Mittwoch, 21. September 2011

„ ich sammle Altstoffe…..“

„Dồng nát bàn đi“    oder  „  bàn là, máy hơng bàn đi“ 
„ ich sammle Altstoffe…..“

Mit solchen oder ähnlichen Sing-sangs radeln mehrmals am Tage junge oder ältere Frauen auch durch unsere Wohnanlage und verkünden, dass sie Altstoffe sammeln. Die Stimmlagen reichen vom „piepsigen Sopran bis zum rostigen Alt“ . Ja und wenn sie Glück haben, hält sie ein Ruf aus einem der Grundstücke zurück  oder an einem der Tore hängt ein Beutel mit Plastikflaschen, Papier odgl. Erstaunlicherweise scheinen sie sich sogar auf bestimmte Altstoffarten spezialisiert zu haben
Bemerkenswert ist auch, welche Wegstrecken sie täglich zurücklegen. Eine dieser Frauen, die auch bei uns gerade fündig geworden war, begegnete mir später in respektabler Entfernung , die ich allerdings mit dem Moped zurückgelegt hatte.
Und je nach Ausbeute ihrer Sammlung streben sie dann später den Aufkaufstellen zu, vor denen zu bestimmten Tageszeiten reger Andrang herrscht. Dort wird dann gewogen, gezählt, gebündelt und gehämmert…. Die finanzielle Ausbeute reicht bestimmt nicht annähernd für eine „ Rockefeller-Story“. Aber die wenigen Dong, die diese mühselige Arbeit einbringt, tragen etwas zum Familien-Etat bei. Wenigstens konnte ich noch keine Anzeichen von irgendwelchen mafiösen Strukturen ( analog zu den „ Bettler-Gangs“ ) beobachten.


„ ding, ding, ding……“

täglich zwischen 15… und 16 Uhr  klingt dieser Ruf hell  von der Straße herauf . Manchmal kündigt er sich auch mit dem Scheppern eines Metallkarrens über das Pflaster in unserem Wohngebiet an.
Nun heißt es, sich sputen und den oder die Müllbeutel nach draußen zu bringen. Überall öffnen sich die Gartentore und die Anwohner – oder ihre Maids- kommen zur mobilen Sammelstelle. Meist steht dort eine junge Frau und verstaut alles in den Karren. Die typische vietnamesische Kopfbedeckung – der Non- und der Mundschutz lassen nur einen schmalen Spalt für die Augen frei, die meist lustig, bei anderen aber auch mehr gelangweilt drein schauen. 

 Teilweise wird auch hier etwas verwertbares aussortiert und dann strebt das  Gefährt dem nächsten Sammelplatz zu und wieder erklingt das „ ding, ding, ding…“


Später abends kann man diesen Karren dann wieder begegnen. Dann sind sie aber hoch beladen und schwer und die meist schmächtigen Frauen  haben doch mächtig zu tun, ihre Fracht durch Strassenunebenheiten und den Verkehr hindurch zum Standplatz zu befördern. Oftmals werden sie dann von einer Kollegin im grün-weißen Arbeitsoverall oder zumindest mit einer Schutzweste bekleidet unterstützt. Diese Frauen gehören zum„ Besengeschwader“ . Mit ihren langstieligen Rutenbesen haben sie vorher Laub und Unrat zusammengefegt. Nicht jeder Haushalt oder jedes Lädchen wartet auf das
„ Abholkommando“  sondern schmeißt eben seinen Abfall einfach so auf die Strasse.
Das alles sammeln Grüngekleideten in derartige Müllkarren. Manche der „ Damen“ sind auch schon mit orangefarbenen Plastetonnen ausgerüstet.

So finden sich dann  bis zum Abend an den Standplätzen eine ganze Menge solcher Behältnisse ein. Und dann kommen in den Abend bis Nachtstunden die großen Räumfahrzeuge, in deren „ gefräßigen Bauch“ all dieser Müll verschwindet. In unseren ersten Monaten hier in Hanoi konnten  taten noch eine ganze Anzahl der guten , alten LKW W 50 aus Ludwigsfelde


ihren Dienst. Jetzt sind sie zumeist durch neuere Fahrzeuge verschiedener  Typen asiatischer Hersteller ersetzt.
Wohin diese dann fahren und wo sie ihre oft  Fracht entladen, das  haben wir bisher noch nicht erkunden können…
 Dieses „dreistufige Procedere“ der Müllbeseitigung vollzieht sich hier in Hanoi und in anderen Orten jeden Tag in …. zigfacher Ausführung. Oft genug sind die „ Besenfrauen“ oder die „ Rumpelkarren“ störende Verkehrshindernisse für den Verkehr in den engen Gassen und Straßen. Aber eigentlich sollten wir doch alle froh sein, dass es sie gibt!!!!!!!

