Freitag, 26. Februar 2010

Mönche in Luang Prabang

Ich sitze auf dem Balkon im Hotel „ Villa Senesouk“. Stimmengewirr und lautes Palaver hat mich geweckt- es ist kurz nach 6 Uhr morgens. Die Umrisse der direkt gegenüber liegenden Tempelanlage Wat Sane zeigen sich in der Morgendämmerung.
Auf der Strasse unter mir sind schon viele Menschen zu Gange. Auf dem Fußweg vor dem Tempel liegen jede Menge Matten ausgebreitet. In Abständen von 1-2 m sind Körbe aufreiht. Dahinter platziert ein mit Haedset und portablen Lautsprecher ausgerüsteter
„ Zeremonienmeister“ nun so nach und nach Mitglieder einer asiatischen Reisegruppe. Lautstark gibt er seine Anweisungen und auch scheint er mit einigen Witzchen die Menge zu erheitern. Davor flanieren andere Touristen en mass - auch viele Langnasen. Kamerastative werden in Position gebracht.
Gemeinsam harren alle der Dinge, die da kommen sollen. D.H. Dinge sollen ja gar nicht kommen, sondern die legendäre Mönchsprozession zum Einsammeln der Spenden.
Und so langsam geht es los. Im Tempelgelände versammeln sich die Mönche und auch aus anderen Tempeln in hinteren Straßenverlauf nähern sich weitere Gruppen.
Ihre orange- braunen Umhänge leuchten in des ersten Strahlen der Morgensonne und geben einen tollen Kontrast zu den weiß getünchten Mauern des Tempels. Sie haben auch einen Korb mit metallenem Sammelbehälter umhängen. Im Gänsemarsch ziehen sie gemessenen Schrittes an den Wartenden vorbei. Diese , teils auf Knien , teils stehend, geben jedem einzelnen Mönch mit den Fingern aus ihrem Korb ein Klümpchen Klebreis.
Das Ganze vollzieht sich ohne Worte. Nur die Kommentare der Touristen und das Klicken der Fotoapparate sind zu hören. Wie aufgezogen springen die Fotografen umher, um das beste Motiv zu erhaschen. Dabei kommen sie den Mönchen oftmals sehr aufdringlich nahe. Natürlich habe ich meinen Fotoapparat auch in Aktion, bemühe mich aber darum , mittels Teleobjektiv eine gewisse Distanz zu wahren – auch wenn ich zeitweise meinen „ Paparazzi- Platz“ auf dem Balkon verlassen habe.
Gemessenen Schrittes ziehen die Mönche vorbei, noch ganz junge- fast noch Kinder, die teilweise von einem Alt- Mönch
angeführt werden. Die meisten sind aber im jugendlichen Alter. Rein äußerlich scheinen sie das ganze Spektakel sehr gelassen zu nehmen- schließlich ist es ja tägliche Routine.
Nach ca. 20 min ist dann auch der letzte Mönch auf seinem Marsch bis in die Innenstadt vorbeigezogen. Nach den letzten Fotos fürs Familienalbum löst sich die „Spenderkolonne“ langsam auf und verlässt mit Freiluftbussen die Szenerie. Der „ Entertainer“ verlädt mit Gehilfen die Matten und Körbe auf Tuck-Tucks , Die Foto-Touristen sind auch schon verschwunden und die Straße liegt da im ruhigen Morgenverkehr , als wäre nichts gewesen....
Ist das nun für die Mönche wirklich eine Ernährungsgrundlage oder ist es nur noch Show ???
Vielleicht beides???

Natürlich ist das nicht die einzigste Attraktion von Luang Prabang. Die ehemalige Hauptstadt des Königreiches Laos am Mekong gehört seit 1995 zum Weltkulturerbe. Tempel in verschiedenen Baustilen,
hier der Tempel Vat Xieng Thong

Buddhafiguren zu Tausenden , Stupas von ganz klein bis riesengroß ( das sind Steinfiguren als Aufbewahrungsplatz für die Asche der Verstorbenen und/oder nur für die Verehrung von Buddha- meist vergoldet ,oftmals aber auch bunt geschmückt) und natürlich Mönche prägen das Stadtbild. Aber auch die Vielzahl von Hotels und Guest houses, Restaurants, Geschäfte und Reisebüros und natürlich die unzähligen Touristen geben der Alt-Stadt ein angenehmes Flair mit Ruhe und Gelassenheit. Keine Hektik! Richtig wohltuend für gestresste „Tet- Flüchtlinge“ aus Hanoi...
Und nicht zu vergessen der Sonnenuntergang über dem Mekong, beobachtet vom Ufer selbst oder vom Hügel Phou Si mitten in der Altstadt, und der Nachtmarkt.....

