Mittwoch, 24. März 2010

Meine Fahrt in die Cat Linh

Den Helmriemen festgezurrt und es kann los gehen- die nun schon fast tägliche Fahrt im Rahmen meines Personentransport- und Begleitservice zur VDB
( Vietnam Development Bank).

Nach zwei kurzen Schwenks verlasse ich unsere kleine „ Gartenstadt hinter
der Chua ( Pagode) Vong Thi“ , fahre 100 m entlang der Pagodenmauer und dann lächelt er mir schon entgegen- der West- Lake. D.h. heute lächelt er nicht- es ist alles grau in Grau- aber trocken!!
Ich biege in die Uferstraße ein. Diese führt über ungefähr 8 km entlang des Südufers. Der Straßenbelag ist gut asphaltiert. Mittlerweile weiß ich auch schon fast auf der ganzen Strecke, über welchen Gully-Deckel ich fahren kann und welcher Kanaldeckel aus Beton besser zu umfahren ist. Und meistens gelingt mir das auch.
Um diese Zeit ist der Verkehr relativ ruhig. Zu den Hauptverkehrszeiten früh und abends ist die Anzahl der Zwei- und Vierräder aber auch hier mindest doppelt so hoch. Die Straßenbreite lässt es zu , dass zwei PKW ( auch Cheeps) bequem aneinander vorbeikommen. Wenn aber aus irgendwelchen Gründen irgendjemand anhält oder irgendetwas am Rande steht, dann staut sich ganz schnell ein Knäuel zusammen, zumal der Gegenverkehr ja eigentlich auch niemals richtig abreißt. Ganz besonders oft passiert dies an den zwei „ neuralgischen Punkten“ dieser Strecke- einer Schule und einem Kindergarten.

Noch fließt der Verkehr ruhig dahin...


... an der gleichen Stelle , nur 10 Minuten später..

Zumeist werden die lieben Kleinen gebracht und abgeholt und so ist für die Dauer von ca. 30 Minuten das Chaos perfekt.
Aber momentan komme ich zügig voran.
Rechter Hand passiere ich einige Verwaltungs- und viele Wohngebäude, ein „ Bia Hoi“ – Bierlokal mit „ dem Charme einer Industrie- Lagerhalle“ und viele kleine und mittlere „ Ca Phe`s“ und Restaurants. Auf der gegenüber liegenden Uferseite
weitet sich der mit Bäumen bestandene Fußweg einige Male zu kleinen, ordentlich gepflegten Parks .

Überall stehen Tische und Bänke der Gastronomen und abends ist die ganze Promenade ein beliebter Treff von geselligen Gruppen und vor allem von Paaren.
Nicht zu vergessen sind aber auch die vielen Angler , am Ufer und teils auch im Wasser stehend, und die zahlreichen „ Bewegungs- Enthusiasten“ aller Altersgruppen, die joggend, walkend und/oder mit Gymnastik ihren Körper in Schwung halten und frische Luft tanken. An einem Platz trifft sich sogar jeden Abend eine Aerobic- Truppe. Schon von Weitem hört man dann die „ heißen Rhythmen“ und das „ Mot, Hay, Ba, Bon....“ der Taktzählerin.

So, nun biege ich von der Promenade ab und fahre durch ein kurze Verbindung auf die Pho Thuy Khue . Für die PKW`s ist das eine Einbahnstraße, nicht aber für die Mopeds. Hier herrscht eigentlich zu jeder Tageszeit starker Verkehr. Erschwerend kommt dazu, dass der Fahrbahnbelag hier „ einige Überraschungen parat hält“. Das ist besonders „ kribbelig“, weil man bei der Verkehrsdichte gar nicht richtig vorausschauend fahren kann – äußerste Konzentration ist angesagt!! Denn der Verkehrsfluss wird durch die emsige Betriebsamkeit von Geschäften, Straßenhändlern und vielen anderen an beiden Straßenseiten noch stark beeinträchtigt. Gerade wurde auf der Gegenseite offensichtlich wieder ein Geschäft abgewickelt und ein Moped wird beladen. Da muss sich nun alles daran vorbei quälen.

Uff, das wäre erst mal geschafft! Ich verlasse die Thuy Khue und biege in eine Verbindungsstraße zur Hoang Hoa Tam ein. Diese ist eigentlich für PKW gesperrt- wie gesagt „ im Prinzip“....
Aber dennoch ist es hier relativ ruhig – 20 Sekunden zum Luftholen und Entspannen. Rechts liegt die Stadtgärtnerei- leuchten da nicht gerade blühende Balsaminen durch den Maschenzaun?

