Samstag, 27. November 2010

Im Nudeldorf

Bei einem Ausflug am vorletzten Wochenende hat es uns in eines der „ Nudeldörfer“ in Westen von Hanoi verschlagen. Nun waren wir ja nicht als Technologen zur Verfahrensanalyse hierher gekommen  und konnten und wollten auch gar nicht alle Verfahrensabschnitte analysieren und dokumentieren ( Auch wenn das sicherlich äußerst interessant wäre!!).  Aber man sieht schon, wie arbeitsteilig in den einzelnen Häusern und Höfen gewerkelt wird:

In einigen Höfen wird aus verschiedenen stärkehaltigen Rohmaterialien ( Reis, Tapioka oder auch Cassava genannt, Kudzu…)  Stärkebrei gewonnen, der dann anderen Orts getrocknet wird.
Irgendwo werden „ Folien aus Stärke“ gezogen – ähnlich wie in einer Papierfabrik. Diese werden auf Stellagen aus Bambus zum Trocknen aufgestellt.

Anderswo sind schon die Fadennudeln das Endprodukt, die ebenfalls auf solchen Stellagen trocknen.
Und schließlich hocken in einzelnen Häusern Menschen am Erdboden, sortieren, portionieren und verpacken die verschiedensten Produkte. Und manch hochbepackte Moped verlässt das Dorf…

Am bemerkenswertesten sind aber die „ Trocknungsanlagen“.  An den möglichsten und unmöglichsten Plätzen liegt oder steht etwas zum Trocknen:

Hier werden vorgetrocknete Quader aus Stärkemehl mit Händen und Füßen zerkleinert und zum Trockenen ausgebreitet. Sicherlich wird daraus Stärkepulver

Hier stehen Stellagen mit Stärkefolie…
umgeben von einem Weiher, in den nicht nur frisches Quellwasser fließt…

Und hier stehen die „ Bun“ zum Trocknen direkt am Straßenrand ..

Diese ganzen Umstände lassen einem schon einige Gedanken zum Thema “ Qualitäts- sicherung in der Nahrungsmittelherstellung“  aufkommen. Wenn man dann noch etwas
 „ google`d“ oder „ wikipedia`d“ findet man noch interessantes und auch erschreckliches zu den Ausgangsprodukten, was man auch unter die Rubrik „ Risiken und Nebenwirkungen“ einordnen kann.
Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder eine Pho oder Bun cha mit Appetit essen kann, oder zumindestens dabei die obigen Bilder vor meinem inneren Auge verdrängen kann….
Noch eine anrührende Beobachtung am Rande:
Auf dem Bild mit den Fadennudeln sieht man eine alte Frau.

Sie sammelt vom Straßenrand Reste von Nudeln auf. Nein, sie zupft nicht mal schnell an den Stellagen, um schneller ihre Mahlzeit zusammen zu bekommen !! Eigentum wird scheinbar doch sehr geachtet!!!

Und noch eine Ergänzung zum Heimweg:
Wir waren ja nicht nur in dem Nudeldorf unterwegs, sondern haben auch noch Pagoden besichtigt und sind auf Kalksteinfelsen herumgeklettert, die plötzlich und imposant aus der Ebene herausragen. An einem  Marmorfelsen kann man vielen fleißigen Steinmetzen zuschauen, die alle möglichen Statuen aus großen Blöcken herausarbeiten. Eigentlich sind ja die Begriffe Steinmetze oder Bildhauer nicht mehr zutreffend, denn es wird nicht mehr gehauen. Vielmehr hat auch hier die Trennschleife Einzug gehalten.
Also ein ganz ruhige Tour in zumeist frischer Landluft. Aber leider mündete dann der Heimweg in den „ Highway Nr. 6“- eng, sehr stark befahren und schmutzig. Und somit blieb ein Teil des Erholungseffektes leider auf der Strecke- im wahrsten Sinne des Wortes.Noch nie war mir eine Rückkehr nach Hanoi so belastend vorgekommen!!

