Dienstag, 1. März 2011

Nachtrag zum „Reich der Bäume“

Der Taman- Negara- Nationalpark bietet natürlich noch viel mehr Gelegenheiten, sich dieser wunderbaren Natur anzunähern. Einige davon haben wir genutzt:
- die Anreise per Boot
   Drei Stunden dauert die Fahrt auf dem schmalen Kahn. Für den Reisenden, der aus den Großstädten oder direkt aus Europa kommt, bietet sie sicherlich viele imposante Eindrücke. Dem schon etwas Dschungelerfahrenen  wird es dann aber doch etwas eintönig.
- eine Nachtwanderung zur Tierbeobachtung
   Mit  Kameras, Taschenlampen und großen Erwartungen versammelten wir uns am Treffpunkt, setzten über den Fluss, passierten das Hotel und die strengen Kontrollen der Eintrittserlaubnis und der Lizenz zum Fotografieren   und dann waren wir schon im dunklen Dschungel und sahen …..
               Menschenmassen,
   die sich auf dem teils befestigten, teils arg glitschigen Rundweg in beiden  Richtungen durch den Dschungel schoben.
   Leider waren viele von ihnen dabei auch noch recht lautstark!

 Ach ja, Tiere sahen wir auch:
  Ein paar Rehe, d.h. von diesen waren nur die schemenhaften Umrisse zu erkennen und die
                Augen leuchteten im Licht der zahlreichen Taschenlampen,
  Spinnen, Skorpione, Tausendfüßler, Riesenameisen und eine Schlange.
Alles in Allem- dieser Programmpunkt war kein Höhepunkt!
Aber eine große Attraktion gab es doch noch -ein Schabracken- Tapir.



 Dass wir dieses, eigentlich scheue Tier zu Gesicht bekamen, war doch ein Glücksfall, denn gerade an dieser Stelle zog eine „ Horde besonders lautstarker Koreaner(?)“ durch den Wald.

Dieses Bild und einige andere aus den vorherigen Blogs ( besonders die Panoramabilder) stellte freundlicherweise unser Freund und Mitreisender Michael Braun zur Verfügung


- „rapid shooting“
Nein, es ging nicht zur Hasenjagd, wie ein Holländer beim Kauf der Tickets für den Nationalpark erwartet hatte.
Eine Bootsfahrt durch Stromschnellen war angesagt.
„Es kann etwas nass werden“ - war uns mit Hinweis auf die entsprechend Bekleidung gesagt worden und alle empfindlichen Ausrüstungen wurden vorsorglich in Plastesäcken verstaut.
Und es wurde nass!!! Die Bootsführer von zwei gleichzeitig gestarteten Boot hatte ihren großen Spaß daran, uns so richtig „ einzuweichen“- und die Passagiere  taten noch das Übrige dazu und so spritzte eine Fontäne nach der anderen über uns. Wie die „begossenen Pudel“ erreichten wir dann unser nächstes Ziel- und auf der Rückfahrt ereilte uns noch mal das gleiche Schicksal- zum Glück war es nicht kalt!!

- Besuch im Dorf der Orang Asli
Nach einigen Literaturstellen im Internet sollen diese Ureinwohner auch die Vorfahren der Aborigines in Australien sein. In grauer Urzeit sollen einige von Ihnen den Weg über das Wasser dahin gefunden haben.
Hier im Nationalpark leben sie in einigen Siedlungen noch so wie ihre Vorfahren.




Sie haben die  „ Lizenz zum Töten“, d.h. sie dürfen im Nationalpark für ihren Eigenbedarf jagen und
fischen und ernähren sich nur von den Früchten des Waldes.
Na ja , wohl doch nicht so ganz, denn der Kontakt mit den Neuzeitmenschen und ein gewisser Show-Effekt lässt sich an einigen Momenten nicht verleugnen. Aber:
Jagen mit Blasrohr; 

 Gift für die Pfeile, das aus einem Baum gewonnen wird; 
Feuer anzünden mit weichem Holz und einem Seil aus Ratan


 —das waren einige Erfahrungen, die uns dieser Besuch vermittelte.
Alle Einwohner waren  recht wohlgenährt  und besonders die Kinder waren zumeist „ echte Wonneproppen“ – das alles von den Früchten des Waldes?






Donnerstag, 24. Februar 2011

Im Reich der Bäume

Das Brett unter mit wackelt und schaukelt. Darunter reicht
der Abgrund bis zu 50 m hinunter und neben mir ragen die Äste der Baumwipfel
fast bis zu mir heran. Nur ein Seil rechts und links bleibt mir zum Festhalten.
Mir ist ganz schwummrig zu Mute. Aber ich habe es ja so gewollt und nun muss
ich eben durch bzw. darüber.
Na, nun übertreibe mal nicht so, lieber Günter!!
Der "Canopy walk” im
Taman Negara- Nationalpark
ist doch schon ganz schön sicher. Die
Bodenbretter sind fest verzurrt ( auch wenn an einigen Stellen die Termiten am
Fressen waren) und rundherum bis zu den Seilen in Griffhöhe sorgen stabile
Netze dafür, dass nichts hindurch und herunterfallen kann.

