Ach, wenn doch die Karten und Wegbeschreibungen immer exakt und eindeutig wären…..!!!
Da folgt man den Hinweisen in einem Guide des Hanoi International Women`s Club und will nach der Maut- Station von der Straße abbiegen- aber die Mautstation existiert schon geraume Zeit nicht mehr. Also bin ich erst `mal 10 km zu weit gefahren- mit dem Moped auf der Autobahn!!!
Doch dann fand ich den richtigen Weg zu den Tay – Pagoden, ca. 30 km westwärts von Hanoi.
Die Chua Tay- die Pagode des „Meisters“ Tu Dao Hanh
schmiegt sich malerisch an ein Karstmassiv.
Hier treffen wir sie alle wieder, die Buddhafiguren in der für Nordvietnam typischen Anordnung:
das Buddha- Kind Sakayamuni und den dickbäuchigen Buddha Maytrea
die gnadenreiche Quan Am mit Ihren tausend Armen und tausend Augen
und viele andere konfuzianische Götter und Jünger.
Aus den zahlreichen Wächterfiguren ragen die beiden „Riesen“ heraus- mit ca. 1.000 kg gehören sie wohl zu den größten in Vietnam.
Verehrt wird auch besonders
der Meister Tu Dao Hanh im
gelben Gewand.
Auf ihn geht unter anderem das traditionelle Spiel mit den Wasserpuppen zurück.
Deshalb ist ihm als Schutzherrn der Wasserpuppenspieler eine kleiner Wassertempel gewidmet
Die beiden Tay Pagoden sind im Reiseführer von IWANOWSKI sehr ausführlich beschrieben.
Man sollte aber auch den Hinweis auf die „ besondere Steigerung der malerischen Lage durch den dichten Teppich von Lotusblüten“ ernst nehmen. Anfang November blüht natürlich kein Lotus und der Teich und auch die beiden Brücken wirkten etwas verwahrlost.
Im Karstfelsen hinter der Chua findet man
nach einiger Kraxelei noch weitere Tempelchen.
Es sollen auch einige Höhlen zu besichtigen sein.
Aber die findet man wohl nur mit einem Führer.
Als solche drängen sich im benachbarten
Dinh ( dem Gemeindehaus) gleich mehrere Frauen auf und da bedarf es schon einiger Hartnäckigkeit beim Abwehren….
Nur wenige Kilometer entfernt erreicht man zu guter Letzt über 237 ( recht bequeme) Treppenstufen
die Chua Tay Phuong.
Sie ist bekannt für 62 wertvolle Holzstatuen.
Es bereitet schon Freude, die insgesamt 18 aus dem Holz des Jackfruchtbaumes geschnitzten La Han- Figuren ( Jünger des Buddha) zu betrachten, denn sie sind wirklich ungemein lebendig.
Auch die Gesichter der Wächter wirken hier etwas lebendiger, wenn sie auch grimmig genug drein schauen.
Und meisterhafte Holzschnitzer waren auch an den Eingangstoren und an den Dachtraufen und- balken zu Gange.
Dass dieses Kunsthandwerk auch heute noch lebendig ist, zeigen die zahlreichen Türen neueren Datums und auch Teilelemente von Rekonstruktionsarbeiten.
Auch hier, beim Aufstieg und besonders auf dem Plateau vor dem Tempel, muss man sich der zahlreichen Verkäuferinnen erwehren, die z.T. recht pressiv werden können. Aber wenn man erst mal seine Kaufunlust deutlich gemacht hat, dann kann man sogar auf einer der Bänke in Ruhe verschnaufen.
Auf der Rückfahrt fällt in dem kleinen Ort Buong Thon noch mal die sonst nicht so häufig anzutreffende Kombination von Metall- und Holzverarbeitung ins Auge. Zahlreiche dicke Holzstämme ( Durchmesser wirklich über 1 m ) liegen in trauter Nachbarschaft zu uralten Pressen und Stanzen.