Donnerstag, 25. November 2010

Umweltbewußtsein; gegenseitige Rücksichtnahme--- Fehlanzeige

Als ich gestern mittag nach Hause kam, brannte im benachbarten Garten der Pagode ein Feuer.
Nein, nicht eines der üblichen Feuerchen, mit denen die Nachbarn des Öfteren Laub verbrennen- zwei Männer, die ich bisher noch nicht in diesem Revier gesehen hatte, gingen richtig“ zur Sache“.  Was da nicht alles in die meterhohen Flammen flog: jede Menge Unkraut und Gesträuch, das in den letzten Tagen im Garten zusammengetragen worden war; aber auch jede Menge Papier und Plaste… natürlich gab es tüchtigen Gestank und die Asche und Papierstücken flogen meterweit durch die Luft.
Glücklicherweise hatte ich meine mir selbst auferlegte Regel- alle Fensterläden und Fenster zu schließen, wenn wir das Haus verlassen- befolgt. Lediglich ein Innenfenster im Arbeitszimmer hatte ich offen gelassen- und das lag gerade 4 m über dem Feuer!!! Mein ganzes Arbeitszimmer war demzufolge mit einer Ascheschicht bedeckt. Aber auch durch die geschlossenen Fensterläden  war „genügend“ Schmutz gedrungen, so dass Putzen im ganzen Haus angesagt war.
Noch schlimmer war es im Außenbereich. Denn unglücklicherweise hatte es zwischendurch leicht geregnet, so dass alles verschmierte. Da halfen  nur  Wasserschlauch und – eimer….

Nach zwei Stunden Arbeit hatten wir den gröbsten Schmutz im und um das Haus wieder beseitigt. Die Männer ( waren es gar die Mönche??) hatten inzwischen ihr schmutziges Werk beendet und kurze Zeit später begann wieder der SingSang in der Pagode- begleitet von intensiven Trommeln, Pauken und Rasseln. Wurden da die Geister der Umwelt um Vergebung gebeten ??

Doch damit sollte das Drama noch nicht beendet sein. Schließlich hatte das Feuer ja einen großen Aschehaufen zurückgelassen. Und uns „ zum Schure“ kam in der Nacht ein nicht ganz leichter Wind auf. Und wie befürchtet, „ segeln“ nun wiederum Asche und verkohlte Papierreste durch die Luft.
Aber selbst dies sollte noch nicht alles gewesen sein. Noch während ich diese Zeilen schrieb, hörte ich aus Nachbars Garten wieder emsiges Stimmengewirr. Und meine Befürchtungen bewahrheiteten sich. Ein „ Haufen alter Weiber“ brachte wiederum Unmengen an Papier angeschleppt- alles Opfergaben aus der Pagode, die verbrannt werden müssen, um zu den Ahnen zu gelangen.
Mein lautstarker Protest, auch mir Unterstützung unseres deutsch sprechenden Nachbarn, konnte sie davon abhalten, wiederum ein großes Feuer zu entfachen. Denn die „ Chefin der Pagode“ erlaubte dieses Tun ausdrücklichst. Und wieder war die Luft voller Schmutz. Aber wenigstens separierten sie die Plastetüten und verbrannten diese nicht mit. Nun heißt es wiederum: putzen, kehren, saugen.

Die übrigen Nachbarn waren zwar nicht unmittelbar so stark betroffen wie wir. Aber sie rieten mir und unserer zur Hilfe gerufene Maklerin Hong, die Polizei zu alarmieren. Das ist ja auch nicht gerate unser Ansinnen. Hong  will nun mit dem Eigentümer des Hauses versuchen, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.
Wir wollen ja nicht die Sitten und Gebräuche stören, aber wir möchten auch nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.  Schließlich gibt es in anderen Pagoden auch umweltverträglichere Lösungen, wie z.B. kleine Verbrennungsöfen oder Kamine….

Donnerstag, 11. November 2010

Die Tay -Pagoden

Ach, wenn doch die Karten und Wegbeschreibungen immer exakt und eindeutig wären…..!!!

Da folgt man den Hinweisen in einem Guide des Hanoi International Women`s Club und will nach der Maut- Station von der Straße abbiegen- aber die Mautstation existiert schon geraume Zeit nicht mehr. Also bin ich erst `mal 10 km zu weit gefahren- mit dem Moped auf der Autobahn!!!
Doch dann fand ich den richtigen Weg zu den Tay – Pagoden, ca. 30 km westwärts  von Hanoi.
Die Chua Tay- die Pagode des „Meisters“ Tu Dao Hanh 
schmiegt sich malerisch an ein Karstmassiv.