Für die größeren Straßen hat die Stadtreinigung mit dem Motto „  Xanh  Sach Dep -  Grün Gastfreundlich  Schön“  sogar Kehrmaschinen und Sprühfahrzeuge im Fuhrpark.

Somit wird wenigstens einmal am Tage jeder öffentliche Winkel der Stadt vom Müll befreit. Dieser „saubere Zustand“ hält aber nicht allzu lange an, denn bald darauf fliegt wieder genügend Müll auf die Strasse- verpackt oder lose.
In einer nahe bei uns gelegenen Gasse hat man es sogar geschafft, durch Anpflanzung von Bananenstauden die Anwohner davon abzuhalten, Ihren Müll auf eine Baulücke zu entsorgen. Jetzt wird wenigstens das dahinter liegende Chaos durch eine grüne Wand verborgen.


Insgesamt ist Hanoi nicht gerade die sauberste Stadt- aber es gibt wohl auch in Europa noch schlimmere Zustände ( siehe die zeitweiligen Müllberge in italienischen Städten).




Dienstag, 20. September 2011

Verdis Requiem ist Geschichte



 …. zumindest vorerst für Hanoi.

Dieses anspruchsvolle Werk stand schon zum zweiten Mal auf dem Programm der Hanoier Oper.
 

Diesmal mit dem Vietnamesischen Symphonie-Orchester unter Leitung des Japaners Tetsuji Honna

 Gemeinsam mit einem japanischen Chor und dem Chor der Hanoier Universität für künstlerische Ausbildung war auch der Internationale Chor Hanoi   unter der bewährten Leitung von Graham Sutcliffe
wieder mit von der Partie. Für einige „ Altgediente“ war es demzufolge nur eine Wiederholung. Die Neueinsteiger mussten sich das Werk  aber im Schnelldurchlauf aneignen. Und das „ artete richtig in Arbeit aus“. 

Als Beobachter am Rande lernte ich auf diese Weise die Probenhäuser des Opernensembles und des Symphonieorchesters und auch das „back stage“ des Opernhauses kennen  und die Primitivität und Unordnung jagten mir manch Schauer über den Rücken.

Aber der Mühe Lohn waren dann die beiden gelungenen Aufführungen am 15. und 16. September und der reichliche Beifall des Publikums.

Nun geht es aber gleich im hohen Tempo weiter. Ende September  steht noch mal Carmen auf dem Programm, im Oktober  Beethovens  9. Symphonie und dann im Dezember das Weihnachtskonzert.
Es ist schon bemerkenswert, welche Mühen die allesamt ehrenamtlichen Mitglieder des Internationalen Chores auf sich nehmen und welchen Aufwand an Zeit und Logistik sie betreiben - und das alles nur „ aus Spaß an der Freude“ und für die Ehre, in der Oper Hanoi zu singen und einmal namentlich im Programmheft erwähnt zu werden……
 Übrigens: Auf Youtube findet Ihr Ausschnitte aus der Probenarbeit und dem Konzert
http://www.youtube.com/watch?v=xzjJ1Limbok

Montag, 19. September 2011

Regenzeit

Nach langjährigen Statistiken ( 1898-1990)  fallen in den Monaten Juni bis September  in Hanoi die meisten Niederschläge. In  den Jahren 1993-95 und 1999 –2010 ( also immerhin auch 15 jährige Messreihen) reiht sich  noch der Monat Mai in die Regenzeit ein. Da fallen dann im monatlichen Durchschnitt 200 und mehr mm Regen. Richtig zur Sache geht es im Juli und August mit 342 bzw. 310 mm.
In diesen Monaten liegen dann auch die Monatswerte der Lufttemperatur über 27 Grad und die Sonne scheint am längsten- über 140 Stunden im Monat.

