Dienstag, 30. Oktober 2012

Mozart ist geschafft!


Schon am vorigen Wochenende feierte der Internationale Chor Hanoi einen weiteren Höhepunkt seines diesjährigen Programms- Die Krönungsmesse von Mozart wurde zelebriert


Ich mache es mir diesmal mit der Berichterstattung ganz einfach  und verweise auf Jowi`s Blog:


Da findet ihr auch die Links zu den Videos, ich diesmal aufgenommen habe. Das war auch eine neue Erfahrung….

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Küchenreparatur- Fortsetzung


Nun soll mal einer sagen, dass die vietnamesischen Handwerker nicht doch auch fix sein können. Wir hatten uns nach der Aktion am vorigen Mittwoch auf eine längere Wartezeit eingestellt. Aber schon am Sonnabend Abend wurde angefragt, ob die Handwerker am Sonntag kommen könnten. Nun, da waren wir denn am Sonntag „ vorsorglich unterwegs“ und verlegten die nächste Aktion auf den Montag.
Und siehe da- eine ganze Brigade rückte an und brachte die neuen Küchen- Unterbauten.
Flugs wurde das Provisorium vom Mittwoch demontiert und ausgeräumt. Und die Montage der Türen und Beschläge begann.
Aber zwischendurch wurde auch noch ein Vertreter „ mit der chemischen Keule“ aktiv. Er sprühte Wände und  Möbel mit einer milchigen Flüssigkeit ein und tränkte auch alle Kästen und Schübe damit. Das Mittel soll zwar gegen den Holzwurm wirksam, für Menschen aber  ungefährlich sein- alle Handwerker arbeiteten fleißig weiter und auch Frau Tung saß – zwar mit Mundschutz- mitten in dem Tohuwabohu und kontrollierte und palaverte lustig weiter. Nur ich, der ich „ ja schon etwas älter bin und nicht gefährdet werden sollte“ musste die Küche zeitweise verlassen.

Nach reichlich 4 Stunden war dann alles wieder auf – und zusammengebaut. Die größten Schmutzspuren waren beseitigt. Die Chemie sollte noch über Nacht einwirken, so dass mir die große Säuberungs- und Einräumaktion für den nächsten Tag vorbehalten blieb.
Und das bedeutete dann am Dienstag wirklich, jedes Stück Holz abwischen und das sämtliche
Kücheninventar aufwaschen.
Nun ist fast alle wieder an Ort und Stelle. Nur an zwei kleinen Stellen sind noch Nachbesserungen erforderlich.
Und: in einem der Schubkasten fanden sich doch tatsächlich wieder frischen Fraßspuren!!
Ob das nun noch die „ letzten Zuckungen von“  von inzwischen nun auch verendeten Würmern waren oder der Beweis dafür, dass das Innenleben lustig weiter geht- wir werden es gespannt unter Kontrolle halten…..

Noch ein Nachtrag zu der Aktion am letzten Mittwoch:

Irgendwann wünschte Frau Tung von mir, etwas Reis und Salz sowie ein Messer zu erhalten.
Nein, kein Salz- Gewürz- Gemisch, sondern reines weißes Salz!
Als ich dann tatsächlich alles Gewünschte in dem Durcheinander gefunden hatte, wurde mir bedeutet, dass sie einer „ alten Volkstradition folgen wolle und meine Anwesenheit dabei nicht erwünscht sei“. Nun, ich lies sie gewähren, beobachtete dann aber, wie sie auch vor dem Hoftor  etwas in verschiedene Richtungen streute. Wurden damit „ böse Geister
gebannt“ ?

Freitag, 19. Oktober 2012

Küchenreparatur- der Holzwurm lässt grüßen



Unsere Küchenmöbel sind ja nicht besonders praktisch- aber eben „ vietnamesisch schön“.


Und sie haben ein „Eigenleben“. Oder besser gesagt: hatten.
Doch der Reihe nach!

Als wir eingezogen waren, hatten wir die kleinen weißen Häufchen im Eckschrank als Nachlässigkeit der Monteure gewertet, die Sägespäne nicht gründlich beseitigt hatten.
Und als wir das erste Mal kleine Häufchen „Kaffeepulver“ entdeckten, an Stellen, wo normalerweise kein Kaffee verschüttet wird, da konnten wir uns das nicht so richtig erklären. Aber es beunruhigte uns nicht weiter.

