen Gründen sehr knapp bemessen – deshalb gab es auch keine Blogeinträge.
Aber ein Ereignis ist wert, hier erwähnt zu werten:
Die Ernte der Ananas aus eigener Anzucht auf der Dachterrasse. Vor drei Jahren hatten wir aus Neugierde die Schöpfe zweier gekaufter Ananasfrüchte in Wasser gestellt zum Bewurzeln. Tatsächlich trieben beide nach kurzer Zeit Wurzeln aus und bekamen  einen eigenen Blumentopf.
Da fristeten sie viele Monate ein Dasein ohne große Beachtung. Ab und an gab es mal Wasser und etwas Flüssig-Dünger. Und so wuchsen sie still vor sich hin mit unterschiedlicher Intensität. Weil sie dann im kleinen Hofgarten doch zu viel Platz beanspruchten und mit ihren stacheligen Blättern auch etwas unbequem wurden, bekamen sie einen Platz auf der Dachterrasse und dort noch weniger Beachtung.
Umso erstaunter war ich im Februar dieses Jahres, als ich nach längerer „ Winterpause“ mal wieder die Terrasse inspizierte, dass ich in der größeren der beiden eine Wuchsform entdeckte, die als Blüte zu identifizieren war. Und tatsächlich: dieses Gebilde wuchs und streckte sich und brachte  eine kleine Ananas zum Vorschein. 

 Mit großer Skepsis beobachteten wir diese Entwicklung, ob das wirklich eine essbare Frucht werden sollte. Aber Ende Juli waren  alle Zweifel beseitigt: Die Frucht wurde größer und gelber 
und lud dann zur Ernte ein.
 

Und sie war süß und lecker!!!!

Ein Beitrag zum Zukunftsthema " Sky-Farming"???

Freitag, 24. Mai 2013

Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich

Bei meiner Rückkehr nach mehr-wöchiger Abwesenheit musste ich feststellen, dass es einen Stromkreis im Wohnzimmer  „ entschärft“ hatte. Obwohl alle Lichtschalter ausgeschaltet waren und keine der Steckdosen einen Abnehmer hatte, war der Kippschalter der Hauptsicherung für diesen Schaltkreis  ohne fremdes Eingreifen heruntergefallen und ließ sich nicht wieder einschalten. Ein Fall für den vietnamesischen  Elektrofachmann!!
Nach mehrmaligen Schaltversuchen und Kontrolle, dass auch wirklich kein Stromabnehmer zu Gange war, machte sich auch erst mahl ein ratloser Blick breit. Kurzer Hand löste er erst mal die beiden Kabel am Ausgang der Sicherung und diese ließ sich wieder einschalten. Natürlich- denn der fragliche Stromkreis war ja abgeklemmt.
Nach einer Zigarettenpause und einem Kontrollversuch an einer Steckdose (ohne ein nennenswertes Resultat) klemmt er die beiden Kabel wieder an und siehe da: es ist wieder alles i.O!
Der Versuch einer Interpretation durch den Fachmann :
Durch die feucht- warme Witterung  und / oder  Blitzeinschlag  (schließlich laufen ja die Ableitungen der Blitzableiter hier in Vietnam meist innerhalb des Mauerwerkes) hatte sich irgendwo eine „Potentialbrücke“  aufgebaut. Durch die zeitweilige Abtrennung des Stromkreises ist dieses Potential abgeflossen und nun  ist  „đều tốt“ – alles ist gut!!!
Nun bin ich bloß gespannt auf das nächste Gewitter und vielleicht doch froh, das Haus in absehbarer Zeit zu verlassen……