Doch was können uns schon diese Mittelwerte sagen? 
Wie ausreichend informieren sie uns über das Wetter in einem Lande? Richtig interessant wird es, wenn man die Monatswerte in den einzelnen Jahren aus dem 15- Jahreszeitraum anschaut.  Da schwanken die Niederschlagswerte im regenreichsten Monat  Juli zwischen 186 mm im Jahre 1993 und
 551 mm im Jahre 2009.  Im Vergleich  zum Mittelwert vom 324 mm beträgt also die Spannweite zwischen Minimum und Maximum 113 %. In den übrigen Monaten der Regenzeit ist diese Abweichung vom Mittelwert sogar noch erheblich höher
Das muss man sich mal vorstellen!  551 mm  Niederschlag in einem Monat- das sind fünf und ein halber Wassereimer voll auf einen m² . Und diese fallen ja nicht gleichmäßig verteilt über die rund gerechnet30 Tage und  720 Stunden eines Monats. Nein, oft genug schüttet es richtig mächtig. 
Da kommt es eben dann auch vor, dass die Kanalisation die Wassermassen nicht fassen kann und das Wasser nicht in den Gully, sondern aus im heraus strömt und ganze Straßenabschnitte unter Wasser stehen. Ich selbst bin in der Vong Thi schon durch das Wasser gewatet und sogar in der Hai Ba Trung mit dem Moped durch die Fluten gefahren. Leider hatte ich beide Male keinen Fotoapparat zur Hand, aber von Jowi habe ich mir ein paar Bilder von ähnlichen Situationen im Jahre 2010 ausgeliehen.



Und oft genug scheint dann kurz nach dem Guss wieder die Sonne und nach einer Stunde liegt die Strasse wieder trocken, als wäre nichts geschehen- bevor dann der nächste Guss kommt.. Das war am 19.8. diesen Jahres. An diesem Tage  hatten wir  immerhin fast  30 mm in einer Stunde und 57 mm an dem ganzen Tag.
(Seit dem 8.August diesen Jahres habe ich einen Regenmesser installiert und kann nun sogar die Tageswerte feststellen.).
Insgesamt haben wir aber in der Zeit seit August 2009 noch keinen extrem nassen Monat erlebt. Im Gegenteil: das Jahr 2010 war das bisher trockenste in diesem Zeitraum
Und noch etwas zeigen die einzelnen Monatwerte: Man kann sich nicht darauf verlassen, dass es außerhalb der Regenzeit auch wirklich trocken ist!  Im Jahre 2008 hätten die Monate Oktober und November mit 469 und 259 mm es jedem Regenzeitmonat gleich getan.

Ganz anders als beim Niederschlag zeigen sich die einzelnen Monatwerte der Temperatur. 
Die Abweichungen von den Mittelwerten liegen in der Regenzeit  unter 15 % vom Mittelwert. Das heißt, es ist in all den Jahren in der Regenzeit gleichmäßig warm bzw. heiß. Und da hatten wir mit dem August 2009 und Juni 2010 auch gleich zwei „ Rekordhalter“ der15 -Jahres-Reihen

Wer nun erwartet hatte, dass ich noch viel über die Luftfeuchte schreibe, den muss ich enttäuschen. Wie international üblich, wird ja die relative Luftfeuchte gemessen. Und diese sagt mit den Monatsdurchschnittswerten wenig aus. Sie liegen in dem gesamten Zeitraum im Bereich zwischen 67 und 88 %. Hier wären die Tageswerte und vielleicht sogar die Stundenwerte interessanter. Denn ich habe schon mehrfach erlebt, dass die rel. Luftfeuchte den eigentlich typischen Tagesgang durchbricht und binnen kurzer Zeit am Tage sprunghaft wechselt.
Aber insgesamt liegen natürlich bei den hohen Tagestemperaturen der absolute Wassergehalt  der Luft  und alle Feuchteparameter wesentlich über den Werten, die in Mitteleuropa als
 „ Wohlfühlbereich“ angegeben werden.

