Donnerstag, 27. Mai 2010

Ho-Chi- Minh- City

Leise tuckert das Boot in einer lehmigen Brühe dahin. Die Ufer rücken immer näher. Palmen, Bambus und andere Gewächse ragen fast in das Wasser hinein.....


„Halt! Halt! Du wolltest uns doch über Ho-Chi- Minh- City berichten und nicht über das Mekong- Delta oder den Amazonas....“

Keine Bange- wir sind in HCMC! Keine 10 Minuten sind wir in einen Seitenarm des Saigon- Flusses gefahren und sind damit höchstens 3..4 km vom Stadtzentrum entfernt. Nach der nächsten Biegung sehen wir sie schon wieder – die Hochhäuser und das neue Wahrzeichen-

 den Bitexco Financial Tower, der mit 68 Stockwerke und 265 Meter Höhe zukünftig das höchste Gebäude sein wird.
Und nach einer insgesamt 1-stündigen Fahrt überqueren wir wieder den Saigonfluss. Auf diesem verkehren nicht nur Fahrgastschiffe. Vom nur ca. 60 km entfernten Meer kommen auch noch größere Container- „ Pötte“.




Nach wenigen Metern stehen wir wieder am Anfang der „ Dong Khoi“. Auf dieser Strasse sind viele Geschäftszentren, Hotels und Sehenswürdigkeiten aufgereiht wie auf einer Perlenschnur. Historische Bauten aus der Kolonialzeit treffen auf moderne Glaspaläste- das Hotel Continental wird überragt vom Diamond- Plaza.
Bequem zu Fuß kann man die markantesten Gebäude erkunden.

Das städtische Opernhaus – klein und schmuck



Die Kathedrale Notre-Dame –
die Backsteinfassade zeigt gar keine Spuren des Klimas wie ihre Schwester in Hanoi. Jeder einzelne Stein einschließlich der Dachziegel wurde aus Frankreich herangeschafft. Das Innere ist sehr schlicht gehalten, von den


vielzähligen Votiv-Tafeln am Eingang abgesehen



„ Das Gespräch nach Erfurt bitte in Kabine 3!“


Im Hauptpostamt müßte man sich fast nicht wundern, wenn dieser Ruf ( natürlich auf Vietnamesisch oder Französisch ) unser Ohr erreichen würde, denn die Schalter sind bis auf wenige Modernisierungen original erhalten. Die gusseiserne Konstruktion stammt aus den Werkstätten des französischen Ingenieurs Gustave Eiffel.
Natürlich ist das Gebäude vollständig renoviert, aber ein gewisser Hauch von historischem Flair scheint hier noch spürbar zu sein. Dazu tragen auch die beiden Landkarten an den Seitenwänden bei, die Saigon und Cholon noch als eigenständige Städte im Jahr 1892 sowie das Netz der Telegrafenleitungen in Südvietnam und Kambodscha von 1936 zeigen. Die zahlreichen Verkaufsstände von Briefmarken und anderen Souvenirs ordnen sich wohltuend dezent ein.


Nach kurzem Weg durch einen angenehm schattenspendenden Park stehen wir vor dem Unabhängigkeitspalast.
Nach wechselvoller Geschichte wurde das aktuelle Gebäude 1968 fertiggestellt. Die Innenausstattung der ehemaligen Wohn und Arbeitsstätte der südvietnamesischen Präsidenten ist original erhalten einschließlich Kinosaal im dritten Stock, Hubschrauberlandeplatz und Ballsaal auf dem Dach sowie Bunker- und Nachrichtenanlagen im Keller. Eine Geheimtreppe führt direkt vom Schlafzimmer des Präsidenten in den Bunker.


Parallel zur Doug Khoi verläuft die Nguyen Hue direkt auf das ehemalige Rathaus (Hotel de Ville) zu. Der mit korinthischen Säulen und klassischen Figuren geschmückte Kolonialbau (1901- 1908) orientierte sich architektonisch an dem kurz zuvor fertig gestellten Rathaus von Paris. Heute arbeitet hier das Volkskomitee. In dem kleinen Park davor ist die Statue Onkel Ho`s mit Kind von Diep Minh Chau beliebtes Fotomotiv.





