„Dồng nát bàn đi“ oder „ bàn là, máy hơng bàn đi“
„ ich sammle Altstoffe…..“
Mit solchen oder ähnlichen Sing-sangs radeln mehrmals am Tage junge oder ältere Frauen auch durch unsere Wohnanlage und verkünden, dass sie Altstoffe sammeln. Die Stimmlagen reichen vom „piepsigen Sopran bis zum rostigen Alt“ . Ja und wenn sie Glück haben, hält sie ein Ruf aus einem der Grundstücke zurück oder an einem der Tore hängt ein Beutel mit Plastikflaschen, Papier odgl. Erstaunlicherweise scheinen sie sich sogar auf bestimmte Altstoffarten spezialisiert zu haben
Bemerkenswert ist auch, welche Wegstrecken sie täglich zurücklegen. Eine dieser Frauen, die auch bei uns gerade fündig geworden war, begegnete mir später in respektabler Entfernung , die ich allerdings mit dem Moped zurückgelegt hatte.
Und je nach Ausbeute ihrer Sammlung streben sie dann später den Aufkaufstellen zu, vor denen zu bestimmten Tageszeiten reger Andrang herrscht. Dort wird dann gewogen, gezählt, gebündelt und gehämmert…. Die finanzielle Ausbeute reicht bestimmt nicht annähernd für eine „ Rockefeller-Story“. Aber die wenigen Dong, die diese mühselige Arbeit einbringt, tragen etwas zum Familien-Etat bei. Wenigstens konnte ich noch keine Anzeichen von irgendwelchen mafiösen Strukturen ( analog zu den „ Bettler-Gangs“ ) beobachten.
„ ding, ding, ding……“
täglich zwischen 15… und 16 Uhr klingt dieser Ruf hell von der Straße herauf . Manchmal kündigt er sich auch mit dem Scheppern eines Metallkarrens über das Pflaster in unserem Wohngebiet an.
Nun heißt es, sich sputen und den oder die Müllbeutel nach draußen zu bringen. Überall öffnen sich die Gartentore und die Anwohner – oder ihre Maids- kommen zur mobilen Sammelstelle. Meist steht dort eine junge Frau und verstaut alles in den Karren. Die typische vietnamesische Kopfbedeckung – der Non- und der Mundschutz lassen nur einen schmalen Spalt für die Augen frei, die meist lustig, bei anderen aber auch mehr gelangweilt drein schauen.
Teilweise wird auch hier etwas verwertbares aussortiert und dann strebt das Gefährt dem nächsten Sammelplatz zu und wieder erklingt das „ ding, ding, ding…“
Später abends kann man diesen Karren dann wieder begegnen. Dann sind sie aber hoch beladen und schwer und die meist schmächtigen Frauen haben doch mächtig zu tun, ihre Fracht durch Strassenunebenheiten und den Verkehr hindurch zum Standplatz zu befördern. Oftmals werden sie dann von einer Kollegin im grün-weißen Arbeitsoverall oder zumindest mit einer Schutzweste bekleidet unterstützt. Diese Frauen gehören zum„ Besengeschwader“ . Mit ihren langstieligen Rutenbesen haben sie vorher Laub und Unrat zusammengefegt. Nicht jeder Haushalt oder jedes Lädchen wartet auf das
„ Abholkommando“ sondern schmeißt eben seinen Abfall einfach so auf die Strasse.
Das alles sammeln Grüngekleideten in derartige Müllkarren. Manche der „ Damen“ sind auch schon mit orangefarbenen Plastetonnen ausgerüstet.
So finden sich dann bis zum Abend an den Standplätzen eine ganze Menge solcher Behältnisse ein. Und dann kommen in den Abend bis Nachtstunden die großen Räumfahrzeuge, in deren „ gefräßigen Bauch“ all dieser Müll verschwindet. In unseren ersten Monaten hier in Hanoi konnten taten noch eine ganze Anzahl der guten , alten LKW W 50 aus Ludwigsfelde
ihren Dienst. Jetzt sind sie zumeist durch neuere Fahrzeuge verschiedener Typen asiatischer Hersteller ersetzt.
Wohin diese dann fahren und wo sie ihre oft Fracht entladen, das haben wir bisher noch nicht erkunden können…
Dieses „dreistufige Procedere“ der Müllbeseitigung vollzieht sich hier in Hanoi und in anderen Orten jeden Tag in …. zigfacher Ausführung. Oft genug sind die „ Besenfrauen“ oder die „ Rumpelkarren“ störende Verkehrshindernisse für den Verkehr in den engen Gassen und Straßen. Aber eigentlich sollten wir doch alle froh sein, dass es sie gibt!!!!!!!
Für die größeren Straßen hat die Stadtreinigung mit dem Motto „ Xanh Sach Dep - Grün Gastfreundlich Schön“ sogar Kehrmaschinen und Sprühfahrzeuge im Fuhrpark.
Somit wird wenigstens einmal am Tage jeder öffentliche Winkel der Stadt vom Müll befreit. Dieser „saubere Zustand“ hält aber nicht allzu lange an, denn bald darauf fliegt wieder genügend Müll auf die Strasse- verpackt oder lose.
In einer nahe bei uns gelegenen Gasse hat man es sogar geschafft, durch Anpflanzung von Bananenstauden die Anwohner davon abzuhalten, Ihren Müll auf eine Baulücke zu entsorgen. Jetzt wird wenigstens das dahinter liegende Chaos durch eine grüne Wand verborgen.
Insgesamt ist Hanoi nicht gerade die sauberste Stadt- aber es gibt wohl auch in Europa noch schlimmere Zustände ( siehe die zeitweiligen Müllberge in italienischen Städten).



