Montag, 10. Oktober 2011

Kinderernährung


Also, irgend etwas müssen wir früher bei der Ernährung unserer Kinder falsch gemacht haben. Dieser Eindruck könnte sich einem aufdrängen, wenn man hier in Hanoi beobachtet, wie vielerorts die Kinder gefüttert werden.
„ 1. Grundsatz“: gestillt werden die Kinder nur kurze Zeit.
 In einer offiziellen Verlautbarung aus dem Bereich Gesundheits- und Sozialwesen soll sogar ausgeführt worden sein, dass Muttermilch schädlich ist ( So zumindest die Aussage eines Kollegen, der in diesem Bereich tätig ist). Und deshalb sind die Regale in den Mimimärkten voll mit irgendwelchen Kindernahrungs- und Ergänzungsprodukten. Und die Mitbringwünsche der Kolleginnen bei Heimreisen nach Deutschland  beinhalten oft genug  „ Vitamine u.a. Gesundes für die Kinder“

2. Grundsatz“ – Gefüttert wird auf der Straße oder zumindest im öffentlichen Leben

wie oft beobachten wir hier, dass die Großmütter oder auch Mütter mit den lieben Kleinen zum Füttern auf die Straße ziehen. Ob im Rollstühlchen oder auf dem Arm- da wird herumgezeigt und erzählt und schwups… haben die Kleinen wieder einen Löffel Brei im Mund.

Und das passiert nicht nur hier in unserem unmittelbaren Umfeld etwas am Rande der Stadt.
Nein- auch auf der Pho Cat Linh, einer stark befahrenen Geschäftsstrasse beobachtete ich eine Frau im schicken Office- Kostüm, den Kleinen auf der Hüfte. Mit dem rechten Arm hielt sie den Kleinen und die Breischüssel und die linke Hand führte den Löffel aus der Schüssel zum Mund des Kleinen. Und um sie herum „ tobte“ der Verkehr- natürlich die Mopeds auch auf dem Fußweg….

Und noch eine nahezu abstruse Beobachtung in der Vong Thi. Eine Frau hielt ein Kind
( 1,5 bis 2 Jahre) auf dem Schoß und dazu noch eine Tasse mit Saft o.a.  Flüssigkeit. Aus dieser Tasse füllte sie eine  Spritze und pumpte damit die Flüssigkeit in den Mund der Kleinen, die dann nur noch schlucken musste.

Ein schon etwas „ vervietnamesierter“ Kollege- lebt schon über 6 Jahre in Hanoi, ist mit einer Vietnamesin verheiratet, aber bisher ohne eigene Kinder- interpretierte diese Art der Kinderfütterung so:
„ Das ist doch geschickt. Die Kinder sind abgelenkt und konzentrieren sich nicht darauf, ob sie überhaupt essen wollen und ob es schmeckt und schlucken automatisch….“

In der Gänsemast nennt man so etwas wohl  „ Stopfen“ – und das ist wohl verpönt……

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