So, nun kommt der erste Höhepunkt der Fahrt- die Überquerung der Hoang Hoa Tam. Eigentlich ist das eine richtige Kreuzung, auf der jeder aus jeder Richtung kommen und in jede Richtung fahren kann- also Whooling in der 3. Potenz. Manchmal versuchen Polizisten den Verkehr zu regeln, aber die werden sowieso nicht so ganz für voll genommen.
Und wie durch „ wundersame Fügung“ fährt jeder an jedem vorbei in seine gewünschte Richtung. Aber das Whooling bleibt in der engen Straße.
Im Dezember lagen hier über mehrere Wochen Kabel auf der Straße. Wenn man bedenkt, dass man da jedes Mal über mehrere Tausend Volt gefahren ist......

Nach der letzten Kurve weitet sich die Straße hinter dem Ho Chin Minh – Museum. Jetzt wird schon mal das Gas aufgedreht, auch wenn auch hier Überraschungen durch Straßenbelag und/ oder Verkehrsteilnehmer- egal , ob zu Fuß, per Fahrrad, Moped oder PKW, nicht auszuschließen sind- Uih!!! Das war eng!! Günter, ruhig bleiben- Du musst keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Und wenn Dich auch manch „ scharfe Mieze“ überholt und mach jugendlicher Held dir den Weg abgeschnitten hat, dann wird dein Image nicht angekratzt - schön ruhig bleiben!!!!

Und nun kommen Schlag auf Schlag die absoluten Höhepunkte der Fahrt:
Als Erstes links einbiegen in die Le Hong Phong . Diese verengt sich hier von einer vierspurigen Alle mit baumbestandenen Mittelstreifen
...hier kommen sie her...


in die Doi Can als eine normal enge Vorstadtstraße.
... und hierhinein wollen sie...
Noch ist alles ruhig, aber 1 h später drängelt und „ wuselt“ sich hier alles voran- erstaunlich wie lange man einerseits, fast im Stehversuch das Moped gerade halten und andererseits sich als motorisiertes Laufrad durch die Autos hindurchschlängeln kann.
Überhaupt- die Autofahrer: Sie können einem schon fast leid tun. Sie werden sehr oft von den Zweirädern auf nahezu unverschämte Art und Weise gedrängelt und geschnitten und mit ihrem Fahrkünsten ist es meist auch nicht weit her. Letztens mussten wir beobachten, wie ein Mercedes die „ höchsten Ansprüche an die Fahrkunst“ meistern musste- er wollte einfach nur rechts um 90 Grad abbiegen- ohne Gegenverkehr und störende Mopeds.- Wunder- über Wunder- nach 1x Zurücksetzen hat er das sogar geschafft!!!!
Und dann wollen/ sollen die Fahrer das „ heilige Blechle“ , das oft genug nicht mal ihnen gehört, auch noch unversehrt an das Ziel bringen- und das Tag aus , Tag ein, im immer währenden Chaos!!

So, das wäre überstanden. 400 m zum Entspannen auf der Allee... Arme und Schultern locker lassen!!! Hoi, der Fahrer mit dem Sozius und der Holzsäule ist doch wieder vor mir. Den habe ich doch schon zwei mal überholt- offensichtlich ein „ Drängelprofi“ an den Kreuzungen. Dafür überholt mich die Dame mit dem karierten Mantel auch schon zum ... mal. Wahrscheinlich ist sie an den Kreuzungen etwas zögerlicher?? Oder ist es manchmal einfach nur das Glück, den richtigen Vordermann zu finden??

Jetzt wieder rechts abbiegen und schon kommt der nächste Knäuel in Sicht- an der Tranh Phu ist fast die gleiche Situation wie an der Doi Can. Nur geht’s diesmal über eine Kreuzung. Und gleich darauf kommt nach 200 m die erste und einzigste Ampel auf dieser Strecke- schließlich wird eine der großen Hauptstraßen im Stadtinneren überquert. Auch hier wird gedrängelt und die kleinste Lücke ausgenutzt, um eine Startposition möglicht weit vorn zu erreichen. Und links neben den PKW ist ja auch noch Platz- wenn auch schon längst auf der Gegenspur:
Aber gegenüber in der Gegenrichtung vollzieht sich Dasselbe. Erstaunlich , dass beim Ampel-Grün bis zur Kreuzungsmitte alles sich wieder eingereiht hat und man nicht aufeinander prallt.

