Wenn man sich für längere Zeit im Ausland aufhält, da vor
allem viele Entwicklungsländer bereist und aus dem „quirligen“ Hanoi kommt,
dann sieht man sein eigenes Heimatland doch mit ganz anderen Augen.
Pauschale Feststellung: Deutschland ist schön !!!!
Wir genossen die angenehm frische Luft, die auch bei 33 Grad
noch erträglicher ist als in Hanoi. 5
Wochen ohne Klimaanlage und das Schlafen mit offenem Fenster waren eine
Wohltat.
Es war angenehm,
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in Ruhe auf der Terrasse zu sitzen und den wunderbaren
Sternenhimmel zu betrachten- auch die ISS zeigte sich zwei Mal
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auf Fußwegen laufen zu können, ohne über Imbiss-Stände zu
stolpern und vor Mopeds flüchten zu müssen
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durch kühle Laubwälder zu wandern
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die Ordnung in der Landschaft allgemein, in den Städten und
Dörfern und auf den Straßen zu bemerken.
Mit wachem Sinn jedoch fällt einem so manches auf, was man
bei der Bewältigung des täglichen Alltags kaum beachten oder es als Normal
betrachten würde:
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Deutschland ist ein Land der Radfahrer
Unmengen an Fahrrädern werden von
Urlaubern auf PKW oder Wohnwagen auf
der Autobahn durch die Gegend gefahren. Zumindest in Mecklenburg gibt es ein
gut ausgebautes Netz von Fahrradwegen und man begegnet eher Radfahrern als
Wanderern. Man wundert sich schon, wenn man inmitten von Wiesen am Plauer See
exakt gepflasterte oder asphaltierte Radwege findet und von anderen Gegenden
hört, dass nicht genügend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen.
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Gleichermaßen ist aber der Motorisierungsgrad auf den
Gewässern unwahrscheinlich
angestiegen. Was da an
Motorbooten herumfährt oder in den in immer höheren Anzahl entstandenen Marinas
und Bootsliegeplätzen herumsteht, ist schon fast erschreckend- vom kleinen „
Delphin“ ( Faltboot mit Außenbordmotor) bis zur Luxusyacht.
Man kann eher ein Motorboot
ausleihen als ein Paddelboot. Und im nächsten Jahr wird die Grenze für das
Ausleihen ohne Bootsführerschein von 5 PS auf 15 PS angehoben- da wird das
Gewimmel sicher noch weiter ansteigen.
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Ob es nun nur an der
obigen Entwicklung liegt oder noch viele andere Einflüsse
wirken – wir hatten die
Mecklenburger Seen sauberer in Erinnerung !!
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Deutschland ist ein Reiseland: Die Urlaubssaison war ja nun
schon fast vorbei und in
den meisten Bundesländern hatte die Schule schon wieder
begonnen, aber die meisten
FEWO`s waren noch ausgebucht und auf den Straßen und
Gewässern war noch viel
Betrieb.
Eine tolle Losung fand ich: „Zum Arbeit zu alt, zum Sterben
zu jung, aber zum Reisen
topfit“
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Auch der Himmel über Deutschland ist stark bevölkert und der
Erfurter Luft-Raum
scheint ein wahres Drehkreuz zu sein- sowohl in der Nacht,
als auch am Tage zogen
die zahlreichen Flieger ihre Bahn.
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die Deutschen feiern gern. Was da allerorten an Feiern und
sonstigen Events geboten wird ist
beachtlich. Es scheint fast so, als wäre die Forderung aus dem alten Rom nach
„panem et circenses“ ( Brot und
Spiele) zur Beruhigung und Beschäftigung der Massen in neuer Form wieder auferstanden zu sein.
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Somit kann man also oberflächlich betrachtet schlussfolgern,
dass Deutschland ein
reiches Land ist und
man die öffentliche Diskussion mancher Probleme als „ Jammern
auf höchstem Niveau“ abtun kann.
Aber der Nimbus
Deutschlands als „ Land der
Ordnung, des Service und der Qualitätsarbeit“
hat doch bei näheren Hinschauen auch erhebliche Kratzer:
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Auf den wunderbaren Autobahnen häufen sich die Baustellen-
manche oft kilometerlang.
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Es tummeln sich auch viele „ Rüpel“ unter den Kraftfahrern.
Bei den meist hohen Geschwindigkeiten sind dann die Folgen von einem Crash
wesentlich höher. Und wenn gleich 2
Rettungs-Helikopter die Autobahn blockieren,
dann staut sich eben alles auch auf drei Spuren kilometerlang.
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Deutsche Qualitätsarbeit ist wohl nicht mehr das
Aushängeschild. Bei vielen Warengruppen findet man kaum noch das Prädikat „
Made in Germany“. Und wenn per Rundfunk die Empfehlung verbreitet wird, bei der
Wahl der KFZ- Werkstatt erst im Internet nach den Referenzen zu schauen, dann
ist es wohl mit der Qualitätsarbeit im Allgemeinen nicht mehr weit her, oder?
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Und wenn schon Service, dann hat der seinen Preis.
Unsere Oma bezahlte für die
Anfahrt eines Monteurs in Erfurt 30 Euro. Und die eigentliche Arbeit (
Auswechseln einer Glühlampe im Backofen) kostete dann noch mal 23 Euro!!!
Aber es gibt auch positive
Beispiele:
Im Urlaub hatten wir uns ein Paddelboot bestellt. Die Anlieferung
erfolgte pünktlich, aber das Wetter spielt nicht mit. So zog die
Lieferantin, ohne Umsatz gemacht zu
haben, wieder von dannen und berechnete uns dafür nur 5 Euro- lobenswert!!!
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Dass Qualität seinen Preis hat, merkt man auch ganz deutlich
am Nahverkehr. Wer ab
und an in Hanoi Bus fährt, dem verschlägt es beim Bus- oder Straßenbahnfahren in
Erfurt fast den Atem:
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Anzeige der
Wartezeit an der Haltestelle
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Absenken des Busses zum Aus- und Einsteigen
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Saubere Sitze
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Der Busfahrer begrüßt die Fahrgäste
Dafür kann man aber für den
Preis, den man in Erfurt für eine
Einzelfahrt mit Umsteigen innerhalb einer Stunde bezahlt, in Hanoi 15…16 Mal
einen Bus benutzen
Das war eine sicherlich nur sehr oberflächliche und
einseitige Betrachtung. Aber ins
Grübeln kommt man allemal, wenn man Deutschland mit „ dem Rest der Welt“
vergleicht.