Hier treffen wir sie alle wieder, die Buddhafiguren in der für Nordvietnam typischen Anordnung:
 das Buddha- Kind Sakayamuni und den dickbäuchigen Buddha Maytrea










die gnadenreiche Quan Am mit Ihren tausend Armen und tausend Augen

und viele andere konfuzianische Götter und Jünger.


Aus den zahlreichen Wächterfiguren ragen die beiden „Riesen“ heraus- mit ca. 1.000 kg gehören sie wohl zu den größten in Vietnam.


 
















Verehrt  wird auch besonders 
der Meister Tu Dao Hanh im
gelben Gewand. 






Auf ihn geht unter anderem das traditionelle Spiel mit den Wasserpuppen zurück.



Deshalb ist ihm als Schutzherrn der  Wasserpuppenspieler  eine kleiner Wassertempel gewidmet

Die beiden Tay Pagoden sind im Reiseführer von IWANOWSKI sehr ausführlich beschrieben.
 Man sollte aber auch den Hinweis auf die „ besondere Steigerung der malerischen Lage durch den dichten Teppich von Lotusblüten“ ernst nehmen. Anfang November blüht natürlich kein Lotus und der Teich  und auch die beiden Brücken wirkten etwas verwahrlost.


Im Karstfelsen hinter der Chua findet man              
nach einiger Kraxelei noch weitere Tempelchen. 
Es sollen auch einige Höhlen zu besichtigen sein. 
Aber die findet man wohl nur mit einem Führer. 
Als solche drängen sich im benachbarten 
Dinh ( dem Gemeindehaus) gleich mehrere Frauen auf und da bedarf es schon einiger Hartnäckigkeit beim Abwehren….




Nur wenige Kilometer entfernt erreicht man zu guter Letzt über 237 ( recht bequeme) Treppenstufen 
die Chua Tay Phuong.

Sie ist bekannt für 62 wertvolle Holzstatuen.
Es bereitet schon Freude, die insgesamt 18 aus dem Holz des Jackfruchtbaumes geschnitzten La Han- Figuren ( Jünger des Buddha) zu betrachten, denn sie sind wirklich ungemein lebendig.









 Auch die Gesichter der Wächter wirken hier etwas lebendiger, wenn sie auch grimmig genug drein schauen.








Und meisterhafte Holzschnitzer waren auch an den Eingangstoren und an den Dachtraufen und- balken zu Gange.


Dass dieses Kunsthandwerk  auch heute noch lebendig ist, zeigen die zahlreichen Türen neueren Datums und auch Teilelemente von Rekonstruktionsarbeiten.
Auch hier, beim Aufstieg und besonders auf dem Plateau vor dem Tempel, muss man sich der zahlreichen Verkäuferinnen  erwehren, die z.T. recht pressiv werden können. Aber wenn man erst mal seine Kaufunlust deutlich gemacht hat, dann kann man sogar auf einer der Bänke in Ruhe verschnaufen.

Auf der Rückfahrt fällt in dem kleinen Ort Buong Thon noch mal die sonst nicht so häufig anzutreffende Kombination von Metall- und Holzverarbeitung ins Auge. Zahlreiche dicke Holzstämme ( Durchmesser wirklich über 1 m ) liegen in trauter Nachbarschaft zu uralten Pressen und Stanzen.

Donnerstag, 4. November 2010

Van Long

Stille liegt in der Luft- absolute Ruhe und Gelassenheit.
Selbst die Laute der Schwärme von weißen
Fischreihern, die in respektabler Entfernung
ihre Kreise ziehen, dringen nicht bis an unsere 
Ohren. Nur leise plätschern die Ruder im Wasser….
Zusammen mit drei anderen Booten, auf denen die anderen Freundespaare unserer kleinen Reisegesellschaft sitzen, gleiten wir durch Wasserpflanzen, Schilfgras und Kalksteinfelsen.




Ragt da vorn nicht
eine große
Hundeschnauze aus dem Wasser??


Nun sind wir ganz eingeschlossen von hohen Felswänden.
















