Auf der Strasse unter mir sind schon viele Menschen zu Gange. Auf dem Fußweg vor dem Tempel liegen jede Menge Matten ausgebreitet. In Abständen von 1-2 m sind Körbe aufreiht.
„ Zeremonienmeister“ nun so nach und nach Mitglieder einer asiatischen Reisegruppe. Lautstark gibt er seine Anweisungen und auch scheint er mit einigen Witzchen die Menge zu erheitern. Davor flanieren andere Touristen en mass - auch viele Langnasen. Kamerastative werden in Position gebracht.
Gemeinsam harren alle der Dinge, die da kommen sollen. D.H. Dinge sollen ja gar nicht kommen, sondern die legendäre Mönchsprozession zum Einsammeln der Spenden.
Und so langsam geht es los. Im Tempelgelände versammeln sich die Mönche und auch aus anderen Tempeln in hinteren Straßenverlauf nähern sich weitere Gruppen.
Ihre orange- braunen Umhänge leuchten in des ersten Strahlen der Morgensonne und geben einen tollen Kontrast zu den weiß getünchten Mauern des Tempels. Sie haben auch einen Korb mit metallenem Sammelbehälter umhängen. Im Gänsemarsch ziehen sie gemessenen Schrittes an den Wartenden vorbei. Diese , teils auf Knien , teils stehend, geben jedem einzelnen Mönch mit den Fingern aus ihrem Korb ein Klümpchen Klebreis.
Das Ganze vollzieht sich ohne Worte. Nur die Kommentare der Touristen und das Klicken der Fotoapparate sind zu hören. Wie aufgezogen springen die Fotografen umher, um das beste Motiv zu erhaschen. Dabei kommen sie den Mönchen oftmals sehr aufdringlich nahe. Natürlich habe ich meinen Fotoapparat auch in Aktion, bemühe mich aber darum , mittels Teleobjektiv eine gewisse Distanz zu wahren – auch wenn ich zeitweise meinen „ Paparazzi- Platz“ auf dem Balkon verlassen habe.
Gemessenen Schrittes ziehen die Mönche vorbei, noch ganz junge- fast noch Kinder, die teilweise von einem Alt- Mönch
angeführt werden. Die meisten sind aber im jugendlichen Alter. Rein äußerlich scheinen sie das ganze Spektakel sehr gelassen zu nehmen- schließlich ist es ja tägliche Routine.
Nach ca. 20 min ist dann auch der letzte Mönch auf seinem Marsch bis in die Innenstadt vorbeigezogen. Nach den letzten Fotos fürs Familienalbum löst sich die „Spenderkolonne“ langsam auf und verlässt mit Freiluftbussen die Szenerie. Der „ Entertainer“ verlädt mit Gehilfen die Matten und Körbe auf Tuck-Tucks ,
Ist das nun für die Mönche wirklich eine Ernährungsgrundlage oder ist es nur noch Show ???
Vielleicht beides???
Natürlich ist das nicht die einzigste Attraktion von Luang Prabang. Die ehemalige Hauptstadt des Königreiches Laos am Mekong gehört seit 1995 zum Weltkulturerbe. Tempel in verschiedenen Baustilen
hier der Tempel Vat Xieng Thong
Buddhafiguren zu Tausenden , Stupas von ganz klein bis riesengroß ( das sind Steinfiguren als Aufbewahrungsplatz für die Asche der Verstorbenen und/oder nur für die Verehrung von Buddha- meist vergoldet ,oftmals aber auch bunt geschmückt) und natürlich Mönche prägen das Stadtbild. Aber auch die Vielzahl von Hotels und Guest houses, Restaurants, Geschäfte und Reisebüros und natürlich die unzähligen Touristen geben der Alt-Stadt ein angenehmes Flair mit Ruhe und Gelassenheit.
Und nicht zu vergessen der Sonnenuntergang über dem Mekong, beobachtet vom Ufer selbst
( Mehr Bilder, wie immer, in der Picasa- Galerie)