Samstag, 18. Mai 2013

Business class bei Vietnam Airlines


Seit geraumer Zeit  bietet VN-Air einen neuen Service an, der sich richtig lohnt:
Upgrade zu verschiedenen höheren Buchungsklassen  mit bis zu 75 % Preisvorteil.
Wenn man online bucht (und nur dann) bekommt man binnen kurzer Zeit entsprechende Angebote von „ Optiontown“. Man zahlt online  eine nicht erstattungsfähige Gebühr  iHv. 63.000 VND und den entsprechenden Preis für die Option. Darüber bekommt man per E-Mail eine Bestätigung. Und dann heißt es warten…. , denn die Bestätigung des Upgrades kommt im Zeitraum von 72 bis 4 Stunden vor Abflug. Im ungünstigen Fall bekommt man das Upgrade nicht. Dann soll der Preis für die Option zurückerstattet werden. Dieser Fall war aber bei  unseren 3 Versuchen bisher nicht eingetreten.
Allerdings erhielt ich die freudige Nachricht beim Flug von Hanoi nach Frankfurt erst beim Einchecken am Airport, beim Rückflug per E-Mail am Vorabend
Dies habe ich bezahlt: 
-          180,94 €  für den Flug Hanoi- FFM ( allerdings schon sehr zeitig im Februar für den Flug im April)
-          299,76 € für den Flug FFM –Hanoi ( allerdings erst sehr spät Anfang Mai für den Flug am 16.5.- ob generell der Rückflug teurer ist, kann ich jetzt nicht einschätzen)
-          Zusammen mit einem sehr günstigen Tarif  bei VN-Air( Frühbucher und Reisezeit) hatte ich damit für insgesamt 1.249 € einen Business- Hin-und Rückflug. Da kann man doch nicht meckern, oder ?
 In den Bedingungen steht geschrieben, dass nur der Service an Bord upgegradet wird. Am Boden einschl. Freigepäck gälten die Bedingungen des Basis- Tickets. In Hanoi wurde sogar auf der Bordkarte  „ Optiontown“ vermerkt. Aber an den 4 kg Übergepäck in Hanoi und 6 kg in FFM hat man sich nicht gestört. Und in FFM durfte ich sogar die Sky-Lounge nutzen.
An Bord stellte ich dann auch noch fest, dass „ Business class“ auch bei der gleichen Linie nicht gleich „ Business class“ sein muss.   Auf dem Hinflug war der Service an Bord eher mittelmäßig, was Qualität und Umfang der Verpflegung  anbelangte.  Aber schon die doch ruhigere Atmosphäre und das bequeme Sitzen bzw. Liegen waren mir den Preis wert.
Aber beim Rückflug war das Speisenangebot sicherlich 2 Klassen besser. Da wurde man richtig verwöhnt, so dass ich sogar auf Dessert und die leckeren Häppchen zwischendurch verzichten musste.  
Dafür funktionierte beim Rückflug auf meinem Platz das Entertainment-Programm nicht. Was nun wiederum blamabel , aber leider bei VN-Air nicht ungewöhnlich ist.

Dienstag, 23. April 2013

Markenbewusstsein

In Vietnam geben sich scheinbar alle Mode-Marken die Ehre. Ob im Original oder als Fake- das kann ich nicht ermessen. Wenn jedoch der ältere Herr, der mir am Sonntagvormittag meinen „ Platten“ am Moped repariert, seine Arbeit in einem Shirt mit der Aufschrift
„ Gucci“ ausführt – dann
überkommt einem Ehrfurcht  vor dem Reichtum der Vietnamesen, die exklusive Modemarken als Arbeitskleidung tragen können  oder
es gibt wiederum einen Grund zur Annahme, dass sich die Begründer des Luxus-Labels ein über das andere Mal im Grab herumdrehen müssten aus Kummer darüber, wie sehr doch seine Marke verkommen ist.
Sei es, wie es sei:
Das Modebewusstsein der Vietnamesen setzt sich über das tägliche Leben bis zur Ahnenverehrung fort.
Da werden eben nicht nur die traditionellen Stiefelchen per „ Flammenpost“ zu den Ahnen geschickt, sondern da will man auch schon Mal  mit einem Paar „ Hochhackigen“ Eindruck schinden.  