Als aber dann derartige helle und vor allem braune Häufchen immer wieder und an mehreren Stellen auftraten, wurden wir doch stutzig und alarmierten unseren Vermieter. Herr Tung erklärte das damit, dass die unteren Zierblenden aus minderwertigem Holz gefertigt seien, das wohl von einem Holzschädling befallen sei. Die übrigen Schrankteile seien aber aus wertvollem, härteren Holz und für die bestände keine Gefahr eines Befalls.
Die unteren Blenden wurden ausgewechselt und somit sollte das Problem behoben sein.
War es aber nicht!
Die Fraßstellen nahmen an Anzahl und Intensität zu. Meist wurden sie noch von der äußeren dünnen  Schicht aus gebeizten und lackierten Holz verdeckt, aber bald brachen diese Hüllen auch an einigen Stellen auf.
Über  zwei Jahre lang „ beknieten“ wir nun den Anh ( Herrn) Tung, doch etwas zum Schutze seiner Möbel zu tun. Jedes Mal zum Termin der Mietenkassierung wurde dann palavert und auch von „ Fachleuten“ vermessen- aber es tat sich nichts.

Nunmehr nach über drei Jahren Mietzeit zeigte die erste Seitenwand des Glasschrankes derartige Fraßschäden, dass wir uns um die Stabilität zu bangen begannen. Und nun wurde auch Anh Tung wach. Nach mehrmaligen Terminabsprachen, die allesamt nicht eingehalten wurden, erschien Anh Tung tatsächlich „ mit großem Gefolge“. Wieder wurde gemessen und diskutiert und man verschwand mit der Ankündigung: „ Morgen wird der Glasschrank erneuert“.

Pflicht gemäss und vorsorglich räumte ich alles Geschirr `raus und wartete.  Und es kamen zwei Monteure- ohne Glasschrank! Sie schraubten die Glastür ab, nahmen nochmals Maß und verschwanden wieder- ohne Info über den weiteren Werdegang.
Natürlich hatte ich die Kritik meiner besseren Hälfte ob meiner Eifrigkeit mit dem Ausräumen auf meiner Seite!!
Nach 7 Tagen, wir  hatten fast wieder alles eingeräumt, kam der Alarm: „Morgen!“- Natürlich war auch dies ein Fehlalarm, aber „ übermorgen“ rückte dann ein Dreier-Team an- mit neuem Glasschrank.
Aber das war nur „ die Spitze vom Eisberg“. Man bedeutete uns, dass jetzt sofort der gesamte Unterbau ausgeräumt werden müsse. Und als wir ( Vera wollte gerade zur Arbeit fahren!!) noch versuchten, alles einigermaßen geordnet aus- und wegzuräumen, begannen die Jungs doch tatsächlich mit der Demontage von Gaskocher, Spüle und Granitplatten der Arbeitsfläche.
Und da wurden auch die Übeltäter sichtbar:


Con mọt oder Anobium punctatum 
  oder Holzwurm



Wenn nun Anh Tung ( bzw. dessen Vertretung Frau Tung)  noch immer gehofft hatte, im Unterbau vielleicht nur ein paar Leisten oder Wände auswechseln zu müssen, so wurden sie dann doch- auch nach Konsultation von zwei  Vertretern der Schädlingsbekämpfungszunft- eines Besseren oder Schlimmeren belehrt:
Der Befall ist dermaßen stark verbreitet, dass wirklich der gesamte Unterbau erneuert werden muss.