Und so sitze ich jetzt in meinem Zimmer beim Schreiben und schwitze…….
PS. Die Daten der Jahre 1993-95 und 1999 –2010 habe ich den einschlägigen Statistischen Jahrbüchern kostenfrei entnommen. Auf der langwierigen Suche nach den Meßreihen der jahre 1996 bis 98 wurde ich dann auch noch beim Datencenter des Wetteramtes fündig- scheiterte dann aber an den unverschämten finanziellen Forderungen

Ups, da ist mir doch glatt noch ein anderes Bild " hereingerutscht" , das ich in den MDR-Nachrichten vom 20.09. fand

Nachdem es in Deutschland auch genügend "Land unter-Bilder " gibt, kann ich wohl mit den Mopeds im Wasser niemand mehr schocken. Nur eben, dass hier kaum jemand darüber spricht , weil es zum Alltag gehört

Freitag, 9. September 2011

Taiwan - - Yangminshan- Nationalpark

 Diese ausgedehnte Berglandschaft liegt im Norden der Stadt Taipei( Bei gutem Wetter kann man sie vom Taipei 101 aus sehen)

Nach gut einer Stunde mit Metro und Bus erreicht man den Eingang zum Nationalpark . Teilweise ist die Landschaft vulkanischen Ursprungs und so muss man sich nicht wundern, wenn man sich am Fuße des  
Mt. Qixing ( mit 1120 m der höchste Berg) am Vorhof zur Hölle wähnt. 
 

Es dampft und zischt und riecht stark nach Schwefel.
Hier ist die Vegetation hauptsächlich durch Mann hohes Sauergras geprägt.

Mit einer Rundbuslinie kann man verschiedene Höhepunkte anfahren, so z.b.
 „ Lengshuikeng“- übersetzt heißt das soviel wie "kalte Quellen“, denn hier kommt das Wasser nur ca. 10 Grad über der Lufttemperatur an die Oberfläche, also mit ca. 45 Grad. Im Gegensatz zu den „ hot springs“, die bis zu 70…80 Grad erreichen und in zahlreichen Ressorts und Erholungsstätten zu Bädern genutzt werden.
Wir besuchten das öffentliche Bad bei den kalten Quellen- fein säuberlich getrennt nach Männlein und Weiblein.
                                             Hier dahinter vollzieht sich das Bad- diskret und nackig
                                               Hier wird die "Restwärme" öffentlich genutzt
 In der Nähe ist auch noch der „ Milchsee“ zu bestaunen, der durch gelben und weißen Schwefel gefärbt wird.
 
Von den zahlreichen „Wanderwegen“- hiking trails- wählten wir einen weniger beschwerlichen zum Juansi-Wasserfall – ein kleineres Rinnsal. 
 Aber die üppige  Vegetation unterwegs begeisterte uns immer wieder. Besonders die meterhohen Baumfarne hatten es uns angetan.

Donnerstag, 8. September 2011

Sehenswürdigkeiten in Taipei

Chiang-Kai-Shek- Memorial

“ Etwas sehr monumental thront” es  in einer weiträumigen Parkanlage. Die großen Umfassungsmauern bieten durch 8 Tore freien Eintritt.  Wie ein großes „U“ legt sich eine Anpflanzung verschiedenster Bäume, Büsche und Blumenbeete  um das Monument. Natürlich dürfen Teiche  und Brücken nicht fehlen. Hier kann man sicherlich angenehme Ruhe  finden….


 Der Haupteingang an der Westseite wird flankiert von dem National-Theater und der Nationalen Music Hall – beide im traditionellen Baustil.



 Aber von allen Seiten sichtbar ist eben „ der große Klotz“. 
 Er beherbergt natürlich das personenbezogene Memorial mit vielen interessanten Informationen zur Zeitgeschichte und  bietet auch viel Raum für Ausstellungen, Lehr –und Begegnungsstätten.

Die große Attraktion für die zahlreichen Besucher: der Wechsel der Ehrenwache zu jeder vollen Stunde


 Und noch etwas Skurriles: Der SB- Schalter am Postamt  hält auch Brillen verschiedener Sehstärken zum Ausleihen bereit.