Nach der Ampel geht’s noch 300 m am Stadion linker Hand vorbei. Man fährt schon fast unter den weit ausladenden Sitzplatz- Traversen hindurch.
Ganz selten gelingt es , in direkter Fahrt in die Cat Linh rechts einzubiegen , aber meistens ist es das nun schon gewohnte Drängeln und Schlängeln. Etwas kompliziert wird es noch dadurch, das unmittelbar an der Ecke ein Gullyeinlass halb eingebrochen ist und die meisten Mopedfahrer noch versuchen, diesen zu umfahren.
Auch das wird bewältigt und nach ca. 300 m muss der Gegenverkehr wieder bremsten,



weil irgendein ein Idiot unbedingt im dicksten Verkehr auf die linke Seite will. Diesmal bin der
„ Idiot“ ich selbst, denn die VDB liegt eben nun mal auf der linken Seite.
Geschafft!! Auf dieser Tour betrug die Fahrtzeit für die knapp 8 km 16 Minuten. Der bisherige Rekord liegt bei 12 min ( in der verkehrsarmen Mittagszeit). Ich habe aber auch schon fast 40 min gebraucht....

Montag, 22. März 2010

Vor dem Tet und nach dem Tet

Das Tet-Fest ist eigentlich der jährliche Höhepunkt im Leben all der Völker, bei denen der Chinesische Mondkalender noch eine große Rolle spielt- so eben auch in Vietnam.
Der konkrete Termin richtet sich nach der Mondphase: In diesem Jahr begann das neue Mondjahr mit dem Neumond im Februar – also am 14.2.
( nach unserem Kalender). Dieses neue Jahr ist das „ Jahr des Tigers“. In Vietnam ist es besonders bedeutungsvoll, weil 2010 das große Jubiläum zum 1000 jährigen Bestehen der Stadt Hanoi gefeiert wird.
Traditionell laufen die Vorbereitungen darauf hinaus, in der Familie alles dafür zu tun, dass das neue Jahr glücklich beginnen und verlaufen kann. Da bedeutet insbesondere, dass das Haus/ bzw. das Geschäft sich ordentlich präsentiert. Da wird geputzt und gewienert, Lichterketten werden installiert und Blumen gepflanzt. Weiterhin ist wichtig , dass alle Familienmitglieder genügend zu essen und ordentlich Kleidung haben . Da ist naturgemäß der Andrang in den Geschäften besonders groß. Kollegen berichteten von Wartezeiten von bis zu 45 Minuten an den Kassen in der Metro.
Und für uns Europäer schwer vorstellbar: Die Familie schließt unbedingt die Ahnen mit ein.!!!

Ab Mitte Januar wird die Unruhe spürbar , die scheinbar das ganze Land erfasst . In unserem „ floristischen Spaziergang“ hatte ich ja schon einige Anzeichen beschrieben. Damals konnten wir ja noch nicht ahnen, dass dies erst der Anfang einer unwahrscheinlichen Betriebsamkeit sein sollte. Von Tag zu Tag nahm der Transport von Tet- Bäumchen im Straßenverkehr -zu- immer mehr, immer größer- immer gewagter die Fuhren
die da „ von Hier nach Da“ und im Gegenverkehr „ von Da nach Hier“ kutschiert wurden. Das anfänglich dominierende
„Orange“ der Apfelsinenbäumchen wurde zunehmend durch das „Rosa“ der Pfirsich - oder Aprikosen-Stämmchen ergänzt. Und immer mehr tauchten auch gelbe Farbtupfer auf.
Das „Gelb“ ist eigentlich im Süden des Landes traditionell, hat aber mittlerweile auch den Norden erobert.
An vielen Straßenecken und Plätzen werden die Bäumchen verkauft- mancherorts entstanden richtige kleine „ Weihnachtsmärkte“.
" Weihnachtsmarkt " mit blühenden Astern- das sieht man ja auch nicht alle Tage

Nur eben, dass dort eben nicht Glühwein und Bratäpfel die
„ Verkaufs-Hits“ sind, sondern allerlei Geschenke für die Lebenden und die Ahnen und natürlich Blumen.

Je weiter wir uns dem Tet- Fest nähern, um so mehr kommen auch blühende Zweige sogar größere , knorrige, aber blühende Bäumstämme zum Angebot- da müssen ganze Plantagen abgeholzt worden sein....
Ob hier selbst der " Müll- Mann" sein Gefährt geschmückt hat-oder der erste Stamm schon wieder entsorgt wird????

Eine Rarität hatte ich sonst noch nie zu Gesicht bekommen:
Drachenfrüchte am „Stamm“


All diese Aktivitäten werden von Seiten der Gesellschaft nicht nur toleriert, sondern die
„ öffentliche Hand“ beteiligt sich selbst daran. Baustellen werden „ mit Macht“ fertig gestellt und die ganze Stadt putzt sich heraus. Unmengen von Blumen und Tet- Bäumchen wurden entlang der Straßen gepflanzt- zu unserem Vergnügen bekam die Promenade am West- Lake davon besonders viel ab. Geschäfte und Institutionen, auch Kindergärten schmücken sich mit Tet- Bäumen und das
„ Chuc mon Nam moi“ ( auf “ gut deutsch” Happy New Year) prangt auf Tafeln , Spruchbändern oder Blumenarrangements.
Und die Betriebe und Einrichtungen zahlen sogar einen Teil der Löhne und/ oder irgendwelche Sonderzahlungen als „ Pagodengeld“ aus- neue 500 VND- Scheine- die sind rot und das ist wichtig für das Glück!!!

