Gerade in den letzten Tagen, als wir aus dem Freundes- und
Bekanntenkreis von Augen- und Gallenoperationen hörten, hatte sich bei uns noch
mal die Hoffnung bestärkt, medizinische Einrichtungen hier in Vietnam niemals
von innen sehen zu müssen. Doch schon heute war ich gezwungen, die Hanoi Family
Medical Praktice aufzusuchen:
Beim eigentlich ungefährlichen Überqueren einer Straße mit
dem Moped lag ich plötzlich zusammen mit einem Vietnamesen auf der Straße.
Der erste Gedanke galt natürlich dem „Idioten, der mich da ungekarrt hatte“. Dieser suchte dann
auch schleunigst das Weite!
Der zweite Gedanke galt dem Moped, dem glücklicherweise
nichts passiert war
Der dritte Gedanke galt dem Eigen-check mit dem Ergebnis,
dass alle Knochen bewegbar waren. Erst nachdem ein hilfsbereiter Verkäufer
eines Honda- Dealers mich mit dem Moped von der Straße geführt hatte, bemerkte
ich doch ein tüchtiges Loch in der Haut auf der Oberseite des linken Oberarmes.
Ein dankbarer Gedanke, dass uns nicht noch ein dritter oder
vierter Verkehrsteilnehmer zusammengefahren hatte, kam mir eigentlich erst viel
später!!!
Der Verkäufer geleitete mich dann auch noch über die Straße
in eine Apotheke. Dort genoss ich dann die Grundkenntnisse einer Verkäuferin in
Erster Hilfe: Wund vorläufig säubern, Jodtinktur aufträufeln und Wunde
abdecken. Verwundet war ich nur, dass sie auch noch eine Kapsel eines
Medikamentes aufschnitt und dieses Pulver auch auf die offene Wunde streute.
( Später identifizierte ich dies als ein Antibiotikum) (
Kosten für diese Medikamente und Verbandsmittel: 20.000 VND)
So versorgt fuhr ich dann erst mal- leicht „ bedeppert“- mit
dem Moped nach Hause, um dort den Schaden erst mal richtig zu begutachten. Die Wunde
war doch erheblich und würde sich wohl nicht mit Selbstmedikamentation schließen.
Also fuhr ich dann nach Konsultation mit Freunden über die
geeignete medizinische Einrichtung in die o.ä. Klinik- auch wieder mit dem
Moped, denn alle Organe funktionieren ja normal. Die Klinik ist auch keine 10
min. Mopedzeit von uns entfernt.
Binnen kurzer Zeit wurde hier die Wunde fachmännisch
gereinigt, begutachtet und vom Chef- einem Iren- genäht und verbunden. Auch
der Arzt „verpasste“ mir Antibiotika.
Nach Begleichen der Rechnung ( 180,80 $) durfte ich dann
auch noch nach Hause fahren. Aber für die nächsten 5 Tage soll das Moped lieber
stehen lassen. Mal sehen, ob ich mich daran halten werde.
Am Samstag bin ich zur ersten Nachsicht einbestellt.