Das „Rex“ mit seinem berühmten Dachgarten wurde erst nach 1975 in ein Hotel umgewandelt. Geschichte schrieb das 1959 als Rex Trading Center errichtete Gebäude als Hauptquartier des US Information Service während des Vietnamkriegs. Um 17 Uhr wurden hier den wartenden Journalisten die berüchtigten "Five o´clock Follies" kundgetan.





Natürlich konnten wir in zwei halben Tagen auf der Zwischenstation von Phu Quoc nach Hanoi nicht die ganze Stadt erkunden. Aber eine ganze Reihe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten haben wir gesehen.

Zwei „ Grüße aus dem Heimatland“ wollen wir zu guter Letzt nicht vergessen:

In der Dong Khoi kann man sich Eisbein , Bratwürste und Sauerkraut zusammen mit Hefe- Weizen schmecken lassen ( zu fast den gleichen Preisen wie in Deutschland) und
Steiff- Tedddy`s warten mit einer umfangreichen Kollektion auf zahlungskräftige Käufer.
( Ob das die Reste des inzwischen beendeten „ Flirts“ der Firma mit den asiatischen Produktionsbedingungen sind???)




Auch nach dieser, nur kurzen Zeit drängt sich mir im Vergleich von Ho-Chi-Minh-Cityzu Hanoi auf:
Es ist eine ganz andere Welt!!!

Natürlich fahren auch hier unzählige Zweiräder, aber Ihr Anteil am Straßenverkehr wird durch die wesentlich höhere Anzahl von Pkws ( und nicht geraden Kleinwagen) relativiert.

Die Strassen und Fußwege , insgesamt die Anlage der Stadt ( zumindest im Innenbereich des
Distriktes 1) ist großzügiger und freiräumiger. Man kann als Fußgänger auf den Fußwegen laufen, ohne andauernd über Com- und Pho-Stände zu stolpern. Stationäre Händler auf den Fußwegen bilden eigentlich nur originelle Ausnahmen.
Hier sehen wir Mützen , Taschen u.a. auch Getränkedosen gefertigt...




Die Anzahl der fliegenden Händler hält sich in Grenzen.

Ho-Chi-Minh-City ist eben eine diszipliniertere und kulturvollere Geschäftstadt.

Aber damit findet man in dieser Innenstadt auch kaum dieses „ Wuseln“ und dieses Flair, das gerade Hanoi sein unverwechselbares Gepräge verleiht.

Ich möchte sogar so weit mit meiner Einschätzung gehen: Wegen HCMC allein muss man nicht nach Vietnam fahren, um asiatische Geschäftsstädte kennen zu lernen. Da bieten sicherlich Singapore, Hongkong , Bangkok oder die chinesischen Metropolen wesentlich mehr.

( Noch mehr Bilder sind wie immer in der Galerie zu sehen)

Donnerstag, 20. Mai 2010

Phu Quoc

Träge blinzele ich in einzelne Sonnenstrahlen, die durch die schattenspendenden Palmen dringen.


Das Plätschern der Wellen dringt an mein Ohr. Jetzt ist Ebbe und das Meer ist ruhig.
Ich liege am Strand des Sea-Star – Ressorts und lasse es mir gut gehen... Von nebenan höre ich das Plaudern der Masseusen und ab und zu das Klatschen auf der Haut.


Für 8 Tage haben wir uns in diesem Ressort einquartiert. Es ist sauber und ordentlich gemanagt, das Frei-Luftrestaurant bietet schmackhafte Speisen.






Die Zimmer sind eher spartanisch eingerichtet, doch der Service klappt und es gibt eine ruhig laufende Klimaanlage und Kühlschrank mit stabiler Stromversorgung

Aber der Strand !!!!! Kilometerweit kann man im Sand laufen.