Der absolute Wahnsinn herrscht in der Altstadt. Wer sich schon einmal sonnabends nachmittags durch einen deutschen Weihnachtsmarkt hat drängeln und schieben lassen, der hat eine ungefähre Ahnung von dem Chaos , das sich tagelang in den engen Straßen abspielt.

was die „Mopedianer“ dennoch nicht hindert, sich auch da durch zu wuseln).
Dafür geht’s in den übrigen Straßen noch viel enger zu als sonst üblich. Am 10.2.- einem ganz normalen Wochentag- ging dann schon vormittags stellen weise gar nichts mehr.
Die Leute benehmen sich eben so, als ob in Deutschland Weihnachten, Sylvester , Ostern und Pfingsten auf einen Tag zusammenfallen.......

Wir sind diesem ganzen Trubel entflohen und haben in Laos vom ganzen Fest nichts mehr wahr genommen. Augenzeugen berichteten noch von großen Menschenscharen in der
„ Neujahrsnacht vom 13. zum 14.2“ um den Hoan Kiem See. Das große zentrale Feuerwerk
( private Raketen und sonstige Knaller sind seit einigen Jahren wegen der Brandgefahr verboten!!) „ verpuffte“ aber ziemlich im Nebel, der sich pünktlich zum Tet über Hanoi gelegt hatte...

Nach dem alten Brauch gehört der erste Tag des neuen Mondjahres der Familie, am 2. Tag besucht man die Pagode und am 3. Tag Lehrer und Freunde. Und weil viele Vietnamesen zum Tet zu ihren Familien „ aufs Land“ gefahren sind, kommt das gesellschaftlich Leben in diesen ersten Tagen nahezu zum Erliegen. Und noch am 22.2. war es in der Altstadt wohltuend ruhig. Alle Spuren waren beseitigt und von der Hektik und dem Stress war nichts mehr zu spüren.
Interessanterweise konnte man dann in den nächsten Tagen wiederum viele Tet- Bäumchen unterwegs beobachten. Nein, das waren keine Nachzügler! Offensichtlich werden viele dieser Bäumchen übers Fest nur geliehen und gehen dann wieder zurück in die Plantagen, um dort langfristig wieder auf das nächste Tet vorbereitet zu werden.
Und ganz so ruhig war es auch nicht überall. In den Pagoden und Tempeln herrscht Hochbetrieb- an einigen bestimmten Tagen und an einigen Tempeln mit größtem Massenandrang. Auch in unserer Nachbar-Pagode hielt der „ Dauer- Sing-Sang, untermalt mit Trommeln und Glöckchen“ fast den ganzen ersten „ Lunar-Mond“ an.
Ob jung oder alt, ob allein oder mit Familie, alle wollen / müssen Kontakt zu den Ahnen suchen, Ihnen Geschenke bringen und Ihnen berichten, wie es den Lebenden geht. Und natürlich werden die Ahnen, Buddha und die verehrten Persönlichkeit um Schutz und Beistand für die Familie gebeten. Und wie tut man dies am besten?? Richtig, mit Geld!!
Überall auf den Altären in den Tempeln und Pagoden werden Geld- Scheine deponiert. Selbst die steinernen Tempelwächter werden in Reihen der zu Bittenden und zu Beschenkenden mit einbezogen.
Wir konnten aber nicht schlüssig ergründen, ob die Familien dies nun nur an einem Tag und an einem Ort tun, oder ob sie ihr „ Pagodengeld“ und andere Scheine an mehreren Tagen und an verschiedenen Orten einsetzen. Egal, an welcher rituellen Stätte wir uns in diesen Tagen aufhielten- es waren immer Opferwillige zu Gange...

Montag, 15. März 2010

Laos- Trip- Ein Nachtrag

Der folgende Text ist zeitlich zwischen dem Lao-Spirit und Luang Prabang einzuordnen. Ich hatte ihn zurückgehalten in der Hoffnung, doch noch Bilder hinzufügen zu können. Aber bis heute ist es mir nicht gelungen, die Kamera zu aktivieren. Die Gründe lest Ihr weiter unten....
Und zwischenzeitlich ist auch das Picasa- Album von Luang Prabang gefüllt!!!


Kajak-Tour

Für die nächsten drei Tage haben wir ein Hotel in Luang Prabang Altstadt gebucht. Die Fahrt dahin wollen wir per Kajak wagen- unser Gepäck wird direkt ins Hotel gebracht.