Bizarre Formen hat das Wasser über Jahrhunderte aus dem Felsen ausgespült.

Weiter geht die Tour. Da vorn      
scheint ein großes Loch im Felsen
zu sein- da wollen wir doch
nicht etwas hinein???



Doch, aber nun wird es eng und es heißt: „ Köpfe einziehen!!!“









Auch diese „ Gefahr“  meistert unsere Ruderin und gemächlich geht’s zurück zur
 Anlegestelle, wo auch das Ein- und Aussteigen keine größere Herausforderung darstellt.
 Leider hatten wir auf dieser Tour nicht das Glück, auch die Languren zu beobachten.
Aber ein kleiner „Eli“  grüßte uns von Bergeshöh`….

Diese romantische und erholsame Bootstour führt uns durch Van Long in der sog.
 „ Trockenen Ha Long- Bucht“.
Drei organisierte Ausflugstouren ( meist in Verbindung mit dem Besuch der alten Kaiser-Tempel in Hua Lu) werden in dieses Gebiet ca. 80 km südlich von Hanoi angeboten:
- nach Tam CoC   ( darüber haben wir schon im vergangenen Jahr berichtet- stark
    touristenlastig und kommerzialisiert.
- nach Kenh Ga – einem Fischerdorf auf dem Fluss   und eben
- nach Van Long ( der historische Name bedeutet soviel wie „ fliegender Drache in den Wolken“
Dieses Gebiet umfasst ca. 3.000 ha. In der Vergangenheit bildete es ein Frischwasser- Reservoir für die alte Kaiserstadt Hua Lu.
Heute leben hier ungefähr 1.700 Menschen, die zumeist der ethnischen Gruppe der Kinh angehören.
Seit geraumer Zeit wird versucht, einen sanften Öko- Tourismus zu entwickeln, was bisher scheinbar gelungen ist. Die Bootsanlegestelle ist simpel; keine aufdringlichen  Händler- möge es so bleiben!!!
Nur teilweise wird in die Natur eingegriffen,
z.B. wenn das Geflecht der Wasserpflanzen
so dicht ist, dass sogar kleine Gassen
freigeschnitten werden müssen.




  In Zusammenarbeit mit der Primaten- Station
  im  Cuc Phuong- Nationalpark wurden hier           Delacour- Languren re-naturalisiert und sind sogar heimisch geworden. Diese gehören zu den am meisten von Aussterben bedrohten Affenarten. Weltweit soll es wohl nur ca. 200 Tiere geben.
  Ein „ happy couple“ hatte sie 10 Tage vorher sogar gesichtet.
    Uns bleibt leider nur ein Foto aus dem u.a. Bericht.


Noch ein Unterschied zu Tam Coc: in dem Restaurant am Eingang des Gebietes herrscht zwar auch Betriebsamkeit, aber es gibt schmackhaftes authentisches Essen!
Wer mehr über dieses Gebiet lesen möchte, findet hier ausführliche Informationen:
http://www.cenesta.net/icca/images/media/grd/van_long_vietnam_report_icca_grassroots_discussions.pdf
Und wie immer gibt’s in der Galerie noch mehr Bilder.

Dienstag, 2. November 2010

Was wäre Sa Pa ohne Trekking – Touren?

Für den ersten Tag hatte unser Programmorganisator  die Siedlung Ta Van als Ziel ausgewählt.
Gleich beim Abmarsch haben wir natürlich einen ganzen Schwarm von Hmong- Frauen „am Halse“. „ Ihr kommt jetzt in unser Tal und da führen wir Euch und sicher werdet Ihr auch etwas kaufen“ - so war ihre Philosophie.. Nur nach sehr eindringlichen Bekräftigungen unserer „ Kaufresistenz“ lassen sie dann von uns ab und wenden sich den nächsten „ erfolgversprechenden Opfern“ zu. Aber das „ Buy for me !!!” wird uns noch lange in den Ohren klingen.
Zunächst geht`s ca. 1km leicht bergab auf einer wenig befahrenen Straße, vorbei an einem kleinen  Feld mir Indigo- Pflanzen.

Und dann beginnt der Abstieg ins Tal. Vorbei an  Reisterassen in unterschiedlichster Größe und mit verschiedenen Reifegruppen und Sorten kraxeln wir ins Tal-



immer wieder begeistert von den ständig wechselnden Anblicken.