 Longshan- Tempel
 
Als wir uns nach dem Fußweg vom Memorial dorthin erkundigten, wurden wir erst einmal ungläubig angesehen. Ca. 20 min  zu Fuß in der Stadt ist wohl für einen Taiwanesen unvorstellbar. Aber es war ein interessanter, sicher zu belaufender Weg.
Vorbei an einem der Stadttore



 
passierten wir auch die historische Bopillao- Straße, die zu einer Art ethnografischen Freiluftmuseum ausgebaut wird, u.a. auch mit einer Gewürzstraße ( aber da bietet Hanoi mit seiner Altstadt mehr!!)

Im Tempel selbst war „viel Betrieb“. 
Der Tempel ist in traditioneller chinesischer Bauart errichtet, bei der natürlich bunte Drachen und Vögel nicht fehlen dürfen :


 Hier scheint aber mehr das „ Wohlergehen des eigenen Ichs“ in Vordergrund zu stehen, als die Ahnenverehrung. Sehr oft konnte man die Einheimischen beobachten, wie sie durch Werfen von Hölzchen und Spruchstäben danach trachteten, Informationen über Ihr Geschick zu erhalten oder dies positiv zu beeinflussen.
Aber auch für stille Andacht war genügend Zeit und Raum. 

 
Hier im Longshan-Tempel wird der Schutzgott der Reisenden zu Wasser und zu Lande besonders verehrt.


 Sein „ Kollege“, der Schutzgott der Reisenden zu Luft, hat sein Domizil  im
 Zhinan- Tempel
 Diese imposante Anlage liegt etwas außerhalb der Stadt und ist gut mit Metro und Gondola-Bahn erreichbar.
Sie ist Heimstätte der Glaubensrichtungen Konfuzionismus, Taoismus und Buddhismus.


 Welcher Glaubensrichtung diese kleine Gebets-Prozession von Mönchen und Gläubigen zuzuordnen war, konnten wir nicht erkennen 
 
Natürlich spendeten wir hier auch unsere drei Räucherstäbchen, um dem Schutzpatron der Luftreisenden zu huldigen.
Ob das wohl etwas mager war und wir deshalb am Montag morgen zwei Stunden im Flugzeug ausharren mussten, ehe eine Unregelmäßigkeit am Triebwerk behoben wurde …???
oder doch ausreichend, und wir demzufolge trotz der Probleme am Triebwerk heil und gesund den Flug bewältigten…..???
wer will uns die richtige Deutung sagen……..
 
Taipei 101

Das bis vor wenigen Jahren höchste Bauwerk der Welt steht in der ostwärts gelegenen  Taipei New City, umgeben vom  World Trade Center und vielfältigen Ausstellungs- – und Shopping Malls.
 Der, immer noch, schnellste Aufzug der Welt bringt einem in Sekundenschnelle zur geschlossenen Aussichtsplattform im 89. Stock. 

                                               Blick auf die Sun Yat-sen Memorial Hall

Die Sicht war zu unserem Besuchszeitpunkt etwas eingeschränkt. Aber mit oder ohne Audio-Guide ( auch auf Deutsch erhältlich) bekommt man schon einen tollen Eindruck von der Stadt, für die wohl der Slogan zutrifft „ Quaderförmig, praktisch, gut- aber das sehr weiträumig“- das soll heißen: den Bauten im Einzelnen und der Stadt im ganzen fehlt etwas an individuellem Flair, so wie uns das in Kuala Lumpur und Dubai so beeindruckt hat.
                                      Die Bella Vita-Mall   - eines der modernen Gebäude mit wenigstens etwas " Gesicht"

 
Ganz da oben kann man auch das derzeitig weltweit größte und einzige öffentlich zu besichtigende Tilgerpendel  bestaunen.:  Eine 660 t schwere Stahlkugel soll die maximal auftretenden Schwingungen des Turmes halbieren. 
 
Insgesamt ist es schon erstaunlich, dass dieses – einem Bambusrohr nachempfundene Bauwerk- seit 2003 den über 40.000 Erdbeben und 4 Taifunen je Jahr  ( lt. Wikipedia) stand gehalten hat.
                    Übrigens: nach 21 Uhr werden die Außenlichter ausgeschaltet und nur noch die Turmspitze ist erleuchtet.
                                                                             Ausdruck wirtschaftlicher Vernunft?

Auf dem Rückweg zum Lift werden alle Besucher noch durch einen umfangreichen Show-Room mit Korallenkunst  geleitet. Und so kennen wir nun auch den Unterschied zwischen  den lebenden Korallen und dem Korallenstein, der vor Taiwan in 100…1.100m Tiefe aus dem Meer gewonnen wird.