Ob „ Oma“ oder „Ba“, wie es auf Vietnamesisch heißt, damit wirklich glücklich werden und gut zu Fuß sein kann ??
Und für die Fortbewegung der Ahnen stehen eben nicht mehr nur die traditionellen Pferde zur Verfügung. Nein, PKW sind der Trend. Und da darf es doch auch gleich mal ein „ Mercedes“ sein.


Dass man für die Unterkunft der Ahnen nicht einfach das Abbild der bescheidenen Hütte schickt, in der die Ahnen vielleicht gewohnt hatten, ist ja verständlich. Ein „ schmuckes Häuschen“ soll es schon sein. Ich bin gespannt, wann die ersten Hochhäuser oder gar einer der neuen „ Super-Tower“ in der Version für die Ahnen auftauchen werden.

Freitag, 19. April 2013

Hanoi hat mich wieder.


 Nach fast einem Monat Abstinenz weile ich wieder mal für eine Woche hier. Und schon „ umschmeichelt mich“ die hohe Luftfeuchte wieder und auch die ersten Mücken haben schon zugeschlagen. Auch die erste Mango habe ich schon genossen!!
Die Wohnung hat die Abwesenheit gut überstanden- dank der Kontrollen guter Freunde und der täglichen Laufzeit der Klimaanlage habe ich bisher nur eine „ Schimmelaktivität“ feststellen müssen. Die Schrankkontrolle steht aber noch aus…..
Einige Blumen haben in der Abwesenheit kräftig geblüht- ich darf nur noch die verblühten Reste beseitigen.
Nach einer Woche bin ich dann wieder mal weg…  nach Deutschland. Da wird es im Blog wieder ruhig werden. Aber noch habe ich Stoff für einige Beiträge „ in der Pipeline“, so dass ich immer mal zwischen Tajikistan und Vietnam hin und her springen werde( zumindest blogmäßig).
Und wem es zu langweilig wird: der Japanbericht ist nun auch fertig:

Mittwoch, 27. März 2013

Nun also Tajikistan!!!



Noch bin ich mit meinem Bericht über die Japanreise noch nicht fertig. Und auch über und aus Vietnam gibt es noch vieles zu berichten. Aber schon ergibt sich mit Tajikistan ein völlig neues  „ Zielgebiet“. In den nächsten Monaten werde ich zwischen Hanoi, Duschanbe und Deutschland  hin und her „ hüpfen“. Genau so werde ich also auch zwischen dem hiesigen Vietnam-Blog, dem Japan-Blog und dem neuen Blog aus der Bergwelt „ http://tadschikistan-lohse.blogspot.com“   hin und her springen. Und weil die erste Reise von Hanoi nach Duschanbe hauptsächlich  über chinesisches Territorium  auch noch ergänzende Eindrücke  zu diesem Land brachte, werde ich den Bericht dazu im Chinablog einordnen.
Aber das wird auch alles seine Zeit brauchen, denn schließlich bin ich nicht nur als schreibender Tourist, sondern auch als „Backoffice“  nach Duschanbe gereist….

Samstag, 16. Februar 2013

Chuc Mung Nam Moi

Das Jahr der Schlange ist nun schon eine Woche alt. Noch ist es an der Zeit, allen Lesern viel Freude in diesen neuen Jahr zu wünschen.
Als bekennende „ Tet- Flüchtlinge“ haben wir diesmal Tet in Japan verbracht und dort den Jahreswechsel „ glatt verschwitzt“. In Japan war von dem ganzen alljährlichen Trubel, wie er in  Vietnam zelebriert wird, nichts zu spüren.
Nun bin ich dabei, die wahnsinnig vielen Erlebnisse und Eindrücke der 10 tägigen Reise zu verarbeiten. Dafür habe ich ein eigenständiges Blog eingerichtet:
2 Posts stehen schon drin und so nach und nach werden weitere folgen.
Im Vietnam-Blog wird es deshalb demnächst weiterhin etwas ruhig zugehen. Aber auch hier gibt es später noch viel zu berichten.

