Dienstag, 22. November 2011

„ Herdenauftrieb“ in der Bucht


Wenn man Besuch in Hanoi hat, fährt man natürlich auch in die Ha Long Bay. Stimuliert durch unsere guten Erfahrungen mit dem Boot und dem Tourorganisator  in den letzten Jahren, hatten wir  für das vergangene Wochenende wieder die „ Oriental Sails“ gebucht.

Beim Einchecken im Hafen erlebten wir dann die erste Überraschung. Es gibt unter diesem Namen zwei Boote- ein großes mit 14 Kabinen und ein kleines mit 8 Kabinen. Obwohl wir ausdrücklich das große, uns bekannte Boot gebucht hatten, wurden wir auf das Kleine geleitet. All unsere Proteste wurden nach geraumer Wartezeit mit dem üblichen „ sorry….“ beantwortet. Und so mussten wir während der Fahrt konstatieren, dass das kleine Boot zum gleichen Preis auch „ kleineren Service“ bietet und vor allem bei der Darbietung der Speisen nicht die „ Ah..!“ und „ Oh..!“- Erlebnisse brachte, wie wir es schon zwei mal auf dem Großen genießen konnten- Schade! Mal sehen, was meine Beschwerde in den nächsten Tagen im Office bringen wird.

Die nächste Überraschung waren die Unmassen an Booten. Bei unseren letzten Trips hatte sich das Gewusel im Hafen dann wieder einigermaßen zerteilt und nur an der Höhle wieder „zusammengerudelt“. 


Aber diesmal war man fast auf der ganzen Fahrt von ganzen Flotten von Booten umgeben. In der Übernachtungsbucht lag ja das Boot nie ganz allein, aber diesmal war durch die Vielzahl der Boote mit ihren permanent tuckernden Generatoren die Ruhe und frische Luft doch um einiges beeinträchtigt, so dass wir sogar die Klimaanlage dem offenen Fenster vorzogen.





Noch schlimmer wurde es am Sonntag, an dem die Vielzahl der Tagesausflugsboote  an den
 „ Kissing Birds“ 

regelrechte Warteschlangen bildeten ( um den Touristen das begehrte Fotomotiv zu bieten)









 und in dem „ flooting village“ Massen von Menschen auf die Hausboote stürmten.



Ob dieser große Andrang an Touris nun dem Wochenende in Kombination mit dem Höhepunkt der Touristensaison geschuldet war oder ob auch die Wahl der Halong Bay zu den neuen „ Weltwundern“ ( siehe http://www.ngungon.de/?p=1387) schon Wirkung zeigte lässt sich wohl kaum eindeutig klären- jedenfalls war der Genuss der einmalig schönen Landschaft etwas eingeschränkt.


Aber es gab auch angenehme, neue Erlebnisse:
Nachdem wir zwei Jahre hintereinander die Tour durch das gleiche flooting village gefahren waren, lernten wir in diesem Jahr ein neues Dorf kennen.
Am tollsten aber war die Show, die uns zwei kleine Affen im Felsklettern boten. Bei der Kajak-Tour kurz vor Sonnenuntergang waren wir durch einen Felsentunnel in eine Lagune gefahren. Und dort am Ufer tummelte sich eine ganze Horde, relativ kleiner Affen in den Bäumen. Ein junges Tier kletterte dann tatsächlich auch auf die steilen blanken  Felsen. Zu viel Kletter-Erfahrung schien er nicht zu haben, denn trotz aller Anstrengungen geriet er immer weiter nach unten dem Wasser entgegen. Wir sahen ihn schon vor unserem geistigen Auge ins Wasser fallen. Doch plötzlich löste sich aus der Gruppe auf den Bäumen ein zweiter kleiner Gesell und folgte behende seinem Artgenossen. So als wollte er diesen moralisch unterstützen und anleiten, denn zu zweit gewannen sie doch auch wieder an Höhe und näherten sich dem Felsrand mit den rettenden Bäumen ( wie so oft im Leben, hatte ich natürlich im Kajak keine Kamera dabei, um dieses Schauspiel auf die Linse zu bannen- leider)

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