Wir besteigen einen Zweierkajak und unser Guide einen Einer. Die ersten Kilometer ist der Fluss ruhig mit kleineren, leicht zu bewältigenden Strömungen. Wir passieren Gärten und Felder am Ufer, Wasser-Büffel, Angler und Menschen, die in mühseliger Arbeit Sand und Kies aus dem Flussbett gewinnen.

Den Lunch-Stopp legen wir in der Mahout- Lodge ein. Auch hier kann man übernachten und vieles mit Elefanten unternehmen. Das Ressort steht unter laotischer Leitung und ist keinesfalls zu vergleichen mit dem Lao Spirit.

Auf der weiteren Strecke wird der Fluss etwas rauer. Ja und an einer Stromschnelle ereilt uns das Schicksal, das uns auf allen bisherigen Paddel-Touren verschonte. Irgend ein Stein war im Wege , gepaart mit Unachtsamkeit oder Unvermögen- wir kentern!!
Zum Glück passiert nichts Schlimmes – Vera findet sehr schnell zum Kajak des Guide und ich kann auch unser Paddel und Boot einholen. Außer dem obligatorischen blauen Fleck nehmen wir keinen Schaden. Nur die Kamera konnte ich bisher noch nicht wieder zum Leben erwecken ( Das Unterwassergehäuse war leider in Hanoi verblieben!!!).

Nach dieser „ Einlage“ meistern wir noch einige Kilometer ruhige Fahrt und auch noch weitere Stromschnellen- diesmal alle schadlos. Nach ca. 4 1/2 Stunden kommen wir dann doch ziemlich erschöpft, aber auch etwas stolz in Luang Prabang an. Leider erwartet uns hier nicht – wie versprochen- ein Fahrzeug mit unserem Gepäck und Wechsel-Kleidung, das uns gleich zum Hotel bringt. Sondern, nach dem Verstauen der Boote auf einem Transporter, fahren wir in unserem „ Kanuten- Outfit“ mit einem Tuck-Tuck in das Tour-Office und gehen dann zu Fuß ca. 300m zum Hotel- der einzigste organisatorische Schwachpunkt dieser Tour.
Dafür entschädigt uns dann die Freundlichkeit der Hotelrezeption, die uns auf Fürsprache des Guide ohne jegliche Papiere ( die sind ja noch im Gepäck, was erst später angeliefert wird) einchecken läst!!!

Freitag, 12. März 2010

Laos- Trip: Ein Fazit:

Es war eine wunderbare Reise !!! Sie führte uns in eine neue Welt im asiatischen Raum.
Wir waren begeistert von der Vielfalt und Schönheit der Natur. Die buddhistischen Bauwerke und die Zeremonie der Mönche beeindruckten uns sehr; noch viel mehr aber die Freundlichkeit und Gelassenheit der Menschen- hier gibt es keine Hektik und Betriebsamkeit.
Aber sehr schnell kommen einem aus der Sicht eines Europäers und eines Menschen, der längere Zeit mit der Entwicklungs- Zusammenarbeit konfrontiert war viele Fragen in den Sinn:
- wann werden diese Menschen „ aufwachen“? Nach wie viel Generationen werden TV und die Begegnungen mit den Touristen so viele Bedürfnisse nach Veränderung ihres Lebens hervorrufen, dass sie ihr Leben auch wirklich gravierend ändern wollen?

- Bleibt dann die Ursprünglichkeit global „auf der Strecke“? (siehe das Beispiel der Häuser aus Betonsteinen im Dorf neben den Eli- Camp). Gibt es da ethnographisch verträgliche Lösungen oder steigt die Anzahl der Museen drastisch? Wo ist dann die Grenze zwischen Ursprünglichkeit und Show??

- Wie kann ein sinnvoller Umgang mit der Natur nachhaltig erreicht und durchgesetzt werden? Die meisten Zeugnisse von Entwicklungsprojekten, auf die wir in den letzten Jahren in vielen Ländern und so auch in Laos stießen, waren zumeist irgendwelche „ Ruinen ohne Nachhaltigkeit“. Waren die Ziele dieser Projekte zu ambitioniert, ohne dass sie von den Menschen vor Ort auch wirklich adaptiert worden waren ? Nicht nur von den deutschen Betreibern des „ Lao Spirit“ hörten wir die Erfahrung, dass ohne permanente Kontrolle und „sanftem Druck“ ein Unternehmen in den laotischen Trott abgleitet

- wie lange werden die Mönche die teilweise heftige Aufdringlichkeit der Fotografen bei der Morgenprozession noch ertragen? Wie lange wird die religiöse Duldsamkeit dieser Länder noch anhalten, dass ganze Bevölkerungsschichten von Spenden leben ??


