Die Promenade Ven Ho zieht sich über 6 km am Südufer des
West Lake hin. Noch im Herbst 2009 war dies ein relativ ruhiges „ Sträßchen“,
auf der ich noch in Ruhe meine ersten Eingewöhnungsrunden auf dem Moped drehen
konnte. Nachdem aber ungefähr in der Mitte der Ven Ho eine
Durchgangsstraße zur Van Cao geschaffen
wurde, wälzt sich ein großer Anteil des Durchgangsverkehrs über die oft genug nur 6 m
breite „Verkehrsader“ Wenn sich dieser nur auf die Mopeds beschränken würde ,
wäre das ja alles noch zu ertragen, Aber bei der drastisch angestiegenen Anzahl
von PKW führt nahezu jedes kleine Verkehrshindernis – und wenn es nur ein
anhaltendes Moped sein sollte- zu mehr oder weniger andauernden Stau.
Und dennoch hat sich diese Straße auch noch zu einem „ gastronomischen Höhepunkt Hanois fürInsider“
entwickelt- zumindest der Anzahl der Cafes, Restaurants, Bia Hoi´s und Hotels nach.
Aus dem Park an der
Einmündung des Truc Bac –Dammes, in dem man abends auch ab und an open air das
Tanzbein schwingen kann, kommt der Fußgänger oder „ hanoiisierte Mopedfahrer“ in den „Hafen“ mit den
Liegeplätzen der Restaurantschiffe- erstes Kneipen-High light.
Dann folgt ein etwas ruhigerer Abschnitt am CoCo- Village –
romantisches Liebesareal unter Palmen .
Ab der ersten Einmündung von der Tuy Khue geht es dann
eigentlich fast „Schlag auf Schlag“:
Kleine und kleinste Cafes und Restaurants bewirten auch die
Gäste in den kleinen Parkanlagen unmittelbar am Ufer,
aus einigen Etablissiments dröhnen „ Heiße Klänge aus der
Retorte und teilweise auch live“,
vor denen auch zahlreiche junge Männer den fließenden
Verkehr zum Verweilen animieren wollen,
über einigen Grills
stehen duftende Rauchwolken
aus den Bia Hoi`s quillt
unendlicher Kneipenlärm- eines ist auch auf Hund spezialisiert, denn oft
genug
( nicht nur den Regeln entsprechend in der richtigen Mondphase) bruzzelt
ein Hund am Spieß.
Danach wird es für ein kurzes Stück etwas ruhiger, bevor man
den
„ ultimativen Straßenparty-Hammer“
erreicht:
Auf dem maximal 2 m breitem Streifen zwischen Straße und
Uferbefestigung werden bei schönem Wetter nummerierte Bastmatten ausgelegt. Darauf lässt sich jung und alt zu ebener
Erde nieder .
Nicht ohne vorher die Schuhe fein säuberlich am Straßenrand
abgestellt zu haben.
Und man verköstigt Unmengen an Säften, Bier und sonstigen
Getränken sowie Muscheln, Schnecken
( die u.a. am Tage vorher im West Lake
gesammelt worden waren- lecker, lecker !!??) und sonstige Snaks.
Und fast sprichwörtlich hautnah fließt der
Verkehr,
durch den sich auch noch die Bedienkräfte von den Tresen auf der gegenüberliegenden Straßenseite
„ hindurchwuseln“ .
In „ der gehobenen Klasse“ stehen sogar noch kleine
Bambustischchen auf den Matten.
Im Straßenverkehr „schwimmen“ dann ab und an noch die
Fahrradverkäufer mit den lustigen Luftballons und ihrer „ Lambada“-
Erkennungsmelodie sowie die Verkäufer der leckeren„ Reisdumplings“ . Und ab und zu kommt dann auch noch die
mobile Karaoke-Box, d.h. Mikro mit Verstärker und Lautsprecher auf Rädern , zum
Einsatz.
Und als „besonderer Leckerbissen“ für die letzten Plätze am
Rande werden keine 15 m entfernt die Müllcontainer in das Müllauto gekippt.
Nun ja, wem`s gefällt!!??
Wir sind jedes Mal froh, wenn wir diesen „ illustren
Abschnitt“ unseres Heimweges passiert haben und in unser Refugium eingebogen
sind. Dort können wir in aller Ruhe auf der Terrasse sitzen. Keine 200 m
Luftlinie entfernt, aber die Chua mit
ihren hohen Bäumen dämpft den Lärm und die Gerüche sehr angenehm und so hören
wir nur noch einen unterschwelligen Geräuschpegel und haben frische Luft.