Samstag, 9. Februar 2013

Ong Tao

Am vergangenen Sonntag war der Tag des Ong Tao
„An diesem Tag reitet Ông Táo, das ist der Herd- oder Kuechengott, den die meisten Vietnamesen als Familienmitglied ansehen, auf einem Karpfen, der sich ueber dem Meer in einen Drachen verwandelt, in den Himmel. Dort berichtet er seinem Chef, dem Jadekaiser, ueber das Leben der Familie im zu Ende gehenden Jahr. Ueber alle guten, aber auch ueber alle schlechten Dinge. Um Ông Táo milde zu stimmen und seinen Bericht guenstig zu beeinflussen, wird zu Ehren seiner Abreise ein Festessen veranstaltet. Ausserdem werden ihm ueber den Ahnenaltar viele Opfergaben in Form von leckeren Speisen mitgegeben.
Aus dem gleichen Grund findet unmittelbar vor der Abreise von Ông Táo in jedem Jahr ein kompletter Hausputz statt“
( diese Zeilen habe ich bei catrin kopiert: http://cathrinka.blog.de/2013/02/02/woche-silvester-15492984/)
Neben den großen Säuberungsaktionen ist es Brauch, drei Fische in ein Gewässer zu entlassen.
Viele Hanoier huldigten diesem Brauch am West-Lake, Familien mit Kindern, Omas mit Enkeln, Paare oder eben auch einzelne junge Männer.


Diese Familie benahm sich vorbildlich. Sie brachte die  Fische in einer Schüssel.

Viele andere hatten aber die Fische von den zahlreichen Händlern ganz  trivial in einer Plastetüte gekauft. Und weil die Vietnamesen ja „ so ordentlich sind“, blieben diese Plastetüten einfach am Ort des Geschehens liegen. 

Eigentlich hätte Ong Tao seine Karpfen des West-Lakes animieren müssen, die Schmutzverursacher gleich ins Wasser zu ziehen.
So widersprüchlich sind eben die Vietnamesen:  In der Familie traditionsbewusst und vorsorglich, in der Öffentlichkeit oftmals unbedacht und rücksichtslos…..

Mittwoch, 30. Januar 2013

Von My Tho nach Hanoi und Fazit


In den letzten Tagen bin ich aus verschiedenen Gründen nicht zum Schreiben gekommen. Und auch  in der nächsten Zeit „bleibt es zeitlich eng“. Deshalb will ich wenigstens kurz den Bericht über das Mekong- Delta abschließen:


Von My Tho nach Hanoi   und Fazit   (3.1.2013)

Zurück von der Bootstour in My Tho begrüßte uns nochmal   Nguyen Huu Huan, ein Held des Befreiungskampfes gegen die Franzosen im 19. Jahrhundert.

Und an einem Nebenarm des Song Thien- Flusses wurde uns nochmal so richtig deutlich, was doch den Wert einer Immobilie ausmacht:
„ die Lage, die Lage , die Lage....“



Mit den wenigen Englisch- Kenntnissen an der Hotelrezeption war es uns doch tatsächlich gelungen, einen PKW zu chartern.
Für 850.000 VND fuhren wir die 80 km in 2 Stunden recht entspannt zum Flughafen in HCMC.  Lediglich auf den letzten Kilometern in den Außenbezirken von HCMC wurde es  in der rush hour „richtig wuhlig“. Da mussten wir denn doch unsere Meinung von unserem Kurzbesuch in HCMC im Jahre 2010 korrigieren. Damals war uns das gesamte Leben im Stadtbezirk 1 wesentlich ruhiger und gesitteter als in Hanoi vorgekommen.
Diesmal  wurde uns verdeutlicht, dass die Saigoner mindestens genauso verrückt und rücksichtslos fahren können, wie die Hanoi-er auch.

Nach ruhigem Flug empfing uns dann die „ Eishölle Hanoi bei 12 Grad“- ein doch empfindlicher Schock nach den angenehmen Temperaturen im Süden bei 25... 28 Grad!

