Dienstag, 23. April 2013

Markenbewusstsein

In Vietnam geben sich scheinbar alle Mode-Marken die Ehre. Ob im Original oder als Fake- das kann ich nicht ermessen. Wenn jedoch der ältere Herr, der mir am Sonntagvormittag meinen „ Platten“ am Moped repariert, seine Arbeit in einem Shirt mit der Aufschrift
„ Gucci“ ausführt – dann
überkommt einem Ehrfurcht  vor dem Reichtum der Vietnamesen, die exklusive Modemarken als Arbeitskleidung tragen können  oder
es gibt wiederum einen Grund zur Annahme, dass sich die Begründer des Luxus-Labels ein über das andere Mal im Grab herumdrehen müssten aus Kummer darüber, wie sehr doch seine Marke verkommen ist.
Sei es, wie es sei:
Das Modebewusstsein der Vietnamesen setzt sich über das tägliche Leben bis zur Ahnenverehrung fort.
Da werden eben nicht nur die traditionellen Stiefelchen per „ Flammenpost“ zu den Ahnen geschickt, sondern da will man auch schon Mal  mit einem Paar „ Hochhackigen“ Eindruck schinden.  

Ob „ Oma“ oder „Ba“, wie es auf Vietnamesisch heißt, damit wirklich glücklich werden und gut zu Fuß sein kann ??
Und für die Fortbewegung der Ahnen stehen eben nicht mehr nur die traditionellen Pferde zur Verfügung. Nein, PKW sind der Trend. Und da darf es doch auch gleich mal ein „ Mercedes“ sein.


Dass man für die Unterkunft der Ahnen nicht einfach das Abbild der bescheidenen Hütte schickt, in der die Ahnen vielleicht gewohnt hatten, ist ja verständlich. Ein „ schmuckes Häuschen“ soll es schon sein. Ich bin gespannt, wann die ersten Hochhäuser oder gar einer der neuen „ Super-Tower“ in der Version für die Ahnen auftauchen werden.

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