 Aber das ganze schaukelt doch ganz schön- mehr, als ich
erwartet hatte. Und auch die Ruhepodeste zwischendurch schwanken leicht mit den
Bäumen, an denen sie befestigt sind.
An einer Stelle sind sogar noch Treppen in den Seilen
eingebaut – das ist wieder etwas mehr kribbelig. 
 Aber bei aller Anspannung bleibt doch genug Muse, um die atemberaubenden Blicke genießen zu können
hinüber zum Fluss
hinunter zum Grund, den man manchmal durch das Laubdach erblicken kann


hinauf zu den Baumriesen, die uns immer noch überragen
0der eben einfach hinein in die Vielfalt der Baumwelt- selten genug, dass man sich da mal " auf gleicher Augenhöhe" befindet:


Nach langen 40 Minuten hat man die ganze Tour bewältigt- mit weichen Knien und flauem Magen, aber doch auch mit einer ganzen Portion von Stolz. Da hatte sich das Warten in der Schlange der Unternehmungslustigen doch gelohnt.

Doch nicht nur aus luftiger Höh` oder auf dem Boden (ebenerdig oder beim mühseligen kraxeln bergauf und- ab) zeigt sich der älteste Regenwaldbestand Asiens in voller Schönheit und Vielfalt.
Bei einer Bootsfahrt auf einem flachem Flussarm

 zu den Stromschnellen „ Lata Berkoh“ 
 lässt einen die Großzügigkeit, mit der die Natur hier einen tollen Anblick nach dem anderen
„ hingezaubert“ hat, fast andächtig werden.
Baumriesen ragen schräg über den ganzen Fluss hinweg

Lianen und Luftwurzeln hängen von hoch da droben bis zum Boden oder fast ins Wasser


Baumstämme haben sich Schlingpflanzen wie Kapuzen übergezogen. So scheint es, als würden Geister am Ufer stehen….

 Und mit etwas Glück sieht man auch grell-bunte Vögel und eine Wasserschlange, die aber allesamt für die Kamera viel zu schnell waren, leider…

Und noch eine "Attraktion" war zu sehen:
Musleminnen beim Badespass
 In voller, nasser " Montur" zogen sie danach fröhlich wieder zum Boot zurück.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Dschungel in Malaysia

Der Regen trommelt auf das Laubdach des Dschungels- mal im sanften „ Piano“, dann wieder im kräftigen „ Stakkato“, das sich auch zeitweilig zum „ Fortissimo“ steigert. Auf dem glitschigen Boden kommen wir nur mühselig voran, denn den befestigten Weg haben wir schon vor längerer Zeit hinter uns gelassen. Wir hangeln uns an Lianen und Luftwurzeln voran. Mächtige Baumriesen mit ihren gewaltigen Brettwurzeln

 stellen sich uns in den Weg und das vielartige Gesträuch, dessen Beschreibung ganze botanische Lehrbücher füllen könnte, lockt auch nicht gerade zum Durchkriechen. 


Auf einem Plateau finden wir einen Baum,  der seine wilden Früchte – Mandarinen oder Mini- Apfelsinen- zu Maß abgeworfen hat. Brrrh, sie sind bitter und sauer. Aber die neuen Blüten verbreiten einen betörenden Duft. An einem anderen Baum wachsen die Blüten direkt aus dem Stamm.
 Als der Regen gerade mal etwas nachgelassen hat, beobachten uns Affen verwundert bei unserem Treiben. Was diese seltsamen Wesen hier wohl suchen, mögen sie sich denken.


So oder ähnlich mag es wohl den GI`s zu Mute gewesen sein, als sie sich vor Jahren im Indochina-Krieg durch den Dschungel bewegen mussten. Und das tagelang…..

Aber das müssen wir nicht!!

Wir sind keine 30 Minuten von unserem Ressort

                                                             Das Resort " Impian Inn"

auf der Insel Tioman entfernt und haben die Gewissheit, dass wir bei Zeiten wieder eine trockene Behausung finden. Und so lassen wir uns weiterhin einfangen von der beeindruckenden Kulisse



 und  betrachten interessiert, wo und wie sich Schling- u.a. Pflanzen sogar auf Gesteinsbrocken fest verwurzelt haben.

 Und auch eine Schlange lässt sich durch uns nicht bei Ihrer Mahlzeit ( ein kleiner Gecko) stören.


Die Insel Tioman
liegt ca. 30 km vor der Ostküste Malaysias im Südchinesischen Meer.

Die Regenzeit machte sich in diesem Jahre ihrem Namen alle Ehre, obwohl sie nach langjähriger Statistik eigentlich schon zu Ende sein sollte. Und so war die Entscheidung, dahin von Kuala Lumpur aus zu fliegen vollkommen richtig, denn die Fähre zum Festland war gerade mal zwei Tage nicht gefahren.