Fazit:

Das Mekong-Delta ist eine sehr interessante Landschaft mit einem ganz anderen Charakter im Vergleich zu den uns bisher bekannten Landschaften Vietnams.
Im groben Durchschnitt leben die Leute hier längst nicht so ärmlich, wie wir es in den Bergregionen im Norden angetroffen hatten. Aber „ Spuren von Wohlstand“ waren hier auch relativ wenig anzutreffen“

Wenn man sich nicht gerade nur im „ touristizierten Umfeld von HCMC“ aufhält ( My Tho), dann kommt man schon ganz dicht heran „ an den Puls des Lebens“- so wie auf unserer „ Home Stay Tour“.

Etwas enttäuscht war ich, dass ich auch hier keine richtige Plantage mit den Drachenfrüchten sehen konnte, sondern nur einzelne „ Demonstrationspflanzen“ ohne Früchte.
In der Winterszeit ist es im Delta angenehm warm im Vergleich zu Hanoi- und die Sonne scheint!!!!

Die Tage auf Phu Quoc bekräftigten die vielerorts gehörten und geäußerten Befürchtungen, dass mit dem weiteren Ausbau des Tourismus ohne prinzipielle Entwicklung der Infrastruktur die beste Zeit dieser Insel leider vorbei sein dürfte


Donnerstag, 17. Januar 2013

Fahrt nach My Tho

Das Hotel in Can Tho hat uns Bustickets für den Expressbus nach HCMC bestellt. Vom Hotel werden wir mit einem Zubringer-Bus abgeholt. Am Busterminal kaufen wir die Tickets (110.000 VND bis HCMC) und nach kurzer Zeit geht`s los. Nummerierte Sitzplätze, nur ein Zwischenstopp an einem weiteren Terminal, kein lästiges „ Fahrgast-Picking“ wie in den normalen Überlandlinien gewährleisten eine angenehme Fahrt.
Ein Überblick über das Delta und die Fahrtstrecke sollte sich mit diesem Link öffnen:
http://www.mekongtraveltours.com/mekong-travel-map.html

Unterwegs in der 2 1/2-stündigen Fahrt haben wir noch mehrfach Gelegenheit, Brückenkonstruktionen zu bewundern. Mit Hilfe ausländischer Investoren (die Japaner und Australier waren da wohl sehr stark beteiligt)  wurden in den letzten Jahren stabile Straßenverbindungen in diesem gewiss bautechnisch anspruchsvollen Terrain geschaffen.
Hier überqueren wir den Song Thien beiVinh Long.

 Wenn es doch in ganz Vietnam im gleichen Tempo voran gehen würde......

Da My Tho nicht direkt am Highway liegt, müssen wir  10km vor unserem Tagesziel aussteigen und am Straßenrand mit Xe Om- Fahren handeln. Bei 70.000 VND je Moped  werden wir und einig und so gibt es wieder ein Premiere:
Mit Rucksack und Koffer bzw. Reisetasche erreichen wir als zwei Soziusse unser Ziel.

Die Stadt My Tho liegt am nördlichsten der Deltaarme des Mekong, am Song Tien.
Man spürt man den Einfluss der Reichweite des Tagesstourismus von HCMC her: An der Promenade 
 „ stirbt“ ab 17 Uhr das touristische Leben. All das , was so die Atmosphäre  einer solchen Stadt eigentlich ausmacht- Lädchen, Stände . Touristenbüros- werden geschlossen- sehr verwunderlich!

Dagegen sind die Inseln im Fluss                   
 tagsüber voll auf das Touristengeschäft 
ausgerichtet- das hat wohl weniger mit 
dem reellen Leben im Delta zu tun oder 
das reelle Leben hier besteht eben aus 
Tourismus ??
Nun ja, wir buchen auch eine Tour zu den
 Inseln: 3h für 400.000 VND


Auf der Insel „cu lao Toi Son“ – Einhorn-Insel
finden wir jede Menge Gärten mit einigen exotischen Früchten, u.a. auch Kakao


Aber den Bonsaigarten, der auf einigen Tourbeschreibungen erwähnt war, finden wir nicht. D.h. da in einigen Gärten auch einige Büsche verschnitten waren, wird wohl das Ganze als „ Bonsai“ bezeichnet.
Auch von den Drachenfrüchten finden wir nur einige Pflanzen als Schauobjekte, aber ohne Früchte.


