In einigen Höfen wird aus verschiedenen stärkehaltigen Rohmaterialien ( Reis, Tapioka oder auch Cassava genannt, Kudzu…) Stärkebrei gewonnen, der dann anderen Orts getrocknet wird.
Irgendwo werden „ Folien aus Stärke“ gezogen – ähnlich wie in einer Papierfabrik. Diese werden auf Stellagen aus Bambus zum Trocknen aufgestellt.
Anderswo sind schon die Fadennudeln das Endprodukt, die ebenfalls auf solchen Stellagen trocknen.
Und schließlich hocken in einzelnen Häusern Menschen am Erdboden, sortieren, portionieren und verpacken die verschiedensten Produkte. Und manch hochbepackte Moped verlässt das Dorf…
Am bemerkenswertesten sind aber die „ Trocknungsanlagen“. An den möglichsten und unmöglichsten Plätzen liegt oder steht etwas zum Trocknen:
Hier werden vorgetrocknete Quader aus Stärkemehl mit Händen und Füßen zerkleinert und zum Trockenen ausgebreitet. Sicherlich wird daraus Stärkepulver

Hier stehen Stellagen mit Stärkefolie…
umgeben von einem Weiher, in den nicht nur frisches Quellwasser fließt…

Diese ganzen Umstände lassen einem schon einige Gedanken zum Thema “ Qualitäts- sicherung in der Nahrungsmittelherstellung“ aufkommen. Wenn man dann noch etwas
„ google`d“ oder „ wikipedia`d“ findet man noch interessantes und auch erschreckliches zu den Ausgangsprodukten, was man auch unter die Rubrik „ Risiken und Nebenwirkungen“ einordnen kann.
Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder eine Pho oder Bun cha mit Appetit essen kann, oder zumindestens dabei die obigen Bilder vor meinem inneren Auge verdrängen kann….
Noch eine anrührende Beobachtung am Rande:
Auf dem Bild mit den Fadennudeln sieht man eine alte Frau.
Noch eine anrührende Beobachtung am Rande:
Auf dem Bild mit den Fadennudeln sieht man eine alte Frau.
Sie sammelt vom Straßenrand Reste von Nudeln auf. Nein, sie zupft nicht mal schnell an den Stellagen, um schneller ihre Mahlzeit zusammen zu bekommen !! Eigentum wird scheinbar doch sehr geachtet!!!
Und noch eine Ergänzung zum Heimweg: Wir waren ja nicht nur in dem Nudeldorf unterwegs, sondern haben auch noch Pagoden besichtigt und sind auf Kalksteinfelsen herumgeklettert, die plötzlich und imposant aus der Ebene herausragen. An einem Marmorfelsen kann man vielen fleißigen Steinmetzen zuschauen, die alle möglichen Statuen aus großen Blöcken herausarbeiten. Eigentlich sind ja die Begriffe Steinmetze oder Bildhauer nicht mehr zutreffend, denn es wird nicht mehr gehauen. Vielmehr hat auch hier die Trennschleife Einzug gehalten.
Also ein ganz ruhige Tour in zumeist frischer Landluft. Aber leider mündete dann der Heimweg in den „ Highway Nr. 6“- eng, sehr stark befahren und schmutzig. Und somit blieb ein Teil des Erholungseffektes leider auf der Strecke- im wahrsten Sinne des Wortes.Noch nie war mir eine Rückkehr nach Hanoi so belastend vorgekommen!!


