Dienstag, 22. September 2009

Wohnungssuche

( Das ist wieder ein Beitrag aus der Reihe „ Aufarbeitung unserer ersten Schritte“ und passt nicht ganz in die chronologische Abfolge)

Nach unserer Ankunft in Hanoi wohnten wir zunächst im Hotel „ Oriental Palace“- das hatte das GTZ- Büro in Hanoi vermittelt und gebucht.

Für unseren zeitweilig, dauerhaften Wohnsitz hatten wir uns vorgenommen, ein Haus zu mieten.
Unsere anfänglichen Prämissen waren:
- möglichst nahe an Veras Arbeitsplatz in der Cat Linh street-
Die Satteliten-Stadt Ciputra schlossen wir von vornherein aus
- möglichst ruhige und luftige Lage, d.h. nicht unmittelbar an einer Straße
und/oder „Moped-Gasse“
- Terrasse- möglichst überdacht
- 3 bis 4 Wohn- und Schlafräume
- trocken, d.h. keine offensichtlichen Wasserschäden
- kleiner Garten
- Miete 1.000 bis 1.300 $/ Monat
-
Nachdem uns Jovi mit seinem im Juli gefundenen Haus in Ba Dinh mit Garten und Swimming-Pool „ den Mund wässrig gemacht“ hatte, nahmen wir dieses Kriterium mit in die Suchliste auf, mussten aber sehr schnell feststellen, dass er damit wohl aufgrund seines Zeitvorsprunges von 1 Monat einen großen Glückstreffer gelandet hatte.

Nach Recherchen im Internet und aufgrund von Empfehlungen von Kollegen schalteten wir insgesamt 4 Makler in die Suche ein, die insgesamt sehr unterschiedlich aktiv waren:
- 1 Makler zeigte uns nur die „ Villa im französischen Stil“ und dann war
„ Funkstille“
- Mrs. Ha lies uns zwei Häuser zeigen. Nachdem wir uns mit einem Vermieter-
einem deutschsprechenden Ehepaar recht freundlich unterhalten hatten, war
sie dann doch sehr enttäuscht, dass wir dieses Haus nicht auswählten
und „lies sie uns dann auch hängen“
Am intensivsten arbeitet Mrs. Hong von www.Vnhouselink.com , mit der wir dann auch fündig wurden. Aber auch Sie zeigte uns ( wie auch ihre anderen Kollegen) Häuser, die absolut nicht unseren o.g. und klar formulierten Kriterien entsprachen.

Insgesamt besichtigten wir in einer Woche so ca. 15 Häuser. Das war ganz schön nervend!!!
Einige Häuser „fielen sofort durch`s Raster“; einige waren zwar insgesamt ganz schön, aber rochen muffig....
„Unser Haus“ könnt Ihr im Detail in der Fotogalerie besichtigen- zum Umfeld später noch mehr....

Mietbedingungen

Bei unserem jetzigen Mietobjekt konnten wir zwar den Preis noch etwas  herunterhandeln, mussten uns dann aber mit den übrigen Bedingungen abfinden:
- 1 Monat Kaution
- Vertragsdauer 2 Jahre
- Vorauszahlung 6 Monate
Das ganze Procedere wurde dann von Mrs. Hong recht professionell abgewickelt. Sie moderierte auch bisher die Kommunikation zwischen uns und dem Vermieter, weil dieser kein Wort Englisch versteht. Auf diese Weise wurden auch die Startprobleme ( Anschluß TV und Telefon/ Internet, Funktion Gaskocher udgl. nach vietnamesischer Art gelöst)
Es gibt einen Mietvertrag in Englisch und Vietnamesisch.

Unsere Registrierung realisierte der Vermieter ohne weitere Kosten für uns ( lediglich die Pässe wurden dazu für 1 Tag im Original zur Bestätigung der Kopien benötigt)

Wohnumfeld
Das Haus liegt in einer Wohnanlage in der unmittelbaren Nachbarschaft der
Pagode Chua Vong Thie am Süd-West-Ufer des West-Lake. Die Anlage besteht aus
ca. 15 2-3 etagigen Häusern, die bisher ausschließlich von Vietnamesen bewohnt werden und viel Baum- und Strauchbestand; 1 Haus scheint zur Vermietung anzustehen.
Der unmittelbare Nachbar an der Frontseite scheint Regierungsbeamter zu sein; eine weiterer Nachbar hat in Ilmenau studiert. Auf zwei Baulücken werden derzeitig noch zwei „ Ein/ zwei-Familien- Häuser errichtet“- Baulärm ist von da kaum zu hören- Nachts ist absolute Ruhe
Die Anlage wird Abends ( nach 23 Uhr ???) abgeschlossen. Wer später kommt , muss den Torwächter, der ein kleines Haus mit Familie bewohnt, aktivieren, was bisher
( 4 x in 6 Wochen auch klappte)
Unser Haus wurde vor zwei Jahren errichtet und ist in google map noch nicht zu sehen. An zwei Seiten grenzt das Grundstück an den Pagodengarten mit Teich und Baumbestand. Bäume und Mauer des Pagodengartens dämpfen die Geräusche der Gasse.
Aus der Pagode dringen ab und an Laute von „ Singsang“ und Trommeln zu uns, ohne zu stören ( kein Vergleich zur Nachbarschaft zur Moschee in Baku!!!)
Die vierte Seite grenzt an den Rest ( ca. 1.500 m²) einer ehemaligen Gärtnerei, die derzeitig nur noch zum Hausgebrauch der Nachbarn genutzt wird. Allerdings dringt über diese Lücke doch allerhand Lärm von zwei Baustellen ( typische vietnamesische 4-5 Geschosser; Arbeitszeit täglich von 7 Uhr bis 19 Uhr- aber keine Betonpumpen!!) und aus den Häusern der nächsten Gasse ( siehe meine Bemerkung zu den „ Keifenden Weibern“ im ersten Resume). Frühmorgens klingt das außerdem immer nach „ organisiertem Morgensport“.
Mittlerweile haben sich 3 Karaoke- Fans geoutet. Etwas nervig wird es, wenn abends mehrere gleichzeitig mit verschiedenen Programmen aktiv sind und/oder ihr Gesangsvermögen erheblich überschätzen...

Die weitere Umgebung wird dann durch die Pho (Straße) Vong Thie geprägt. Hier befinden sich 1 Verwaltungsgebäude, 2 Schulen , kleine und kleinste Geschäftchen, 1 Druckerei, Baustellen, Garküchen (vor allem morgens) und fliegende Händler. Der Verkehr vom PKW und Zweiräder hält sich in Grenzen. Nach ca. 300m mündet sie in die Lac Long Quan mit starkem Verkehr und Busanbindung.

Also, insgesamt wohnen wir hier ruhig, sauber und relativ sicher. Auf der Terrasse weht oft genug ein Lüftchen und man kann von da aus auch den See durch die Bäume erblicken. Aus dem Wohnzimmer ergibt sich in eine Richtung ein Blick, wie in den Dschungel...

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