Freitag, 6. Juli 2012

Was lange währt, wird gut?


 Irgendwann im Jahre 2010 wurde am Südufer des West-Lake eine Verbindung zwischen den Verkehrsströmen auf der „Van Cao“, „ Hoang Hoa Tham“ und  „Thuy Khue“  mit der Promenade „ Ven Ho“ hergestellt - In Form einer „ Schlippe“, durch die gerade so ein PKW und ein Moped nebeneinander passten. Damit war natürlich tägliches Verkehrschaos vorprogrammiert. Das ganze wird dadurch noch komplizierter, dass gerade an dieser Kreuzung auch das größte „Bia Hoi“ an der ganzen Promenade liegt. Durch das Ein -und Ausparken von Fahrzeugen und anhaltende Taxen wird der Verkehr noch zusätzlich belastet.

Ende 2011 stellte man dann eine zweite Einmündungsspur nach rechts fertig - in „weitsichtiger vietnamesischer Denk- und Bauweise“ ebenfalls eng und mit einer Senke, in der  nach jedem Regen das Wasser steht. Und man verbreiterte auch die Ven Ho an dieser Stelle nicht, obwohl Platz dazu bestand, das Einfädeln dadurch zu erleichtern.

In einer Art Kreisverkehr wollte man den Verkehr lenken. Ein einfacher blauer Pfeil
( „ Rechts Abbiege-Gebot“) sollte das richten.

Es kam, wie es kommen musste: Entsprechend den Gepflogenheiten der Verkehrsteilnehmer wurde dies natürlich fast vollkommen ignoriert und nach wie vor wuselte alles durch die engste Stelle, die man allerdings nach und nach auf zwei PKW-Breiten erweiterte.
                                         ( jetzt ist das unproblematisch, da wenig Verkehr)
Im Jahre 2012 waren dann ab und an „ Komplexeinsätze“ der grünen und blauen Ordnungshüter zu beobachten. Nicht in der „ rush hour“ zur Lenkung des Verkehrs, sondern in den Morgen- und Vormittagsstunden. Wohl eher zur Disziplinierung? Die eigentlichen, Verkehrspolizisten in ihren sandfarbenen Uniformen waren da gar nicht zu sehen.

Dieser Tage vormittags wollte ich in dieser Gegend einige Bäume fotografieren. Ganz erstaunt konnte ich feststellen, dass ca. 70 % aller Taxen und 40..50 % der privaten PKW brav der gebotenen Richtung folgten. 
                                                          Hier an der engen Stelle beim Einfädeln auf die ven Ho

Einige stutzten erst noch, aber sie nahmen dann auch noch das Wasserbad in Kauf, denn am Abend zuvor waren wieder über 40 mm Regen gefallen. 

Sogar zwei oder drei Mopedianer befolgten die Anweisung.
Der Rest des zu dieser Zeit geringen Verkehrsaufkommens fuhr „ normal falsch“. Und dazu gehörte  auch ein Armee -PKW ( rotes Kennzeichen)

 und ein Behörden – PKW ( blaues Kennzeichen). 

Um diese Zeit war das alles kein Problem und es gab keine Behinderungen.

Wie wird das aber in der rush hour aussehen? Das habe ich mir gestern angesehen:
35 von 58 PKW ( 60 %) fuhren richtig. Bei den Mopeds habe ich nicht gezählt. Da war aber die Quote wesentlich schlechter. Aber auch bei dem „ generell undiszipliniertem Volk“ hat  diese Verkehrsregelung schon Wirkung gezeigt.

Zu den Verkehrssündern zählten Taxen, zivile Pkw und auch Behördenfahrzeuge. 

Eines mit blauen Kennzeichen „erkämpfte“ sich seinen verkehrswidrigen Weg mit lautem Hupen. Und zu den zweirädrigen Sündern zählte auch ein grün Uniformierter mit zwei goldenen Sternen.
Das falsche Einfädeln der PKW verursachte zwar kurzzeitige Stockungen im Verkehrsfluss, 

aber keine langgestreckte Staus. Zugegeben: Es ist Sommer – und Ferienzeit und da ist das Verkehrsaufkommen insgesamt nicht so hoch.

Zur gleichen Zeit waren übrigens wieder 1km weiter „grüne und blaue Greifvögel“ auf der Jagd nach unbehelmten Mopedianern. Dass sich an dieser engen Stelle gleich zwei Mal durch einen Müllkarren und durch einen Mann, der mit Kinderwagen auf der Straße unterwegs war, größere Staus bildeten- dagegen konnten und wollten die Ordnungshüter aber nichts tun.
Fazit:
Verkehrsregeln können auch in Vietnam eingehalten werden. Aber dazu bedarf es eben konsequenter und permanenter Maßnahmen einschließlich drastischer Strafen und Verkehrserziehung schon von der Schulzeit angefangen. Und wie wäre es mit Vorbildwirkung von Behörden und Uniformierten ?
Spontane Einzellösungen wirken wie die berühmten Tropfen auf dem heißen Stein.

2 Kommentare:

  1. Diese Stelle ist deshalb so absurd, weil sie eine Übergangslösung ist. Eigenlich soll die Van Cao ja 4-spurig bis zum See gehen, die Brücke der HHT zeigt das ja. Dann werden diese beiden Abbiegespuren nur noch den Verkehr in Richtung Süden aufzunehmen haben und das Problem wird keins mehr sein. WENN es jemals zur Fertigstellung dieser Strasse kommt, deren Baustelle wir ja schon seit 3 Jahren geniessen dürfen.
    Die jetzt hier vorgesehene Verkehrsführung ist ganz offensichtlich derart absurd, dass man wirklich nicht erwarten kann, sie könne beachtet werden. Insofern ist mir die beobachtete Gesetzestreue ein Rätsel (ich halte mich auch nicht dran.) Hier erst rechts fahren um dann im scharfen Winkel rückwärts nach links abzubiegen, das ist schlichte Überforderung des durchschnittlichen vietnamesischen Autolenkers. Er verursacht dann bei diesem Versuch, mit 3-maligem Vor-und Zurück auf der Van Ho, noch viel mehr Stau.Du weisst doch selber, wie die Jungs mit ihren Stadtpanzern von Toyota und Hyundai nicht umgehen können.

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