Fragen , über Fragen – auf die wir wohl keine so umfassende Antwort finden werden. Also lassen wir die Fragen und sagen doch ganz einfach

Es war sehr , sehr schön!!!!

Ein kurzer Vergleich zwischen den beiden Nachbarländern sei noch gestattet ( nach dieser kurzen Zeit sicherlich nicht umfassend und tiefgründig genug):

In Laos
- ist es ruhiger und gemütlicher, noch wesentlich dörflicher.
- ist der Anteil der Zwei- Räder am Straßenverkehr
verschwindend gering
- liegt das Preisniveau in vielen Bereichen
(Speisen, Getränke, Verkehrsmittel) deutlich über dem in
Vietnam: Das hat uns sehr verwundert!
In Vietnam
- sind die Menschen aktiver; nicht nur im Straßenverkehr- zumeist
sind die Leute hier immer mit irgendwas beschäftigt
- ist das Lebensniveaus in Durchschnitt erheblich höher
- sind die Mädchen und jungen Frauen im Durchschnitt schöner und
attraktiver (wohlgemerkt, wir waren nur im Norden von Laos, wo
zumeist die Bergvoelker - Hmuong- leben)

Donnerstag, 11. März 2010

Laos –Trip: Buddha Park

Vom Busterminal in Vientiane aus fuhren wir als „ Bus- Feteschisten“ mit einem Linienbus ca. 25 km südöstlich zum, ebenfalls
am Ufer des Mekong gelegenen
Wat Xieng Khuan , dem Buddha-Park. Der Bus hat zwar feste Abfahrtszeiten und Haltestellen, aber sonst erinnerte er uns sehr an die Praxis der „Marshrutkis“ in Kiev oder Baku: Halten auf Zuruf, Bezahlen beim Fahrer beim Aussteigen...
Im Park lies eine religiöse Persönlichkeit ab 1958 zahlreiche buddhistische und auch hinduistische Betonfiguren errichten- darunter der liegende Buddha und der dreiköpfige Airavata.
Ein Vergleich mit dem Dino- Park in Klein Welka ist durchaus naheliegend..

In dieser Kugel gelangt man zuerst in „die Hölle“, um von da aus über komplizierte Stufen
„ den Himmel“ zu erreichen, von dem sich ein guter Überblick über den Park bietet.

( wie üblich- mehr Bilder in der Galerie)

Mittwoch, 10. März 2010

Laos Trip-Vientiane

Und wieder sitze ich auf dem Balkon eines Hotels- diesmal des „Vonsana Riverside„ in Vientiane.
Gerade, so gegen 18 Uhr, hat noch die Sonne die Szene über dem Mekong in spektakuläres Licht versetzt und ist dann im Dunst versunken.
Keine 50 m vor uns beginnt das Flussbett des Mekong. Auf seiner weiten Reise - aus China kommend über Thailand nach Laos – scheint er hier eine Ruhepause eingelegt zu haben, eher er dann wieder weiter nach Süden zieht , um letztendlich in Vietnam in das chinesische Meer zu münden. Jetzt – in der Trockenzeit- nimmt er nur ungefähr ein Fünftel seines Bettes ein und präsentiert auf der trockenen Fläche weite Sandbänke. Diese werden etwas weiter flussabwärts auch intensiv abgebaut. Große Bagger und tonnenschwere LKW sind zu Gange. Welch ein Unterschied zur Sand- und Kies-Gewinnung mit Eimer und Boot 500 km flussaufwärts !!!
Der Fluss bildet hier über weite Strecken die natürlich Grenze zwischen Laos und Thailand. Im Dunkeln leuchten die Lichter einer thailändischen Stadt und etwas später werden die Klänge einer Disco aus dem Nachbarland herüberschallen. Glücklicherweise nur bis 23 Uhr, denn dann ist auch in Thailand das Nachtleben vorbei....und es zieht wieder angenehme Ruhe ein.

Aber auch am Tage präsentiert sich Vientiane- die Hauptstadt von Laos- als ruhiges,
„ betuliches“ Städtchen mit großen breiten Strassen und Alleen und einem Viertel mit kleinen Gassen. Keine Hektik, kaum Straßenlärm, kein irrsinniges Gehupe, sehr wenig Mopeds –aber Tuk-Tuks in größerer Anzahl in verschiedenen Größenklassen. Dafür trifft man auch hier allerorten auf Tempel und Stupas . Viele der Tempel
wie hier der Wat Impeng sind frisch restauriert und strahlen goldglänzend in der Sonne.

