Mittwoch, 19. Dezember 2012

Was wird denn da geerntet......Maniok


Das war uns bei mehreren Touren im November in das
 Gebiet von Hoa Lac aufgefallen:
Über lange Strecken lagen am Straßenrand weiße Scheiben 
zum Trocknen ausgebreitet.
 Nein, das war kein Holz, wie wir anfangs vermuteten.











Am 19.11. entdeckten wir dann auch die „Verursacher“: 


 Vor großen Haufen von bräunlichen dicken Wurzeln saßen meist Frauen an einer Art Häckselmaschine und „ schnippelten“ die Wurzeln. Diese wurden dann zum Trocknen auf dem Asphalt oder Beton ausgebreitet und abends zusammengekehrt und eingesackt.

Und schließlich entdeckten wir auch die Felder, auf denen selbst am späten Sonntag Nachmittag 

die Ernte noch im vollen Gange war. Alles wurde 
  getrennt aufbereitet und auf Mopeds verpackt:


- die noch grünen Blätter,











  und                                                                -  die bis zu 2 m langen Stengel und eben die Wurzeln. 
                                                                   Von denen wurde lediglich die Erde  abgeklopft, bevor  
                                                                    sie zur Weiterverarbeitung an den Straßenrand kamen.


Zu Hause gab uns dann „ Tante google“  Auskunft:

Wir hatten die Ernte von Maniok beobachtet, der hier im Norden Vietnams unter dem Namen „Kassava“ weit verbreitet angebaut wird. http://de.wikipedia.org/wiki/Maniok

Der Maniok (Manihot esculenta) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Manihot in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).
Maniok ist ein wichtiger Stärkelieferant und in der Lebensmittel- und Futtermittelherstellung weltweit verbreitet.

Doch auch  hier hat die Natur eine „ giftige Hürde eingebaut“ ( In meinem Beitrag zu den Giftpflanzen hatte ich ja schon ein Erlebnis mit der „Giftküche Natur“ geschildert) . 
Im rohen Zustand sind die Wurzelknollen giftig, da sie Glucoside, hauptsächlich Linamarin, enthalten
Bei Umsetzungsprozessen  wird dann u.a. auch Blausäure freigesetzt. Die kann aber durch intensives Lüften der zerkleinerten Wurzelknollen entweichen.
Nun wollen wir nur hoffen, dass dieser Trocknungsprozess am Straßenrand ausreicht, um alles  Gift aus den getrockneten Scheiben zu entfernen. Beruhigend ist ja auch noch die Info, dass der Glucosidgehalt sehr stark sortenabhängig ist und die sogenannten süßen Sorten wenig Glucosid enthalten. Genügend Abgasse, Straßenstaub  und andere „Geschmacksverstärker“ konnten die getrockneten Scheiben ja aufnehmen......

Dienstag, 18. Dezember 2012

Aktion Kiefernzweig erfolgreich beendet





Der vergangene Sonnabend bescherte uns doch noch richtiges Ausflugswetter und so starteten wir bei 25 Grad und Sonnenschein kurz entschlossen die schon zweimal verschobene Aktion - Kiefernzweige für den Advent holen.
In den Bergen von Soc Son  fanden sich erst ein nettes Plätzchen fürs Picknick

 und dann die Zielobjekte, die Kiefernzweige.

Wir genossen die angenehme Atmosphäre mit dörflicher Idylle, Ruhe und frischer Luft, in der sich stellenweise richtige Duftwolken von würzigen Kräutern oder unsichtbaren Blüten mischten.
Erstaunlich, was doch wenige Höhenmeter in der Luftqualität ausmachen können. Denn schon kurz nach Verlassen der Hügel tauchten wir auf dem Rückweg wieder ein in eine richtige Dunstschicht ein – entstanden aus den zahlreichen Bränden, mit denen die Reisbauern ihre wertvolle organische Masse der Erntrückstände „ entsorgten“.


