15.4.2012- die Russisch-Orthodoxen feiern heute Ostern und wir sind bei Jowi und Elena zum Osterbranch geladen.
Nachmittags unternehmen wir dann einen Ausflug nach „ Chang Son village“-
ca. 25 km im Westen von Hanoi gelegen. Dieses Dorf soll spezialisiert sein auf
die Fertigung von Fächern und dort soll auch der Meister wohnen, der den mit 9m
Spannweite größten Fächer Vietnams
hergestellt und bemalt hat.
Weil wir noch einen Umweg über die Meister-Pagode (siehe http://abenteuervietnam-glohse.blogspot.com/2010/11/die-tay-pagoden.html
) gewählt haben,
fahren wir erst mal durch urwüchsiges Land und passieren
Reisfelder im saftigen Grün, eine Ziegenherde und eine Ziegelei.
Im Dorf angekommen, empfängt uns emsiges treiben- eben typisch
vietnamesisch.
Wir können beobachten, wir aus einzelnen dünnen, verschieden
gefärbten Bambusstreifen die stabilen Handfächer geflochten werden.
Eine zweite Fertigungsrichtung sind die Faltfächer. Dazu werden dünne Bambushölzer zusammengenagelt
und mit Papier beklebt.
Je nach „ Produktart“ sind die Papiere einfarbig oder bunt mit Motive bedruckt und schon
halbkreisförmig geschnitten.
Zum Schluss werden die Fächer in 10-er Packs
zusammengeschnürt. Offensichtlich herrscht auch Arbeitsteilung oder gar
Stufenproduktion, denn die Frauen verübten, schon fast mechanisch, immer die
gleichen Handgriffe.
Dominierend im Ort war aber die Holzverarbeitung. Einfache
Schränkchen, Türen bis zu kunstvoll
verzierte Stühle und Altare umfasste das Produktionsprogramm. Auch in
Arbeitsteilung, denn wir fanden einfache Fräsvorrichtungen und auch eine
Drechselbank.
Teilweise wird ein
besonderes, rötliches Holz
verarbeitet:
„gô
hủơng“ - Weihrauch-Holz- so
übersetzt es der google –Übersetzer, aber es scheint sich wohl um eine der
Holzarten aus dem Sammelbegriff „ Rosenholz“ zu handeln.
So oft scheinen sch einzelne Touris hierher nicht zu
verirren,
denn wir sind unbestritten die Sonntags - Nachmittags –
Attraktion –
werden begrüßt, angefasst und gleich zwei Mal
spontan zum Tee eingeladen, wenn
wir uns in einem der Häuser
für etwas besonders interessieren. Dabei wird dann
auch gleich
mal noch die 100-jährige(!!!) Oma vorgestellt.
Nun ja, Kunstwerke der Fächerherstellung haben wir nicht besichtigen können,
sondern nur billige Massenprodukte, die sicherlich nicht von langer Haltbarkeitsdauer
sind.
Aber ein weiteres Mal hatten wir wohl so richtig „ den Finger am Puls des
Lebens im Dorf im Umfeld von Hanoi“ mit seinem wuseligen Eindruck.
Was mag sich hinter dieser „ Bruchbude“ verbergen?
Richtig geraten, dass kann doch nur eine Art Sonntags-
Vorschule sein
( ist schon etwas makaber, oder?
Und die „ Aufbewahrungsstätte für die ganz Kleinen sieht
nicht besser aus…
Aber eine richtige Schule gibt`s im Dorf auch—
So richtig reich scheint aber in diesem Dorf keiner geworden zu sein. Zumindest sahen wir
keine überdurchschnittlichen Wohnhäuser.
Halt! Eine Besonderheit ist noch erwähnenswert. Im Zentrum
und am Dorfrand gab es eine Reihe von Wassergärten mit kleinen Tempelchen und
Pavillons.
Einer der Teiche wird hier sicherlich gerade entschlämmt-
ein Sch… Job!!
Aber die schönste Anlage verabschiedet uns dann auf dem Weg
zurück nach Hanoi
Schöne Fotos!
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