An einer Raststelle schließt sich uns dann doch wieder eine einzelne Hmongfrau an, die wir bis ins Tal nicht mehr „ los werden“. Aber sie ist nicht aufdringlich, spricht leidlich englisch und bastelt unterwegs kleine Figuren aus Farnpflanzen. Natürlich kaufen wir dann doch etwas bei ihr und auch dem kleinen Mädchen kann ich nicht wiederstehen und kaufe ein „ Handy- Täschchen“ ( natürlich überteuert, wie ich dann später auf dem Markt in Sa Pa feststellen kann). Aber danach „ trollen“  sich beide zufrieden nach Hause(?) und wir haben Ruhe.
Beim Mittagessen am Fluss ( wir hatten schon besser gespeist!!) können wir auch noch eine Dao – Frau einer anderen Untergruppe beobachten.
Obwohl durch das Dorf sicherlich sehr viele Touristen  wandern, erscheint es mir doch noch ziemlich urwüchsig- das hatte ich schlimmer „ touristiziert“ erwartet.
In einem von der UESCO geförderten Schulprojekt werden die Kinder sowohl in Vietnamesisch , als auch in der Hmong- Sprache unterrichtet !!!

 Die fünf Gebote von Onkel Ho für die Schüler:

 oben in Vietnamesich











unten in Hmong


















Es gibt sogar Schulbücher in der Hmong- Spache

Mittlerweile sind die Beine doch etwas müde geworden und so ist der Bus, der uns nach ca. 12 km auf einem Parkplatz nahe der Fahrstrasse aufsammelt und zurück nach Sa Pa bringt, sehr willkommen.

Cat cat Village

Dieses Dorf liegt direkt unterhalb von Sa Pa. Das bedeutet: heute heißt es „Treppen steigen“-hinunter und natürlich auch wieder hinauf. Wir brauchen ja bloß unseren Körper und leichtes Marschgepäck zu „ transportieren“. Aber es begegnen uns zahlreiche Männer, einige Frauen und auch ein paar Pferde,


die Reissäcke hinauf bis zur Straße schleppen. Natürlich entfachen unsere Hirne sofort eine rege Problemdiskussion, ob und wie sich hier in sinnvoller Weise eine Seilbahn oder ähnliches installieren lassen könnte. Schließlich hatten die Franzosen schon um 1925 eine Generatorenstation am Wasserfall errichtet.

Um Reis dreht sich auch hier (fast) alles . Und so steigen  wir vorbei an unzähligen Reisterassen- mit und meist ohne Wasserbüffel, schon abgeerntet , während der Ernte bis hin zum noch grünen Bestand.



Wir lernen, dass Klebreis- Sorten




sich doch deutlich von den anderen Sorten unterscheiden und,


dass auch Pilzkrankheiten die Pflanzen befallen können
 ( hier sind es Brandbutten vom Reisbrand).
Wir sehen aber auch Gemüsefelder und Hanfpflanzen.









Die Fasern werden vor Ort aufbereitet,  versponnen und zu Textilien verarbeitet.



Die Häuser der Hmong ( oder sollte ich besser „ Hütten“ sagen??!!) sind ebenerdig. Holz- oder Bambusgestelle sind mit großen Brettern grob verkleidet und einige tragen sogar noch derartige Bretter zur
Bedeckung des Daches ( aber meist hat schon Wellblech oder Ethernit das Holzdach abgelöst).



In vielen Häusern werden Getränke und Snacks feil geboten. Auch einige „ Galerien“ laden zur Besichtigung und natürlich zum Kauf von Textilien, Holz- und Steinmetzarbeiten ein. Aber da die meisten Touri`s doch nicht so viel kaufen, sind die viele Dorfbewohner immer irgendwie tätig- ob auf dem Feld oder handwerklich mit Sticken, Schnitzen , Steinmetzen oder sonst etwas….
Die Frauen tragen auch hier bei den Feldarbeiten ihrer Trachten. Wesentlich seltener trifft man auch mal einen Mann in der Tracht der Hmong – die natürlich viel schlichter und einfacher ist, als die der Frauen- an.