( Mehr Bilder, wie immer, in der Picasa- Galerie)

Mittwoch, 24. Februar 2010

Laos-Tripp--Trekking Tour

Auf dieser Tour führt uns ein Guide etwas in die Berge und das “ Ur- Land”. Es geht bergauf und bergab. Und sehr schnell wechselt die Landschaft, die insgesamt sehr stark durch das ‘ burn and flash- System” geprägt und auch geschädigt ist. D.h. ganze Landstriche oder auch einzelne Areale werden abgebrannt und anschließend während der Regenzeit bewirtschaftet.
Jetzt, in der Trockenzeit, wächst auf den Feldern nicht viel. Dabei ist der Begriff “Feld “ für unser Verständnis irreführend, denn im zähen Ringen mit der Natur werden Reis- und Maispflanzen gesetzt und diese müssen sich gegen Büsche und Wildkräuter behaupten. Warum aber die abgeernteten Reis- und Maispflanzen immer noch als Stroh herumstehen und nicht irgendwelchen Futterzwecken zugeführt werden, kann uns unser Guide auch nicht erklären.
Unterwegs kommen uns immer wieder Leute entgegen- zu Fuß oder auf dem “ Trecker”. Wohin die nur alle wollen??
Wir kommen zum ersten Dorf im laotischen Stil- der Wohnraum der Häuser befindet
sich im “ 1. Stock”. Darunter ist Platz für Gerätschaft und Tiere.
Blicke in das Innere der Hauser, auf die Ausstattung und auf die zum Trocknen aufgehängte Wäsche lassen uns erschaudern: die Armut im gestern besuchten Dorf ist hier noch um Potenzen stärker ausgeprägt. Aber: Das ganze Dorf macht doch einen sauberen und aufgeräumten Eindruck. Daran ändern auch die schwarz- weißen Mitbewohner nichts...Die wenigen Menschen, die wir antreffen ( die meisten sind offensichtlich unterwegs), nehmen von uns kaum Notiz. Alle sind freundlich zurückhaltend. Erstaunlicherweise sind sie zumeist nur mit irgendwelchen Hausarbeiten und Wäschewaschen beschäftigt. Außer einer Frau, die irgendwelche Samen/ Nüsse trocknet ist keiner „ produktiv“ tätig.
Der “ Knüller” sind die Toilettenhäuschen. Stehtoiletten mit Wasserbottich zum Spülen- aber sauber!!!!
Der Clou: Am Häuschen hängt eine „ Tip-Box“ ,die offensichtlich nicht nur von Touri`s bedient wird ( Sicherlich werden die Betreiber sich freuen , dass unsere Spende für das Dorf gerade hier platziert wurde??). Und vor dem Häuschen blühen Orchideen. ...
Eine „Gaststätte“ gibt es auch mit bescheidenem Angebot an Getränken und Snacks- aber ab und zu scheint auch richtig gekocht zu werden, wie ein Blick in die Küche verrät.
Beim Weitermarsch treffen wir am Ortsausgang noch weitere Touri`s ( auch Deutsche), die gerade den Reis- Whisky probieren. Das Angebot, es ihnen gleich zu tun, lehnen wir dankend ab.
Nun geht es mal richtig bergan über einen kleinen Sattel und die Rückblicke ins Tal lohnen die Mühen. Die Pflanzenwelt wechselt ständig . Anpflanzungen von Teakholz- Bäumen wechseln mit dichtem Gestrüpp, in dem aber auch noch Bananenstauden stehen. Bäume und Sträucher mit großen breiten Blättern und dann wieder welche mit länglichen und robinienartige. Und viele tragen weiße und bunte Blüten, die oft genug auf dem Boden liegen, als hätte jemand uns zu Ehren Blüten gestreut... Nun ja, die Bezeichnung „ Dschungel“ ist wohl etwas übertrieben, wenn ihr dann gleich an Leoparden und sonstige Wildtiere denkt...Außer vielen Vöglen und ab und zu Büffelrinder sind kaum Tiere zu sehen. Aber ich möchte mir dennoch nicht allein den Weg durch das Dickicht bahnen müssen
Ab und zu steht auch ein einzelner Teak- Baum – noch kein Riese ( die wurden sicherlich schon alle gefällt!!!). Die Blätter sind riesengroß und hart. Beim Herabfallen rascheln sie nicht nur sondern poltern richtig.
Wir kommen an einer Hütte vorbei, in auch eine Familie mit kleinen Kindern wohnt !!!! Aber die erste Stufe der Mechanisierung hat schon Einzug gehalten- mit einem " Tret-Hammer" wird Reis ausgedroschen
Das Wasser wird ca. 500m weit entfernt aus einer Quelle geholt. Diese Quelle speist auch ein Rinnsal, an dessen Rand eine Miniausführung der „ grünen Hölle“ mit tatsächlich einigen Baumriesen wächst.
Vorbei an einer Anpflanzung von Ananas-Stauden und auch Gummibäumen kommen wir dann ins nächste Dorf. Etwas größer und zweigeteilt- im Lao-Stil ( wie das vorherige) und im Moung- Stil, d.h. ebenerdig „ eingeschossig“. Aber der Eindruck im Großen und Ganzen ist der Gleiche- Armut und wenig handwerkliche Tätigkeit. Aber immerhin entdecken wir eine Schmiede, in der die Messer für die Feldarbeit geschärft werden.
Und jedes Haus hat eine Hausnummer!!
Nach einer Pause mit verspätetem Lunch ( mitgebrachte Bacquets; Rührei und Klebreis aus dem „Restaurant“ gelangen wir dann nach wenigen 100m wieder zum Fluss. Ein Boot wartet schon auf uns und wir tuckern flussabwärts zum Wasserfall Tad Se. In und nach der Regenzeit ist das sicherlich eine Attraktion. Man kann sogar an einem Drahtseil über dem Revier schweben. Aber jetzt in der Trockenzeit bietet sich uns nur ein bescheidenes Rinnsal.
Und so fahren wir bald weiter mit dem Boot- fast 15 Minuten – und kommen wohlbehalten, geschafft und verschwitzt an unserem Ressort an, wo ein kühles Bad im Fluss Erfrischung bringt.
Fazit: eine gelungene Tour , gerade ausgewogen in der Anstrengung und mit viel Anlässen zum Nachdenken über das Leben und den Umgang mit der Natur.