Farbenprächtige Bilder im Wat Impeng


Wat Onglü - eine große Klosterschule


Nur die beiden ältesten Tempelanlagen sind noch in ihrem ursprünglichen „ Outfit“ zu sehen. Bemerkenswert auch hier die Sammlungen unzähliger Buddha- Figuren- sowohl im ältesten Tempel Wat Si Saket ( heute noch aktives Kloster und zugleich nationales Denkmal) , als auch im Ho Pha Keo ( heute nur noch Museum). Dieser war lange Zeit Heimstatt des legendären „ Emerald- Buddha“ ( aus grünem Nephrit), der 1779 von siamesischen Truppen nach Thailand entführt wurde. Heute ist die Statue in Bangkok zu bewundern. Im Garten ist ein Exemplar der legendären Steingefäße von der „ Ebene der Tonkrüge“ zu besichtigen.

Etwas außerhalb des Stadtzentrums „schlägt das politische Herz“ des Landes. Hier befinden sich das moderne Gebäude der Nationalversammlung und das Nationalsymbol von Laos- der Stupa That Luang. Der ebenerdige Wandelgang ( 91 x 91 m ) und die drei Terrassen glänzen in vergoldetem Stein.

Den Zugang „ bewacht“ eine Statue des Stifterkönigs Setthathirad und zwei Klöster flankieren die imposante Anlage an der Nord – Seite ( Wat That Kuang Neua- leider z.Z. in Rekonstruktion) ) und
an der Südseite ( Wat That Luang Tai) – Residenz des Oberhauptes der Buddhisten in Loas. Hier pulsiert aktives Klosterleben!!!
Insgesamt wird das Stadtbild von Vientiane nicht so sehr von Mönchen geprägt wie in Luang Prabang. Ihr Auftreten konzentrierte sich mehr auf die Tempel und Klöster .(oftmals auch als Besuchergruppen).

Und auf dem Rückweg zum Stadtzentrum kann man das Siegestor Patu Xay nicht verfehlen- der „laotische Arc de Triumph“ . Von oben hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt mit der Lane Xang Avenue und auf ein interessantes Objekt – die Anlage der Begräbniszeremonien.
hier sehen wir das Krematorium

Nicht weit davon entfernt befinden sich der Talat Sao, der ganztägig geöffnete
„ Morgenmarkt“ und das Busterminal.

( mehr Bilder sind, wie immer, in der Galerie zu sehen)

Freitag, 5. März 2010

Busfahrt von Luang Prabang nach Vientiane

Seit Stunden schon quält sich der Bus über endlose Serpentinen bergauf und bergab- und das auf Straßen, wo schon jeder Gegenverkehr höchste Anforderungen an das Fahrvermögen stellt. Aber die Passagiere werden mit tollen Ausblicken auf die Landschaft verwöhnt und so manchen Fotografen reizt der „Schuss“ durch die Fensterscheibe, auch wenn diese einige Risse „ zieren“.

Ständig wechselt die Landschaft: einige wenige Plantagen und Zeugnisse der Brandrodung werden von urwüchsigem Dickichten abgelöst. Von der Ferne leuchten einzelne Blütenbäume in Rot und in Blau (!!! ) aus dem wechselnden Grün.
Und auf dem höchsten Abschnitt der Tour wird es sogar teilweise karg.
Die Berge der Umgebung reichen immerhin bis auf 2.500 m Höhe .

Auch einige Siedlungen und Städte passieren wir – alle relativ ärmlich.

Aber die Sat- Schüsseln stehen auch an den entlegendsten Orten.

Wir hatten uns nun doch entschieden, diese Strecke ( 400km) mit dem Bus ohne Zwischenübernachtung zu überwinden.
Im VIP- Bus

haben wir für je 130.000 Kip ( ca. 12 €, incl. „ Lunch“ und 1 Flasche Wasser) zwei Plätze- es wurden tatsächlich nur die Sitzplätze verkauft und unterwegs wird auch nicht „ zugeladen“!!!!!
Im „ Doppeldecker“ schaukelt es ganz schön in der oberen Etage- auch wenn der Straßenbelag fast durchgängig einigermaßen gut asphaltiert ist . Aber die Sitze sind überraschenderweise recht bequem, so dass selbst die 10 h Fahrt nicht zur Tortur ausarten. Ein kurzer Rast auf der Strecke – für die Raucher und sonstige Bedürfnisse-

.... und schnell noch ein Foto von tollen Blüten...


und der Lunch-Stop bieten kurze Abwechslungen. Das Essen – nun ja – es sättigt....

Beim letzten Stop in Vang Ving steigen mehrere Reisende aus, weniger zu .
Und von hier aus sind es nur noch drei Stunden durch doch schon erheblich flacheres Land mit vielen Reisfeldern .