 Die Ressorts und Hotels sind alle zurückgesetzt und stören eigentlich gar nicht- eher noch: sie laden ab und zu zum Drink ein. Auch die „ Büdchen“ der Tourverkäufer und gelegentlich etwas Bewegung auf dem Meer sorgen für Abwechslung.

Das absolute High light ist der Palmenbestand!! Hier braucht es keine zusätzlichen Sonnenschirme!!
Damit ist „unser“ Strand rund um das „ Sea Star“ der schönste Strandabschnitt am Südstrand und fast kann man sagen: der ganzen Insel.

Noch sind die ehrgeizigen Ziele der Tourismusentwicklung nicht realisiert und die Befürchtungen von Verhältnissen wie an der spanischen Küste sind noch nicht eingetroffen.
Aber gebaut wird schon an einigen Stellen- sowohl Straßen, als auch neue Ressorts. Das konnten wir bei unseren Ausflügen beobachten.

Zwei Schnorcheltouren haben wir unternommen- an die Nord-West- Küste und zu den der Südspitze vorgelagerten Inseln.
Von den insgesamt besuchten 6 Schnorchelrevieren erwiesen sich 4 als recht ansprechend- jeweils zwei im Süden und im Norden. Viele verschiedenartige Korallen, die sogar noch wachsen , zeigen uns ihre Pracht- Anemonen wiegen sich im Wasser. Nur die Fische sind nicht so zahlreich vertreten , wie wir das von anderen Revieren her gewöhnt waren.

Das schöne aber ist, dass eigentlich all die bisher besuchten Reviere in der Welt kaum miteinander vergleichbar sind . Jedes hat seine Eigenheiten!! Hier fand ich z.B. zwei Steinfische und als Bewohner ausgedehnter „ Anemonenrasen“ nicht die bunten Clown- Fische , sondern kleine Braune mit weißen Streifen auf der Rückenlinie.
( Leider war ja meine Unterwasserkamera „ ausgestiegen“, so dass es dazu keine Bilder gibt)

Das Wasser war sauber , aber nicht so kristallklar wie z.B. auf den Malediven. Fremdverschmutzung fanden wir glücklicherweise gar nicht so stark, wie von anderen Besuchern beklagt. Sicherlich ist das auch eine temporäre Frage der Wasserströmung.
Dafür durchkreuzten wir aber auf der Nordfahrt auf offener See ein Areal mit sehr viel schwimmenden Müll- ob da jemand „ verklappt“ hat??

Auf der Fahrt zu den Südinseln gab es auch noch einen Stop an eine Vermarktungsstation für
Meeresfrüchte, die sogar Riffhaie im Angebot hatten.



“ Ach geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!!“

Dieses geflügelte Wort hatte wohl eher die Molukken oder evtl. noch Sansibar im Hintergrund- es hätte aber auch Phu Quoc sein können ( Bloß das kennt ja in Europa wohl kaum jemand , oder ?)

Jedenfalls hat der Anbau und Verkauf von Pfeffer
für die Bewohner der Insel eine große wirtschaftlich Bedeutung.
Meist im Familienbetrieb werden die Pantagen bewirtschaftet.
Die Ernte erfolgt von Hand.





Wie zu erkennen ist, kommen rote, grüne und schwarze Körner von ein und derselben Pflanze. Im normalen Reife- und Trocknungsprozess werden die Körner schwarz. Die roten und grünen werden speziell ausgelesen und besonders getrocknet




Die Spindeln werden übrigens auch noch auf dem Markt verkauft.




Aber vorher kommt die „ hochtechnisierte“ Weiterverarbeitung , die Trennung der Körner von den Spindeln.
Hier ist schon Technik „ im Spiele“

aber beim Nachbarn passiert das alles in Hand- oder besser: in Fußarbeit.
Das Auslesen der Spindeln erledigen überall die Frauen durch Schütteln und „ Pusten“ in den flachen Schalen aus Palmenblättern.
Insgesamt bringt dieser Pfefferanbau für die Leute höchstwahrscheinlich „ mehr als Arbeit“ ein. Das neugebaute Haus und die Inneneinrichtung verraten einen gewissen höheren Standard ( z.B. lassen große Plasma – TV und Möbel mit Intarsien darauf schließen- die Achtung vor der Privatsphäre bewegten mich aber diesmal dazu, meinen „ Paparazzi“ zu zügeln und keine Fotos zu schießen) .

