Wenn man Besuch in Hanoi hat, fährt man natürlich auch in
die Ha Long Bay. Stimuliert durch unsere guten Erfahrungen mit dem Boot und dem
Tourorganisator in den letzten Jahren,
hatten wir für das vergangene
Wochenende wieder die „ Oriental Sails“ gebucht.
Beim Einchecken im Hafen erlebten wir dann die erste
Überraschung. Es gibt unter diesem Namen zwei Boote- ein großes mit 14 Kabinen
und ein kleines mit 8 Kabinen. Obwohl wir ausdrücklich das große, uns bekannte
Boot gebucht hatten, wurden wir auf das Kleine geleitet. All unsere Proteste
wurden nach geraumer Wartezeit mit dem üblichen „ sorry….“ beantwortet. Und so
mussten wir während der Fahrt konstatieren, dass das kleine Boot zum gleichen
Preis auch „ kleineren Service“ bietet und vor allem bei der Darbietung der
Speisen nicht die „ Ah..!“ und „ Oh..!“- Erlebnisse brachte, wie wir es schon
zwei mal auf dem Großen genießen konnten- Schade! Mal sehen, was meine
Beschwerde in den nächsten Tagen im Office bringen wird.
Die nächste Überraschung waren die Unmassen an Booten. Bei
unseren letzten Trips hatte sich das Gewusel im Hafen dann wieder einigermaßen
zerteilt und nur an der Höhle wieder „zusammengerudelt“.
Aber diesmal war man
fast auf der ganzen Fahrt von ganzen Flotten von Booten umgeben. In der
Übernachtungsbucht lag ja das Boot nie ganz allein, aber diesmal war durch die
Vielzahl der Boote mit ihren permanent tuckernden Generatoren die Ruhe und
frische Luft doch um einiges beeinträchtigt, so dass wir sogar die Klimaanlage
dem offenen Fenster vorzogen.
Noch schlimmer wurde es am Sonntag, an dem die Vielzahl der
Tagesausflugsboote an den
„ Kissing Birds“
regelrechte Warteschlangen bildeten ( um den Touristen das begehrte Fotomotiv
zu bieten)
und in dem „ flooting village“ Massen von Menschen auf die Hausboote
stürmten.
Ob dieser große Andrang an Touris nun dem Wochenende in
Kombination mit dem Höhepunkt der Touristensaison geschuldet war oder ob auch
die Wahl der Halong Bay zu den neuen „ Weltwundern“ ( siehe http://www.ngungon.de/?p=1387) schon
Wirkung zeigte lässt sich wohl kaum eindeutig klären- jedenfalls war der Genuss
der einmalig schönen Landschaft etwas eingeschränkt.
Aber es gab auch angenehme, neue Erlebnisse:
Nachdem wir zwei Jahre hintereinander die Tour durch das
gleiche flooting village gefahren waren, lernten wir in diesem Jahr ein neues
Dorf kennen.
Am tollsten aber war die Show, die uns zwei kleine Affen im Felsklettern
boten. Bei der Kajak-Tour kurz vor Sonnenuntergang waren wir durch einen
Felsentunnel in eine Lagune gefahren. Und dort am Ufer tummelte sich eine ganze
Horde, relativ kleiner Affen in den Bäumen. Ein junges Tier kletterte dann
tatsächlich auch auf die steilen blanken
Felsen. Zu viel Kletter-Erfahrung schien er nicht zu haben, denn trotz
aller Anstrengungen geriet er immer weiter nach unten dem Wasser entgegen. Wir
sahen ihn schon vor unserem geistigen Auge ins Wasser fallen. Doch plötzlich
löste sich aus der Gruppe auf den Bäumen ein zweiter kleiner Gesell und folgte
behende seinem Artgenossen. So als wollte er diesen moralisch unterstützen und
anleiten, denn zu zweit gewannen sie doch auch wieder an Höhe und näherten sich
dem Felsrand mit den rettenden Bäumen ( wie so oft im Leben, hatte ich
natürlich im Kajak keine Kamera dabei, um dieses Schauspiel auf die Linse zu
bannen- leider)
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