( Vietnam Development Bank).
Nach zwei kurzen Schwenks verlasse ich unsere kleine „ Gartenstadt hinter
der Chua ( Pagode) Vong Thi“ , fahre 100 m entlang der Pagodenmauer und dann lächelt er mir schon entgegen- der West- Lake. D.h. heute lächelt er nicht- es ist alles grau in Grau- aber trocken!!
Ich biege in die Uferstraße ein. Diese führt über ungefähr 8 km entlang des Südufers. Der Straßenbelag ist gut asphaltiert. Mittlerweile weiß ich auch schon fast auf der ganzen Strecke, über welchen Gully-Deckel ich fahren kann und welcher Kanaldeckel aus Beton besser zu umfahren ist. Und meistens gelingt mir das auch.
Um diese Zeit ist der Verkehr relativ ruhig. Zu den Hauptverkehrszeiten früh und abends ist die Anzahl der Zwei- und Vierräder aber auch hier mindest doppelt so hoch. Die Straßenbreite lässt es zu , dass zwei PKW ( auch Cheeps) bequem aneinander vorbeikommen. Wenn aber aus irgendwelchen Gründen irgendjemand anhält oder irgendetwas am Rande steht, dann staut sich ganz schnell ein Knäuel zusammen, zumal der Gegenverkehr ja eigentlich auch niemals richtig abreißt. Ganz besonders oft passiert dies an den zwei „ neuralgischen Punkten“ dieser Strecke- einer Schule und einem Kindergarten.
Noch fließt der Verkehr ruhig dahin...
... an der gleichen Stelle , nur 10 Minuten später..
Zumeist werden die lieben Kleinen gebracht und abgeholt und so ist für die Dauer von ca. 30 Minuten das Chaos perfekt.
Aber momentan komme ich zügig voran.
Rechter Hand passiere ich einige Verwaltungs- und viele Wohngebäude, ein „ Bia Hoi“ – Bierlokal mit „ dem Charme einer Industrie- Lagerhalle“ und viele kleine und mittlere „ Ca Phe`s“ und Restaurants. Auf der gegenüber liegenden Uferseite
weitet sich der mit Bäumen bestandene Fußweg einige Male zu kleinen, ordentlich gepflegten Parks .
Überall stehen Tische und Bänke der Gastronomen und abends ist die ganze Promenade ein beliebter Treff von geselligen Gruppen und vor allem von Paaren.
Nicht zu vergessen sind aber auch die vielen Angler , am Ufer und teils auch im Wasser stehend, und die zahlreichen „ Bewegungs- Enthusiasten“ aller Altersgruppen, die joggend, walkend und/oder mit Gymnastik ihren Körper in Schwung halten und frische Luft tanken. An einem Platz trifft sich sogar jeden Abend eine Aerobic- Truppe. Schon von Weitem hört man dann die „ heißen Rhythmen“ und das „ Mot, Hay, Ba, Bon....“ der Taktzählerin.
So, nun biege ich von der Promenade ab und fahre durch ein kurze Verbindung auf die Pho Thuy Khue . Für die PKW`s ist das eine Einbahnstraße, nicht aber für die Mopeds. Hier herrscht eigentlich zu jeder Tageszeit starker Verkehr. Erschwerend kommt dazu, dass der Fahrbahnbelag hier „ einige Überraschungen parat hält“. Das ist besonders „ kribbelig“, weil man bei der Verkehrsdichte gar nicht richtig vorausschauend fahren kann – äußerste Konzentration ist angesagt!! Denn der Verkehrsfluss wird durch die emsige Betriebsamkeit von Geschäften, Straßenhändlern und vielen anderen an beiden Straßenseiten noch stark beeinträchtigt. Gerade wurde auf der Gegenseite offensichtlich wieder ein Geschäft abgewickelt und ein Moped wird beladen. Da muss sich nun alles daran vorbei quälen.
Uff, das wäre erst mal geschafft! Ich verlasse die Thuy Khue und biege in eine Verbindungsstraße zur Hoang Hoa Tam ein. Diese ist eigentlich für PKW gesperrt- wie gesagt „ im Prinzip“....
Aber dennoch ist es hier relativ ruhig – 20 Sekunden zum Luftholen und Entspannen. Rechts liegt die Stadtgärtnerei- leuchten da nicht gerade blühende Balsaminen durch den Maschenzaun?
So, nun kommt der erste Höhepunkt der Fahrt- die Überquerung der Hoang Hoa Tam. Eigentlich ist das eine richtige Kreuzung, auf der jeder aus jeder Richtung kommen und in jede Richtung fahren kann- also Whooling in der 3. Potenz. Manchmal versuchen Polizisten den Verkehr zu regeln, aber die werden sowieso nicht so ganz für voll genommen.
Und wie durch „ wundersame Fügung“ fährt jeder an jedem vorbei in seine gewünschte Richtung. Aber das Whooling bleibt in der engen Straße.