Natürlich machten wir auf unseren zwei Moped- Streifzügen auch in den Perlenfarmen Station und lernten vieles über die Zucht von Salzwasserperlen.

In solchen „ Paketen“ wachsen in den Muscheln die Perlen.

Natürlich wachsen sie nicht, sondern vorher implementierte Kügelchen aus Perlmut werden durch das Muscheltier mit Perlmut überzogen. Die Muschelart bestimmt die Farbe der zukünftigen Perle und die „Qualitätsarbeit“ des Tieres ist entscheidend für die Form, Oberfläche und somit Güte der Perle „ Als Dank dafür“ werden die Muscheln dann nach 2..3 Jahren geöffnet, die Tiere zerschnitten ,um die Perle entnehmen zu können. Nur 30 % der Muscheln liefern überhaupt verwertbare Perlen und nur 3..5 % in guter Qualität.
Aus diesen Muscheln werden nur die kleineren Perlen gewonnen

Im Gegensatz dazu können die Tiere in den großen   
Muschelschalen je nach Geschick des Menschen,
der die vor 6..7 Jahren eingesetzten Fremdkörper
wieder entnimmt, zwei- bis dreimal verwendet werden,
ehe auch sie ihr Leben lassen.




Überall auf der Insel werden Perlen verkauft in allen Qualitäten und Preislagen. Das beste und preiswerteste Angebot findet man – seltsamer Weise- auf dem Flughafen!!

Duong Dong- der Hauptort der Insel

bietet nicht zu viele Attraktionen. Zwei Fischsoßenfabriken sorgen für den permanenten Geruch....
Der Nachtmarkt ist mehr eine „ Fressmeile“ mit reichhaltigem Angebot an Sea food.

Sehenswert ist dieses Gebäude, das von außen mehr an eine Kirche erinnert.


In der Touristeninfo wird es als „Geburtsplatz der Cao Dai Religion“ angeboten.

Die malerischsten Anblicke findet man am Hafen. Besonders zum Sonnenuntergang herrscht hier ein tüchtiges Gewimmel. Auf der Felsnase bildet der Leuchtturm in enger Nachbarschaft mit einem kleinen Tempelchen eine eigenwillige Komposition...



..und überhaupt: Der Sonnenuntergang:


Der Weststrand von Phu Quoc ist der einzigste Ort in Vietnam, von dem man den Sonnenuntergang im Meer beobachten kann.

Lasst Euch am besten in der Bildergalerie von dieser einmaligen Stimmung gefangen nehmen!!




Dienstag, 4. Mai 2010

Frühling in Hanoi


Wie schön kann doch der Frühling in Deutschland sein.... die Natur erwacht. Die ersten Schneeglöckchen und Krokusse, die aufplatzenden Knospen von Forsythien, Flieder und Kastanien werden mit Freuden begrüßt.
Aus der Ferne könnte man direkt etwas neidig werden, denn nichts von alledem gibt es in Hanoi.   Hier grünt und blüht es das ganze Jahr über und demzufolge zeigt sich auch der Frühling gar nicht so stimmungsvoll.
Aber pünktlich zum 1.Mai haben die Straßenbäume auch besonderen Schmuck angelegt- seien es die
 „ blauen Blüten- Büschel- Bäume“ 


oder die blau-violetten Blütenkerzen, die den Kastanien Konkurrenz machen könnten...





Aber auch die „ Robinien“ mit Ihrer gelben Blütenpracht bereichern das Bild.



Und dann sind da noch die " ordinären" weißen Blütenkerzen, die massenhaft herumstehen...