( Weitere Bilder könnt Ihr in der Picasa- galerie sehen-)

Samstag, 20. Februar 2010

Unser Laos-Trip; Teil1: Im Dschungel-Camp

Ich sitze auf der Terasse und “baumle mit der Seele”….
Um mich herum summst und zirpt, gurrrt und tschilpt es und ein Bambus-Windspiel klimpert leicht im Wind. Keine 20 m schraeg unter mir fliesst traege der Fluss Nam Khan, in dem wir schon zwei mal geschwommen sind und auf dem ab und zu die langen , schmalen Longtail- Boote dahintuckern- beladen mit Touri’s zum nahegelegenen Wasserfall oder mit geschaeftigen Einheimischen…
Gegenueber , am anderen Ufer, schaelen sich so langsam die Huegelketten aus dem Morgendunst. Die hinterste soll sich bis zu 1.500 m emporschwingen.
Erst im Schein der Abendsonne zeigen sie ihre ganze Schoenheit als teilweise bewachsene Kalksteinfelsen.
Eine himmlich friedliche Stimmung liegt ueber dem Tal…
Der Bungalow gehoert zum “ Lao Spirit Resort”- 17 km oestlich von Luang Prabang im Dschungel gelegen. Hier verbringen wir die ersten drei Tage unseres Laos-Tripps. Das Resort- klein, gemuetlich und gediegen mit wundervollen Bourgonvillen im gepflegten Garten- bietet ideale Voraussetzungen fuer das Kennenlernen eines Teiles des laotischen Berglandes und seiner Bewohner( mehr infos findet Ihr unter www.lao-spirit.com)
In der Nachbarschaft liegt ein Elefanten-Camp. D.h. die touristisch gepraegte Empfangsstation. Hier koennen die Besucher am fruehen Morgen beobachten, wie die Dickhaeuter aus ihrem Wohncamp im Dschungel zum Fluss kommen, diesen ueberqueren und dabei von ihrem Mahout ( Fuehrer) gewaschen werden
und dann bei ihrem Fruestueck auf die reitewilligen Gaeste warten. Eine Klinik und viele Bildtafeln geben einen Einblick in ein Project zum Artenschutz fuer Elefanten. Das Project war auf Initiative eines Deutschen entstanden!!
Vier “langnasige” junge Damen hatten offensichtlich den Reisebaustein “ leben wie ein Mahout” gebucht und kamen sichtlich stolz von ihrer Morgentour zurueck. Insgesamt zaelten wir 8 Elefanten. Die letzten waren noch am spaeten Nachmittag mit einer Reittour durch den Fluss beschaeftigt, bevor auch sie ihren Heimweg antreten konnten.
Insgesamt war das alles interessant zu beobachten. Aber mit dem grossen “ Elefantenheim” in Pinevala ( Sri Lanka) ist das absolute nicht vergleichbar.
Weiter am Fluss entlang kommt man in das Dorf Xien Long. Schon auf den ersten Metern am Ortseingang schreit sie uns an- die Armut! Oder ist es Demut, Bescheidenheit oder laotische Gelassenheit, was uns da entgegenblickt???? Wenn auch mit Hilfe von Geldern der asiatischen und europaeischen Entwicklungshilfe die Bambus-Haeuser in der ersten Etage auf Betonsteine umgebaut warden und seit 2009 eine Wasserversorgung mit befestigten Zapfstellen exisiert- die Innenausstattung der Haeuser und die Bekleidung , vor allem der Kinder sind weit von einem – fuer unsere Begriffe- normalen Standard entfernt. Aber vor fast jedem Haus steht eine grosse Sat-Schuessel!!! Uebrigens : Auf einer grossen Tafel sind öffentlich alle Empfaenger von Hilfsgeldern mit der erhaltenen Summe vermerkt.