 Da waren wir wohl am falschen Ort…
Dafür lernen wir aber die Herstellung von Kokosnuss-Candys kennen:
Das Fleisch der Kokosnüsse wird geschreddert.
 Die Masse wird ausgepresst und der Saft eingedickt.
(Bis hierher  kommt mir das bekannt vor, denn so haben wir vor vielen, vielen Jahren aus Zuckerüben Sirup hergestellt)
Wenn der Saft knetfähig ist, wird  die Masse in Streifenformen aus Holz gestrichen. 

Nach kurzer Lagerung werden         
 die Streifen in Würfel geschnitten
 und verpackt- fertig!

Das sind  echte „Plombenzieher“- dafür sind die Sweets aus Banane mit Ingwer lecker!











                                                                                       Eine ca. 15- minütige Fahrt mit einem Ruderboot 
                                                                                       durch einen schmalen Kanal beschließt
                                                                                       den Besuch dieser Insel. Die Ufer dieses Kanals
                                                                                        sind aber sehr dicht mit Nipapalmen bewachsen, 
                                                                                         was eine eigenartige Stimmung ergibt…




Auf geht’s zur nächsten Insel Con Phung- Phönix-Insel. Hier geht’s noch „ gehobener touristisch“ zu:
Reste der Pagode des „ Kokosnuss-Mönchs“, Hotel und mehrere Restaurants mit schön dekoriertem Bratfisch
sogar Fahrräder werden zur Ausleihe angeboten.

Wir gehen zu Fuß,
sehen in einer anderen Coconut-Candy-Factory,
 dass je nach Rezeptur gesüßte Kondensmilch und 
eine Tinktur aus Palmblättern hinzugefügt werden 
kann- dann entsteht eine gelblich-grüne Masse,










schauen einigen – nein, nicht „thüringer Löffelschnitzern“, sondern Produzenten verschiedener Gerätschaften aus Kokospalmholz über die Schultern;



                                           Hier wird schon arbeitsteilig gefertigt..


beobachten die Kinder, die auf den „ Schulbus“ warten










und sehen eine Anregung für die Gestaltung des Pavillons im heimischen Garten (das müsste doch mit Buchsbaum auch erreicht werden können)


 und dann geht’s zurück.
Auch diese Tour war sehr interessant und einprägsam, aber längst nicht so authentisch, wie die in Can Tho.




Montag, 14. Januar 2013

Ein Tag im Homestay



Nach dem Besuch der Nudelfabrik mit Frühstück einer Pho (Im Unterschied zum Norden kommen hier größere Fleischstücke in die Suppe) geht’s wieder aufs Moped.
Die Fahrt durch die Stadt und erst recht dann auf der Landstraße ist sehr entspannt. Das liegt sicherlich auch mit am Feiertag. Erst geht’s ein paar km entlang des Hightway`s, dann wird auf eine Nebenstraße abgebogen. Rechts und links wechseln sich Obstplantagen (hauptsächlich Guaven) mit Reis- und Gemüsefeldern ab. Selbst die Straßenränder werden teilweise genutzt.