Da bestand nun die Vorstellung, dass sie den ganzen „ Krempel“ abtransportieren und
„ vielleicht in 5 Tagen“ alles wieder einbauen wollten.
5 Tage ( oder nach den Erfahrungen mit dem Glasschrank vielleicht doch eher 14 Tage??) ohne funktionierende Küche- da wäre doch wohl zuviel!!
Nach meinem vehementen Einspruch wurde dann ein Kompromiss gefunden:
Alle Kästen und Schübe wurden auch noch geleert, alle Türen und Beschläge abgeschraubt und nochmals alles vermessen und skizziert. Und der nackte zerfressene Unterbau kam wieder an Ort und Stelle, Gaskocher und Spüle wurden wieder re-installiert. Jetzt wird in der Werkstatt in Ruhe alles vorbereitet und wir haben eine behelfsmäßig funktionierende  und eingerichtete Küche. Mal sehen, wie lange dieser Zustand nun andauern wird ……

Zurück bleibt die spannende Frage, ob dieser Aufwand bei rechtzeitiger Aktivität hätte verhindert werden können.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Was wächst und blüht denn da.. die Flügelbohne


Erinnert uns die Blüte nicht stark an unsere duftenden Wicken?

 Das passt ja auch: Die Psophocarpus tetragonolobus gehört zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae) aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae).

Zu den vielen Synonymen gehört auch die englische Bezeichnung „ winged bean“ 
( abgeleitet von der Form der Früchte)


und im Vietnamesischen  heißt sie  Đậu rông ( Drachenbohne).

Sie ist ausdauernd  und kann auch relativ starke unterirdische Knollen entwickeln. Nutzbar sind fast alle Pflanzenteile, die natürlich alle auch biologisch wertvoll und reich an Inhaltsstoffen sind. Die Eiweißqualität soll sogar höher als die von Soja sein

Unser Nachbar zeigt uns stolz seine Pflanzen 

Die großen Blätter im Hintergrund gehören aber zu einer anderen Art in seinem " Mischanbau"


Er brachte uns einen reichlichen Vorrat von den geernteten Früchten. Gedünstet mit Fleisch und Zwiebeln sind sie ganz lecker!! 

Montag, 8. Oktober 2012

Ben En- Nationalpark


Ca. 46 km südwestlich der Provinzstadt Thanh Hoa ( die wiederum ca 150 km südlich von Hanoi liegt) beherbergt der über 16.000 ha große Nationapark Ben En eine breit gefächerte Flora und Fauna mit einer großen Anzahl seltener bzw. gefährdeter Tier und Pflanzenarten.

Die Fahrt dahin von Sam Son aus führt auch        
 durch die schon bekannten , aber immer wieder
 imposanten Kalksteinformationen- hier mit
 Reisfeldern kurz vor der Ernte










Hier findet ihr nähere Infos:

1979 war hier der Muc River angestaut worden. 

Hier blicken  wir vom Damm auf die untere  
 Seen- und Flußlandschaft











 Insgesamt  bildete sich ein 4.000 ha großer See, aus dem zahlreiche Inseln herausragen.
 Dieser See lädt zu kürzeren oder längeren Fahrten per Motorboot oder Kajak ein.


Im Headquarter kann man auch einige öko-touristische Touren buchen- wenn man Zeit hat. Unsere Zeit reichte gerade für eine angenehme 1 –stündige Rundfahrt mit dem Motorboot.

Beim Empfang durch den Direktor des NP informierte uns auch gleich noch ein pensionierter Armeegeneral über sein erfolgreiches Geschäft mit „ Öko- Fischzucht“. Auf einer übergebenen DVD waren viele Fischzuchtbecken in einem größeren , schiffbaren Fluss zu sehen.

Ob die Fischzuchtbecken, die wir während der Bootsfahrt in einigen Randbuchten des Seen in der Ferne sahen, eine Erweiterung dieses Unternehmens darstellen oder zu dem sogenannten
„Randzonen-Projekt“ gehören, war auf die Schnelle nicht zu klären.


In diesem Projekt soll versucht werden, den Anwohnern sinnvolle Beschäftigungs- und Ernährungsalternativen zu bieten, dass sie die Regeln und den Schutz des NP respektieren.
Da hier auch die giz integriert ist, erheischt das noch ein paar weitere Erkundungen…..    

Freitag, 5. Oktober 2012

Das Wetter des Jahres 2011 von Hanoi im langjährigen Vergleich


Nun habe ich die amtlichen Werte des Amtes für Statistik für das Jahr 2011 erhalten und verfüge nunmehr mit dem Zeitraum von 1993 bis 2011 über 16 Jahresreihen ( richtig nachgerechnet: die Jahre 1996-1998 fehlen im Statistischen Jahrbuch und die Beschaffung vom Amt für Meteorologie war mir zu teuer!!)