Doch bevor wir den Rückweg antreten konnten, musste die Beute noch „ transportgerecht konditioniert werden“.

 Einige Kinder vor Ort und auch Erwachsene unterwegs wunderten sich doch etwas, wie sich die Ausländer so „ verkleiden“ können.

Und neben dem nun schon              
 traditionellen "Weihnachtsbaum" 




noch ein paar  Ergebnisse der kreativen Veredlung der Zweige durch eine Hobbyfloristin:



Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Dieffenbachie und der Blick ins „ botanische Gruselkabinett“

Heute – in einer schöpferischen Arbeitspause des „ elioffice“ - mal wieder eine Episode aus dem Leben in Hanoi, die allerdings schon etwas zurück liegt.


In Deutschland hatte  sie aufgrund ihrer schönen Blattzeichnung, ihrer Größe und auch ihrer Preise für mich den Nimbus einer „ vornehmen Zimmerpflanze“  -  eine Dieffenbachie.
Die meisten dieser Zierpflanzensorten  stammen aus de r Art mit dem botanischen Namen  Dieffenbachia seguine (Jacq.) Schott, Heimat: Westindien (http://de.wikipedia.org/wiki/Dieffenbachien).  Die Gattung Dieffenbachia gehört zur Tribus Dieffenbachieae in der Unterfamilie Aroideae innerhalb der Familie der Araceae (Aronstabgewächse). Mit dem Gattungsnamen Dieffenbachia  wurde übrigens  der langjährige Obergärtner des Botanischen Gartens in Wien  Joseph Dieffenbach (1796–1863) geehrt.

Etwas verwundert war ich hier in Hanoi schon vor längerer Zeit, als ich am Straßenrand eine ganze Menge ausrangierter Pflanzen fand, die offensichtlich in einem Grundstück zu groß geworden waren.
Einem kleinen Absenker gaben wir ein neues Domizil und freuten uns an dessen kräftigen Wuchs.   

 Und eines Tages bescherte sie uns sogar eine Blüte. Nicht so farbenprächtig wie die Hibisci oder spektakulär wie die Orchideen- eher fast in „ Tarnfarbe“ der übrigen Pflanze angepasst.


Das aber die Pflanze auch eine „dunkle Seite“ hat, stellten wir fest wesentlich später fest:

Vera bemerkte irgendwann an ihren Händen einen Hautausschlag. Auf der Suche nach den Ursachen kamen wir auch auf die Idee, dass unsere tolle Pflanze daran beteiligt sein könnte. Vera hatte tags zuvor mit bloßen Händen zwei welke Blätter entfernt. Mit etwas Salbe war die Sache recht schnell vergessen.

Vor reichlich zwei Wochen aber ereilte es mich. Am Hals und an der echten Brusthälfte bildeten sich erst Pickel, die sich rasch ausbreiteten und doch stark juckten und brannten.
Ja, ich hatte Pflanzen verschnitten und war sicherlich auch der Diffenbachie nahe gekommen.
Nun begaben wir uns auch zum Stöbern ins Internet. Und sieh da: es wimmelt nur so von Artikeln und Beiträgen in einschlägigen Foren über die „ Horror-Pflanze Dieffenbachie“. Sogar von Todesfällen von Kleinkindern und Forderungen nach dem totalen Verbot der Pflanze war die Rede.

Noch dramatischer wurde das Ganze mit dem Link zu den Giftpflanzen
Wir sind ja umringt von „gefährlichen grünen Ungeheuern“. Selbst solche Lieblingsblumen wie Azaleen und Rittersterne, Kirschlorbeer und Tulpe spielen im Konzert der Giftpflanzen fleißig mit!!!!
Nun ja, ganz so dramatisch ist das sicherlich nicht. Aber eine gewisse Vorsicht ist wohl doch angeraten.
Der Ausschlag ist u.a. dank Panthenol auch wieder verheilt…..