Allerdings bedarf die Landung starker Nerven und Mägen, denn der Mini- Flughafen ist von bewaldeten Bergen umgeben. Deshalb nähert sich die Propellermaschine vom Typ Dash 7 nahezu im Sturzflug der Landebahn  und kommt dann auch schon nach extrem kurzem Rollweg zum Stehen.
Nur zum Ressort Berjaya führt eine befestigte Straße, auf dem dann auch die Touristen gefahren werden.
Die übrigen Orte der Insel  mit Ihren Ressorts sind  nur per Boot erreichbar. Unser Miniboot, das uns nach Genung brachte , schaukelte ganz schön in den Wellen
                                    Das ist unser Boot- Nein , nicht das große links, sonder das Kleine in der Mitte!
Oder aber man bewegt sich zu Fuß. Der Weg zwischen Genung und dem Nachbarort Paya näherte sich teilweise ziemlich dicht der obigen Schilderung des Dschungels

In der Regenzeit waren wir fast die einzigsten Gäste im Ressort und im Ort. In der „high season“ ist hier sicherlich viel Betrieb, denn eine ganze Anzahl meist sehr einfacher Herbergen drängen sich dicht an dicht auf dem schmalen Streifen zwischen Strand und Dschungel, der sich bis auf die beiden, ca. 1000 m  hohen Berge hinauf zieht.
Die Ebbe hat den Strand leer gesaugt
Dort, wo gestern abend noch die Flut an der Promenadenmauer hoch aufspritzte, zieht sich jetzt ein breiter Sandstrand  hin. Hier kann man weit laufen. Vom Süd- bis zum Nordende der Bucht sind es bestimmt mehr als 2 km. Wir waten durch mehrere Bäche, die vom Dschungel kommend, sich ins Meer ergießen und  finden  jede Menge Korallenreste und tolle Muscheln. Zum Baden lockt der Strand auch bei Sonne nur an einigen Stellen, denn viele Steine und Felsen gebieten Vorsicht. Weiter hinten in den größeren Felsen spielen die Krabben „ Verstecken“ 

An dieser Stelle der Insel ist das Schnorcheln nicht so attraktiv. Einen Bootsauflug zu lt. Berichten tollen Revieren verhinderte die raue See.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Phnom Penh

Die Busfahrt von Siem Reap ( im Norden ) nach Sihanoukville  (im Süden)  zeigte wenig Eindrucksvolles. Einzig bemerkenswert war, eine andere Art der Bewirtschaftung der Reisfelder  zu beobachten. Hier wurde der Reis nahezu aus dem Wasser heraus geerntet.

Auch die Hauptstadt Phnom Penh kann man nun nicht gerade als eine der „ Perlen Südost- Asiens“ bezeichnen.
Sicherlich findet man im Königspalast mit Silver- Pagode, Nationalmuseum, 
dem Viertel um die Kunstakademie  und im Wat Phnom einige  interessante Details, wie z.B
- den vielarmigen Künstler (eine Adaption der barmherzigen  Göttin mit den 1000  Armen und Augen? 
- den eigenwilligen Look von Taschen aus vietnamesischen Verpackungsmaterial    
                                                                           
- die Statue des 
jugendlich gestylten Stalin














- die Gesichter der Parkbänke     


Aber der Palast in seiner Gesamtheit fällt doch gegenüber dem von Bangkok erheblich ab. Das betrifft nicht nur die Größe und Ausstattung, sondern auch die Erhaltung und Sauberkeit.
Und der Stadt insgesamt konnte ich auch keine Schönheit zusprechen.


Dienstag, 8. Februar 2011

Im Mangrovenwald


Nach der " Tet-Pause" kann ich nun die Berichterstattung über Cambodia vervollständigen:

Das Boot tuckert durch den  Ream- Nationalpark. Manchmal gleiten wir ganz dicht an den Mangroven entlang. In diesem einzigartigen Ökosystem wachsen nahezu 50 verschiedene Baumarten, Farne und
 die Nipa- ( Mangroven-) palme.
Dann wieder steuern wir mitten auf die Wasserfläche und passieren lokale Fischer bei ihrer Arbeit.
Wir genießen die ruhige friedliche Stimmung


und erreichen nach entspannter Fahrt  die Seeküste und dort einen kleinen ruhigen Strand – fast menschenleer.
Der Rückweg

Nur ein winzig schmaler Pfad windet sich durch den Dschungel - nahezu undurchdringlich und geheimnisvoll. Wenn man sich da hindurch kämpfen müsste…..
Schlich nicht gerade da vorne ein Tiger durchs Gebüsch?  Und ist das über uns wirklich nur ein Ast? Bewegt der sich auch wirklich nicht? Huch, was raschelte da eben am Boden ?


Keine Gefahr!! 
Die wilden Tiere haben sich bestimmt schon längst verzogen. Aber gleich trifft uns  ein ganz anderer Schock :
In diesem biologischen Kleinod erlauben die Behörden einem chinesischen Investor, ein Hotel zu bauen – schade!!!

Beim Dorf mit der Rangerstation gibt’s noch einen Beitrag zu unserer Weiterbildung in Bezug auf Kulturpflanzen: Ein Cashew- Strauch