Auf dem Rückweg können wir noch mal in der Schule im Tal den Appell und Sportunterricht beobachten.

Der erste Blick nach China


Die Rückfahrt nach Hanoi beginnt
mit einer noch mal sehr eindrucksvollen
Tour bergab bis auf 80 m NN nach Lao Cai.
Die Provinzstadt bildet eines der Tore nach China.
Blick über den Grenzfluss in das
( für uns bisher noch )
 „ terra incognita“  zu werfen- eigentlich
auch nicht gerade spektakulär…

     
 Blick auf die grenzüberschreitende
Eisenbahnbrücke



Im Nachtzug „ Livitrans“ konnte ich sogar ganz gut schlafen. Unseren jüngeren Gästen auf der 2. Etage im Vierer- Abteil gelang das leider nicht so gut- da fehlte wohl auch die Schlafwagenerfahrung??

Montag, 1. November 2010

Nordtour , Teil 2

Pa So konnten wir ncht als den potentiellen Ausgangspunkt für Touren in die Berge nutzen, denn am nächsten Morgen strebten wir unserem Reiseziel Sa Pa zu. Nun schon im Gebiet, dass von der Minorität der Hmong dominiert wird. Auch hier wird Reis angebaut und die Terrassen nehmen an Größe und Steilheit zu.
An solch einem Motiv kann natürlich kein Hobby-Fotograf vorbei fahren:
Eine „ zweiär….. Dreschmaschine “- d.h. zwei Hmongfrauen beim Ausschlagen von Reisbündeln. Nach Schätzung unsere Guides sind sie 14 und 20 Jahre alt und lustig bei der Arbeit. Sie amüsierten sich auch sehr über die neugierigen „ Langnasen“, die es natürlich nicht lassen konnten und selbst mal ein paar Bündel schwingen wollten…

Ja, und dann geht es hinauf. Kilometerlang
schlängelt sich  die meist schon gut
ausgebaute Strasse empor.






An einigen Stellen ist noch zu sehen, dass            
abgrundnahe   Kurven     "entschärft“ wurden. Aber ab und zu sind noch tückische Baustellen zu bewältigen.



Von oben ist der Anblick schon imposant!!!

Nach Überqueren des Tram Lo -Pass auf
1900 m Höhe erreichen wir den „ Silver- Wasserfall“.
Nun ja, in der Scala aller von uns besuchten Wasserfälle ist er eher als
„ mittel“ einzustufen.














Dafür gibt’s in der Gaststätte „ Hot Pot“  mit Lachsforelle- lecker, lecker!!!
 Liegt hier das Dinner für die nächste Reisegruppe herum ??

Nach wenigen Kilometern treffen wir dann in  Sa Pa

ein. Die Stadt bietet sich uns als bunte Mischung aus Tourismus und Minoritäten dar.  Ein Hotel und/oder Restaurant am anderen, Touristen (nicht nur Langnasen) ohne Ende und Massen von hauptsächlich Frauen und Mädchen verschiedener Volksgruppen in ihren Trachten:
Die Hmong  sind mehr als mobile Händler    
und Guides aktiv.
 
Sie belagern förmlich die Hoteleingänge und jeden sich bietenden Touristen, um ihm irgendwelchen Krimskrams oder irgendwelche Dienste anzubieten. Aber zu aufdringlich sind sie nicht und man kann sie doch relativ leicht abwehren.



Die Dau dagegen haben sich wohl mehr auf den stationären Handel und handwerkliche Tätigkeiten spezialisiert.


Frau Holle ins Sa Pa???



 

Unser Hotel „ Cat Cat Viev“  liegt am Ortsrand, fast direkt am Eingang zum Cat Cat Area und bietet von den Zimmern ab der 7. Etage und deren Terrassen einen tollen Blick auf das Bergmassiv des Fan Si Pan (d.h. wenn er sich nicht mit Wolken
verhangen hat)              
und in das Tal.

Die Zimmer sind ordentlich.  Nur wer die Zimmer direkt über dem Restaurant erwischt hat, bei dem ist eben die Nachtruhe schon relativ zeitig vorbei. Frühstück und auch das Speisenangebot ist schmackhaft, so dass man eigentlich gar nicht außer Haus gehen muss.