Aber alle Leute sind freundlich .Immer wieder werden wir mit “Sabaai-dii” und von den Kindern mit mehr oder weniger schuechternen “Hello” begruesst. Eine Schuelerin spannt uns gleich als Englisch- Lehrer ein und wir duerfen sie beim Lessen und Schreiben Ihrer Hausaufgaben unterstuetzen.
Die schoenste Stelle im Dorf ist der Temple. In weiss, gold und rot leuchtet er schon von Weitem.
An den Aussenwaenden erzaehlen viele Bilder Geschichten aus dem Leben Buddhas.
Im oder am Fluss sind immer irgendwelche Leute beschaeftigt mit Fischen – vom Boot aus mit Angel oder Netz . Bemerkenswert ist die Methode , mit Bambusstangen auf das Wasser zu schlagen. Das soll wohl durch die Druckwelle die Fische betaeuben, so wie beim Dynamit- Fischen. Oder sie suchen zu Fuss irgendwelche Flussbewohner unter Steinen-
oder sie floesen Holz oder sie gewinnen Sand und Kies…
( natuerlich sind in der Fotogalerie noch mehr Fotos zu sehen!!)

Donnerstag, 4. Februar 2010

„ floristische“ Exkursionen

An diesem Sonnabend haben wir wieder mal dem Blumen- Groß- Markt einen Besuch abgestattet. Welch ein Blütenmeer war da zu sehen!!!

Den absoluten Renner bilden derzeit Orchideen. Da kann jedes Orchideenhaus in der Heimat vor Neid nur erblassen.


Weiter führte unsere Tour in die vielen Gärtnereien auf der Nordseite des Westlake. Diese stehen ganz im Zeichen des bevorstehenden Tet- Festes. Apfelsinen-Bäumchen mit kleinen Früchten und Aprikosen- Bäumchen am Blühbeginn werden in Massen angeboten
Überall waren Käufer und Händler eifrig dabei, das Richtige auszusuchen. Ist man sich des Handels einig geworden, dann findet sich auch schnell der passende Pflanzkübel ( im Drachendekor oder einfach im schlichten Braun) und ein Xe Om- Fahrer, der dann die Objekte nach Hause bringt. Überall im städtischen Verkehrsgewühl leuchten solche Bäumchen auf dem Moped oder die größeren Exemplare auf Kleintransportern.
.

Ob der Besitzer dieses Gefährtes durch die Baumzucht zu Reichtum gelangte oder ob er nach einem besonders tollem Baum suchte, konnten wir allerdings nicht ergründen....
Interessant war noch zu beobachten, dass diese Gewächse gleichzeitig blühen und Früchte verschiedener Reifezustände tragen . Hier ein Beispiel eines Pomello- Strauches.

Frisch gestärkt durch ein leckeres Mittagessen im „ White cloud Vegetarian Food“ – „ Restauräntchen“ haben wir dann natürlich auch solch ein Bäumchen erstanden und das ziert jetzt unseren Vorhof.