Im Dezember lagen hier über mehrere Wochen Kabel auf der Straße. Wenn man bedenkt, dass man da jedes Mal über mehrere Tausend Volt gefahren ist......
Nach der letzten Kurve weitet sich die Straße hinter dem Ho Chin Minh – Museum. Jetzt wird schon mal das Gas aufgedreht, auch wenn auch hier Überraschungen durch Straßenbelag und/ oder Verkehrsteilnehmer- egal , ob zu Fuß, per Fahrrad, Moped oder PKW, nicht auszuschließen sind- Uih!!! Das war eng!! Günter, ruhig bleiben- Du musst keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Und wenn Dich auch manch „ scharfe Mieze“ überholt und mach jugendlicher Held dir den Weg abgeschnitten hat, dann wird dein Image nicht angekratzt - schön ruhig bleiben!!!!
Und nun kommen Schlag auf Schlag die absoluten Höhepunkte der Fahrt:
Als Erstes links einbiegen in die Le Hong Phong . Diese verengt sich hier von einer vierspurigen Alle mit baumbestandenen Mittelstreifen
...hier kommen sie her...
in die Doi Can als eine normal enge Vorstadtstraße.
... und hierhinein wollen sie...
Noch ist alles ruhig, aber 1 h später drängelt und „ wuselt“ sich hier alles voran- erstaunlich wie lange man einerseits, fast im Stehversuch das Moped gerade halten und andererseits sich als motorisiertes Laufrad durch die Autos hindurchschlängeln kann.
Überhaupt- die Autofahrer: Sie können einem schon fast leid tun. Sie werden sehr oft von den Zweirädern auf nahezu unverschämte Art und Weise gedrängelt und geschnitten und mit ihrem Fahrkünsten ist es meist auch nicht weit her. Letztens mussten wir beobachten, wie ein Mercedes die „ höchsten Ansprüche an die Fahrkunst“ meistern musste- er wollte einfach nur rechts um 90 Grad abbiegen- ohne Gegenverkehr und störende Mopeds.- Wunder- über Wunder- nach 1x Zurücksetzen hat er das sogar geschafft!!!!
Und dann wollen/ sollen die Fahrer das „ heilige Blechle“ , das oft genug nicht mal ihnen gehört, auch noch unversehrt an das Ziel bringen- und das Tag aus , Tag ein, im immer währenden Chaos!!
So, das wäre überstanden. 400 m zum Entspannen auf der Allee... Arme und Schultern locker lassen!!! Hoi, der Fahrer mit dem Sozius und der Holzsäule ist doch wieder vor mir. Den habe ich doch schon zwei mal überholt- offensichtlich ein „ Drängelprofi“ an den Kreuzungen. Dafür überholt mich die Dame mit dem karierten Mantel auch schon zum ... mal. Wahrscheinlich ist sie an den Kreuzungen etwas zögerlicher?? Oder ist es manchmal einfach nur das Glück, den richtigen Vordermann zu finden??
Jetzt wieder rechts abbiegen und schon kommt der nächste Knäuel in Sicht- an der Tranh Phu ist fast die gleiche Situation wie an der Doi Can. Nur geht’s diesmal über eine Kreuzung. Und gleich darauf kommt nach 200 m die erste und einzigste Ampel auf dieser Strecke- schließlich wird eine der großen Hauptstraßen im Stadtinneren überquert. Auch hier wird gedrängelt und die kleinste Lücke ausgenutzt, um eine Startposition möglicht weit vorn zu erreichen. Und links neben den PKW ist ja auch noch Platz- wenn auch schon längst auf der Gegenspur:
Aber gegenüber in der Gegenrichtung vollzieht sich Dasselbe. Erstaunlich , dass beim Ampel-Grün bis zur Kreuzungsmitte alles sich wieder eingereiht hat und man nicht aufeinander prallt.
Nach der Ampel geht’s noch 300 m am Stadion linker Hand vorbei. Man fährt schon fast unter den weit ausladenden Sitzplatz- Traversen hindurch.
Ganz selten gelingt es , in direkter Fahrt in die Cat Linh rechts einzubiegen , aber meistens ist es das nun schon gewohnte Drängeln und Schlängeln. Etwas kompliziert wird es noch dadurch, das unmittelbar an der Ecke ein Gullyeinlass halb eingebrochen ist und die meisten Mopedfahrer noch versuchen, diesen zu umfahren.
Auch das wird bewältigt und nach ca. 300 m muss der Gegenverkehr wieder bremsten,
weil irgendein ein Idiot unbedingt im dicksten Verkehr auf die linke Seite will. Diesmal bin der
„ Idiot“ ich selbst, denn die VDB liegt eben nun mal auf der linken Seite.
Geschafft!! Auf dieser Tour betrug die Fahrtzeit für die knapp 8 km 16 Minuten. Der bisherige Rekord liegt bei 12 min ( in der verkehrsarmen Mittagszeit). Ich habe aber auch schon fast 40 min gebraucht....