 Nach Passieren einer Kleinstadt mit Markt wird es richtig ländlich.
Die Straßen werden enger, mit einer Fähre
 überqueren wir einen der zahlreichen Kanäle
und von da ab gibt es nur noch Wege - aber befestigt mit mehreren Brücken (ca. 1,50 m breit ohne Geländer)
Und schließlich sind wir angelangt im Homestay.
 Nun ja, wir kennen ja schon einige Home-Stay`s  in Vietnam und glaubten zu wissen, was uns erwartet. Aber was wir hier vorfanden übertraf- besser untertraf- all unsere Erwartungen:
Ein aus Stein gemauertes Haus – etwas erhöht auf einem Podest. Die Fußböden in mehreren „ Zimmern“ sind alle gefliest. Auch eine „ kalte Pracht“ ist vorhanden- das Wohnzimmer mit echt vietnamesisch schweren Sesseln und Fernseher, was aber offensichtlich höchst selten genutzt wird.
Überall steht und liegt „irgendwelches Zeugs“ herum, von der Familie selbst und Bau-Material. Selbst für unser geringes Gepäck (ein Rucksack) findet sich keine richtige Ablage in „ unserem Zimmer“, aber dafür ein Ventilator und eine Steckdose zum Aufladen des Foto-Akkus.
 Das ist das einzigste Foto vom Haus- irgendwie sträubte sich etwas in mir, hier weiter zu fotografieren.

Man beachte, dass die Liegefläche auch gemauert ist (dazu später etwas mehr).
Auf Nachfrage bekamen wir sogar noch eine richtige Matratze. Und –aus Erfahrung klug- hatten wir unsere Seidenschlafbags dabei.
In der Küche im Vorbau steht sogar ein neuer, zweiflammiger Gasherd.
Die „ Krönung“ ist der „ Sanitärtrakt“:
Ein fensterloser Verschlag mit einer klapprigen Falttür. Darin stehen immerhin ein Toilettenbecken und mehrere Bottiche Wasser mit einer Schöpfkelle.
„ You can take a shower“ = Originalton unseres Guide.
Aber es liegt extra für uns die Gästegrundausstattung des Kim Lan- Hotels bereit: Seife, Zahnbürsten und Kamm…..
Wir haben den Schock und auch die eine Nacht überstanden und können nur hoffen und wünschen, dass sich mit Fertigstellung der neuen Häuser die Verhältnisse etwas bessern.
Ja, auf dem Gelände entstehen in 
„ Leichtbauweise“  aus Bambus 
und Palmblättern  mehrere Gästehäuser.

Auch der ursprüngliche Garten  mit schon fruchtenden Obstbäumen, Hühnerauslauf und Fischteich wurde noch erweitert.
 In den Teichen  schwimmen wirklich Massen von Fischen, separiert nach Alter und Größe. Die Strahler sollen dazu dienen, nachts die Fische zum Fangen anzulocken.


Dahin kommt man derzeitig                
 aber nur über einen Balken ohne Geländer, 
den wir natürlich zur Belustigung 
der Bauarbeiter  nur mit Mühen 
und mit Hilfe einer Stange
 überwinden konnten.




Die Gastfamilie besteht aus dem Elternpaar- Mitte 40, zwei Söhnen und der jüngeren Tochter. Bis auf die Tochter, die eine Restaurantausbildung (?) hat und etwas englisch versteht, ist direkt nur die minimale Verständigung mit unseren bescheidenen Vietnamesisch- Kenntnissen möglich. Und so läuft die Konversation hauptsächlich über den Guide, der wiederum perfekt englisch spricht.  Er erzählt uns viel über das Leben hier; dass die Leute hier eigentlich alles zur Selbstversorgung fürs  Leben haben und glücklich und gesund sind.
Äußerst  bemerkenswert ist seine Erzählung, dass in der Regenzeit das Wasser manchmal doch so hoch ansteigt, dass selbst das Haus überflutet ist:
„ dann sitzen die Leute eben auf den Podesten und warten, bis das Wasser wieder abfließt…“
Aber so an einigen Momenten kommen wir uns doch auch so vor, als würden wir hier doch auch als westliche Touri´s „ vorgeführt“. So, z.B. wenn der „ big lunch“ zelebriert wird ( aus einigen vorher auf dem Markt eingekauften Lebensmitteln, u.a. auch ein Fisch).
Oder wenn es am Abend „ sweet potato         
 barbecue“ gibt- aus den genau abgezählten
3 Stück, die auch auf dem Markt gekauft 
worden waren.
 (das Feuerchen wird übrigens aus den
 Schalen von Kokosnüssen bereitet)
Oder wenn Vera am Morgen im Hühnergarten genau zwei Eier „ finden darf“…..