Aber nicht nur in den Gärtnereien blüht der Handel mit den Tet- Bäumen. Ähnlich wie die Weihnachtsbaumstände in der Vorweihnachtszeit hat sich auf einer der großen Ausfallstraßen eine einzige km-lange Verkaufsmeile etabliert

Auf der Ponton- Brücke über den Roten Fluss

Auch Flops muss man verkraften:
Irgendwann und irgendwie war uns ein Werbeprospekt vom „ Ca Phe Ve Lo“ ins Haus geflattert. Fahrradtouren durch Feld und Flur und ein ruhiges Gartenlokal lockten da in der westlichen Vorstadt. Das wollten wir denn an diesem sonnigen Sonntag erkunden. Der Weg war gut beschrieben und so fanden wir auch schnell dahin. Das Umfeld erschien uns aber schon nicht gerade einladend und dann standen wir – vor verschlossenem Tor. Und von idyllischem Garten war auch nichts zu sehen- nun, ja !!??

Da wir aber nun schon in dieser Gegend waren, fuhren wir etwas weiter- nun schon nicht mehr auf Straßen , sondern auf z.T. holprigen Wegen- aber immerhin zeigten viele Fahrspuren, dass hier noch lang gefahren wird. Aber plötzlich standen wir an einer Eisenbahnbrücke über ein kleines Flüsschen. Nur ein schmaler Eisensteg führte entlang des Gleises , aber drüben lockte eine befahrene Strasse. Vera tastete sich vorsichtig zu Fuß hinüber und ich schob das Moped hinterher- sicherlich zur Belustigung einiger Einheimischer!!!

Die Straße führte dann durch eine Wohngegend „ auf niedrigem Level“, die aber durch einige Verwaltungsgebäude und eine große Internatsschule ( das leiteten wir aus der großen Anzahl von Jugendlichen ab) aufgewertet wurde.

In einem Gebiet mit mehreren Plantagen kamen wir dann doch noch zu unserem beabsichtigten Spaziergang und dabei konnten wir die Anbau – und Schnitt-Technik von Aprikosen- und Apfelsinenbäumchen studieren. Die meisten waren sicherlich für dekorative Zwecke bestimmt.

In einem „ Bia Hoi“- ( Freiluft- Biergarten-„ Restaurant“) mit Tenniscourt (!!!) war die Speisekarte wieder die große Herausforderung- nur in VN und ohne Bilder. Mittlerweile können wir ja schon einiges „ interpretieren“ und beim Schweinefleisch hatten wir diesmal Glück mit der Auswahl ( keine Ohren !!!!)- alles schmackhaft, reichhaltig und preiswert.

Auf der Weiterfahrt erreichten wir dann die uns schon bekannte Dammstraße am Roten Fluss. Die Neugierde trieb uns in den nahen Uferbereich und dort entdeckten wir die Attraktion des Tages:
Ungefähr 1 km flussaufwärts von der großen Autobrücke war eine Ponton- Brücke über den Fluss gelegt worden.
Im Hintergrund ist die große Straßenbrücke zu sehen.

Ein Ergebnis einer militärischen Übung oder logistische Notwendigkeit
( Entlastung der großen Straßenbrücke während der Rekonstruktion) oder beides?? Jedenfalls war im Umfeld viel Militär zu sehen ( was mich auch dazu bewog, nur von der Ferne zu fotografieren!!) , aber die Fahrzeuge (LKW und PKW )waren überwiegend zivil.


Ja, und ehe wir uns versahen, standen bzw. fuhren wir auf den Pontons- das gab schon ein eigenartiges Gefühl mit einigem „ Bauchkribbeln“!!!!! Nur
1 Meter entfernt von der schmutzigen Brühe, die zwar an den Brückenelementen etwas gurgelte, aber sonst gemächlich dahin floss. Aber es schien alles sicher und fachmännisch verlegt zu sein und ohne Probleme langten wir am andern Ufer an.
So dachten wir es jedenfalls, aber nach der steilen Uferauffahrt kam noch eine weitere, kürzere Brücke über einen Nebenarm zum Vorschein. Und diese Auffahrt lag dann halb im Wasser und ein LKW hatte seine Probleme mit dem Vorwärtskommen.
Da siegte dann doch die Vernunft über die Neugierde und wir fuhren retour.
Die ganze Zeit lang war übrigens kein weitere Moped zu sehen, aber die Leute – in Uniform und Zivil) – reagierten freundlich und belustigt über „ die verrückten Langnasen“......