Mittwoch, 7. September 2011

Kurztrip nach Taiwan

Taiwan und Insel Formosa- dazu hatte ich in meiner Erinnerung nur die Gedankenverbindung zum  „ Konterrevolutionären General Tschiang Kai Chek“. Aber das stammte ja noch aus der Zeit, als man uns Geschichten von der „  Volkskommune Große Sojabohne im Lande des großen Führer Mao“ erzählt hatte…..
Um dieses „terra incognita“  etwas zu erkunden, nutzten wir den Staatsfeiertag in Vietnam und eine Promotion von Vietnam Airlines zu einem 4-tägigen Kurzbesuch. Leider reichte die Zeit nur für die Hauptstadt Taipai und die nähere Umgebung.

Und das Fazit: Wir waren sehr angenehm beeindruckt durch high tec, Ordnung, Organisation, Freundlichkeit und eine tolle Umgebung der Stadt Taipei.

Der erste „ Kulturschock für einen durch Hanoi geprägten Reisenden“ – der Bus vom Flughafen zum Hauptbahnhof: gut organisierter Ticketverkauf, saubere und bequeme Sitze, Anzeige der Stationen in mindestens 3 Sprachen ( darunter auch in Englisch), zügige Fahrt auf  high ways mit eigener Busspur.

Die Menschen waren allesamt freundlich, diszipliniert und hilfsbereit. Nahezu alle sprachen so viel englisch, dass sie unsere Fragen beantworten konnten- oder fanden binnen kurzer Zeit jemand, der dies konnte.

Es herrschte überall Ordnung und Disziplin- auch bei starkem Straßenverkehr. Man konnte ruhig auf den Fußwegen laufen. Keine Schmutzecken ( auch in den engeren Gassen)- aber Mülltrennung! Viele Mopeds und auch einige Fahrräder parken auch über Nacht auf den vorgezeichneten Plätzen- ohne Bewachung und z.T. nicht mal angeschlossen.

 Diese Disziplin stammt sicherlich z.T. noch von den „ japanischen Wurzeln ( von 1895 bis 1954 japanische Kolonie) und einem offensichtlich straffen Strafsystem  ( Essen, Trinken, Rauchen oder Kaugummi spucken in der Metro kostet 7500 TWD (Taiwan-Dollar)  ( ca. 190 €).

Verkehrssystem

Die ca. 2,6 Mill. Einwohner ( August 2009) müssen sich ja irgendwie bewegen. Und so walzen dichte Ströme von PKW, Zwei-Rädern und Bussen durch ein großzügiges Straßensystem, das an bestimmten Knotenpunkten drei Ebenen erreicht.
Die Metro umfasst 9 Linien mit insgesamt 10 Verbindungs- und Umsteigestationen. Die Präzision ist beeindruckend, den die Zugtüren halten tatsächlich immer an den vorgezeichneten Haltelinien für die disziplinierten Warteschlangen der Reisenden. An einigen Stationen sind die Gleise noch extra durch Barrieren geschützt, die sich vom Zug gesteuert öffnen und schließen.
 Zum Bezahlen kauft man sich auch als Tourist eine Prepaid-  „easy-card“ für 200 TWD, incl. 100 TWD Startguthaben. Mit dieser kann man dann auch im Bus oder in der Schwebebahn bezahlen. Die Preise liegen bei 16 TWD im Stadtbus bis 46 TWD für 6 Metrostationen.
Wenn man die Karte nicht mehr benötigt, bekommt man das Restguthaben und 80 TWD vom Deposit zurück- ohne Formulare odgl. !! Eine bequeme Angelegenheit!

Eine Gondelbahn führt in ein Ausflugsgebiet im Süden der Stadt.


                               Hier ein Blick auf eine " Randsiedlung- die sehenswürdigkiten der Stadt folgen noch später

Über 4,1 km  überwindet die Bahn 275m Höhenunterschied. Neben den 114 regulären Kabinen verkehren auch  30 „ Chrystal-Kabinen“ mit Glasboden Aus diesen  nimmt einem der Blick nach unten auf das dichte Laubdach teilweise doch etwas den Atem.