Übrigens:
Die Buchung der Tickets verlief recht kurios:
Ort der Handlung: eines der zahlreichen Tour-offices auf der Hauptstrasse in Luang
Prabang
Wir: wir möchten gern 2 Tickets für den VIP- Bus morgen nach Vientiane
Office agentin: um 8 oder um 9 Uhr? Der Preis ist 130.ooo KIP je Person
incl. Lunch, gleich hier zu bezahlen
Wir : um 9 Uhr
Unsere Daten werden in ein Formular eingetragen, einschließlich Hotel mit Zimmer-Nummer.
Danach wird angerufen.....
Office agentin: Sorry , aber beide VIP-Busse sind ausgebucht. Es fährt der normale
„ Air Condition-Bus“ um 7 Uhr. Da müssen Sie schon
1 h vorher am Busterminal sein und dort selbst bezahlen.
Wir: Hmm, nicht gerade ideal: Das ist aber bei allen Agency`s so, oder
wollen sie nur einen bestimmten Bus füllen? ( unsere Vietnamesische
Erfahrung provoziert diese Frage)
Office agentin: ( leicht verärgert) Das ist
überall so, schließlich habe ich ja beim Bus-Terminal angerufen
Wir: Was bleibt uns anders übrig, Bitte reservieren Sie uns zwei Plätze.
Wieder werden die Daten in ein neues Formular eingetragen, doch mittendrin wird doch erst angerufen
Office agentin: Sorry, die Abfahrt des Busses hat sich geändert, er fährt schon 6:30 Uhr , aber Sie müssen trotzdem 1 h vorher
dort sein
Empört verlassen wir das Office.

Was Nun ? Nächster Versuch im Office gegenüber.
Nach ähnlichem Beginn des Dialogs greift die Frau gleich zum Hörer, reserviert zwei Plätze im VIP – Bus um 9 Uhr und gleich noch ein Tuk-Tuk für je 20.000 KIP , das uns vom Hotel zum doch weit außerhalb gelegenen Terminal bringen soll.
Mit zwei Tickets und banger Erwartung verlassen wir das Office ( Und – siehe oben- es hat alles geklappt!!)

Die Frau im ersten Office muss eine Vietnamesin gewesen sein, den noch abstruser war das Erlebnis einer jungen Frau aus Leipzig, das diese uns später in Vientiane erzählte:
Sie hatte mit einer Gruppe nach dem Tet- Fest in Hanoi den VIP- Bus von Hanoi nach Vientiane ( Fahrzeit 24 h !!!!!) gebucht.
Beim Einchecken war kein VIP-Bus „ vorrätig“, nur ein relativ schäbiger Linienbus. In diesem waren aber auch schon alle normalen Plätze besetzt. Der Gruppe wurden nacheinander angeboten:
Notsitze im Mittelgang mit Lehne, Notsitze im Mittelgang ohne Lehne, zusätzlich eingestellte Plaste -Höckerchen – wohlgemerkt für eine Fahrt über 24 h!!!
Erst nach standhaftem Beharren auf dem gebuchten VIP – Bus erschien dieser dann doch tatsächlich und rein zufällig waren dort gerade noch die gebuchte Anzahl Plätze frei.
„ That`s vietnamise bussines organisation !!!???“

Mittwoch, 3. März 2010

Laos-Trip --- Herstellung von Maulbeer- Papier

Im Handwerkerdorf, nicht weit von Luang Prabang entfernt, werden wir in die „Geheimnisse“ der Herstellung von Flies- Papier eingeweiht.
Eigentlich ist das ganz einfach:

Faserstränge aus Maulbeer- Holz werden eingeweicht und dann mit einem Holzhammer langandauernd weich geklopft. Unter Wasserzusatz entsteht eine Faserbrühe. Diese wird in Rahmen mit engmaschigen Sieben gegossen und zum Trocknen aufgestellt. Im richtigen Trockenzustand lässt sich der Bogen herauslösen und man hat einen einfachen grau-weißen Bogen aus „ handgeschöpftem“ Faserpapier, der dann noch weiter getrocknet und verarbeitet wird.

Für Papier mit Blütenmuster werden auf die Brühe im Rahmen Muster aus Blüten – oder sonstigen Blättern gelegt. Das fertige Muster wird dann Blatt für Blatt in die Schlempe gedrückt und danach erfolgt die Trocknung- fertig ist ganz tolles Blütenpapier!!

Im Dorf standen auch viele Webstühle- an einigen wurde sogar gearbeitet.

Ob aber all die überall angebotenen Stoffe wirklich handgewebt sind, lässt mich leicht zweifeln Denn in einer abseits gelegenen , nicht zugänglichen Halle hörte ich doch Geräusche, die ich als das mechanische Klappern von Webstühlen einordnen würde....