Oder wenn wir die Früchte des Gartens ernten …







Am Tollsten war aber  die ausführliche „ Flurfahrt“ mit dem Boot.

Da lacht das Herz des Landwirtes:

 große ebene Reisfelder und Spuren von Landtechnik im Kleinformat; hauptsächlich für die Bodenbearbeitung (hier lernt unser Guide den Begriff „ eiserne Kuh“ kennen…).

 Die Ernte soll wohl auch maschinell erfolgen mit Maschinen von Dienstleistern oder Maschinenringen.
Die Reisbestände sind relativ sauber und gesund,   
 u.a. fanden wir auch Hinweise auf eingesetzte 
Fungizide zur Bekämpfung einer weltweit
 verbreiteten Pilzkrankheit.
Düngung und Unkrautbekämpfung erfolgen manuell.







Wir fahren durch kleine und kleinste Kanäle, begegnen Boote unterschiedlicher Größenordnung,

besichtigen Schweineställe, einige magere Rinder und Enten.

Auch hier ist uns wieder das Touristenglück hold 
und wir sehen, dass die " Monkey-Bridges" 
auch wirklich genutzt werden.                                 








  Und selbstverständlich muß ich es auch 
selbst ausprobieren- 
Ganz schön wacklig, aber machbar!










Auch Fischfangmethoden werden uns demonstriert mit Reusen und diesen großen
 „ Schwebe“-Netzen.


                                                                                      Sie werden ins Wasser gelassen und nach 
                                                                                     einiger Zeit ruckartig nach oben gezogen in der 
                                                                                     Hoffnung, dass ein oder mehrere Fische nicht 
                                                                                     rechtzeitig heraus schwimmen konnten. Unsere 
                                                                                     Demonstrationsversuche waren allerdings 
                                                                                     erfolglos..

Hier wird ein Feld neu aufgeschwemmt. Der Boden ist sehr stark tonhaltig und kann nur im gut feuchten Zustand bearbeitet werden.

Und wir konnten beobachten, dass das niedrige sanitäre Niveau des Homestay im wirklichen Leben noch unterboten werden kann:

Das ist ein „ Wasserklosett“. Der Korb mit Papierresten verrät, dass es in reger Benutzung ist!!!!

Dieser Junge und auch die                    
 Bauarbeiter am Abend vollziehen
 ihre körperliche Säuberung im Fluss.

 Aber eine Frage konnten wir auch hier nicht klären- vielleicht haben wir auch nicht intensiv genug nachgefragt: Wie bekommen die Hausfrauen ihre Wäsche sauber, auch die weiße??




Diese ganze Flurfahrt genossen wir am Neujahrs-Nachmittag bei Temperaturen um 28 Grad, strahlendem Sonnenschein und friedlicher Ruhe!

Die Nacht haben wir überstanden, das Frühstück war einfach (wir hatten unsere Grundversorgung- Marmelade und Brötchen dabei). Unser Guide frühstückte nicht.  Da er nicht körperlich arbeitet, braucht er kein Frühstück, sondern eben dann wieder einen „big Lunch“.
Bei der Rückfahrt war der Verkehr in Stadtnähe dann doch schon etwas lebhafter, aber längst nicht so stressig wie in Hanoi.

Zurückgekehrt ins Hotel bekamen wir noch mal ein paar Stunden ein kleines Zimmer (kostenlos, obwohl wir schon ausgecheckt hatten), wo wir in aller Ruhe unseren „ sanitären Normalzustand“ wieder herstellen konnten.

Alles in allem- eine tolle Tour am Puls des Lebens im Mekong- Delta, die wir nicht missen möchten!!!