Ein Vergleich der  Jahreswerte und der Werte der einzelnen Monate ergibt folgende Aussagen:
  1. Das Jahr 2011 war  zu kalt – mit einem Jahresdurchschnittswert von 23,4 Grad war es sogar das kälteste Jahr des Auswertungszeitraumes. Dazu trugen insbesondere die Monate Januar und März bei, die ebenfalls Minimalwerte des Zeitraumes brachten. Lediglich die Monate Juni, Juli und November lagen ganz knapp über dem Durchschnittswert für die betreffenden Monate
  2. Diese Erscheinung geht einher mit der Tatsache, dass 2011 die Sonne nur 1064 Stunden geschienen hat. Das sind nur 77 % des Durchschnittswertes und Tiefstwert des Zeitraumes. Die Monate Januar, März,  September und Oktober markierten ebenfalls Tiefstwerte. Gering über dem Durchschnitt lag nur der August 2011.
  3. Mit 1795 mm regnete es 2011 106 % vom Durchschnitt. Im März, August, Septem- ber ,  Oktober sowie Dezember regnete es überdurchschnittlich und der Juni markierte mit 396 mm einen neuen Höchstwert. Bemerkenswerter Weise war der Januar sehr trocken ( 9mm), aber es gab im Auswertungszeitraum noch 5 trockenere Januare
Ab Mitte August hatte ich ja bei uns einen Regenmesser aufgestellt. Die ermittelten Werte lagen zwar allesamt in der Tendenz des jeweiligen Monates, wichen aber bis zu 20% nach oben oder unten von den amtlichen Werten ab. Das muss nicht verwundern. Schließlich haben wir hier in Hanoi selbst und auch an vielen Orten öfters festgestellt, dass  lokal begrenzt teilweise erhebliche Unterschiede in der Niederschlagsmenge und- dauer zu beobachten sind.
Wenn ich also auch zukünftig meine NS-Werte mit den amtlichen langjährigen vergleiche, dann haben diese Aussagen eben nur tendenziellen Wert….
  1. Die Monatswerte der relativen Luftfeuchte mit ihrer insgesamt begrenzten
Aussagekraft ( die Tageswerte innerhalb eines Monates variieren „ gefühlt“ wesentlich stärker als die Werte der einzelnen Monate) ergaben, dass der Jahresdurchschnitt 2011 nahezu gleich dem Durchschnitt der 16 Jahre war ( 98 %). Während die Werte der Monate  Februar, Juni, September, Oktober und November über dem jeweiligen Durchschnitt lagen, markierte der Dezember einen neuen Tiefstwert.

Das ist zwar alles interessant. Aber eigentlich wäre es noch schöner, wenn gleich zeitnah den jeweiligen Monat im langjährigen Vergleich analysieren könnte. Aber dummerweise habe ich noch keine amtliche Monatsstatistik zu den Wetterdaten gefunden. Und die tägliche Erfassung aus irgendwelchen Medien ist mir zu aufwendig….

Wen des alles doch noch mehr interessiert und wer noch mehr Aussagen im Detail haben möchte, der möge sich bei mir melden. Ich wollte nicht alle Leser mit zu umfangreichen statistischen Maßzahlen und Tabellen langweilen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Quartalsbetrachtung zum Niederschlag in Hanoi



Nachdem es im August ja tüchtig „ geschüttet“ hatte, war der September dann wieder zu trocken. Im Einzelnen erreichte
der September  mit 76 mm nur 38 % des langjährigen Mittelwertes,
der August mit 415 mm          134 %   und
der Juli       mit 261  mm               81 %.
Aber die Extremwerte der letzten Jahre wurden in diesen Monaten nicht überschritten:
2000 und 2001 war es im September  mit 45 mm bzw. 75 mm noch trockener  und
1994 und 2001 im August  mit 596 mm bzw. 577 mm noch  nässer.
Das 3. Quartal 2012 war insgesamt trockener als der langjährige Durchschnitt. Aber das bisherige Jahr 2012 liegt  mit 2274 mm fast genau auf dem langjährigen Durchschnittswert
( 2284 mm).