Montag, 16. April 2012

Ein Sonntag nachmittag im Fächer-Dorf


15.4.2012- die Russisch-Orthodoxen feiern heute Ostern und wir sind bei Jowi und Elena zum Osterbranch geladen.


Nachmittags unternehmen wir dann einen Ausflug nach „ Chang Son village“- ca. 25 km im Westen von Hanoi gelegen. Dieses Dorf soll spezialisiert sein auf die Fertigung von Fächern und dort soll auch der Meister wohnen, der den mit 9m Spannweite größten Fächer Vietnams  hergestellt und bemalt hat.

Weil wir noch einen Umweg über die Meister-Pagode (siehe  http://abenteuervietnam-glohse.blogspot.com/2010/11/die-tay-pagoden.html ) gewählt haben,
 fahren wir erst mal durch urwüchsiges Land und passieren Reisfelder im saftigen Grün, eine Ziegenherde und eine Ziegelei.











Im Dorf angekommen, empfängt uns emsiges treiben- eben typisch vietnamesisch.

Wir können beobachten, wir aus einzelnen dünnen, verschieden gefärbten Bambusstreifen die stabilen Handfächer geflochten werden.













Eine zweite Fertigungsrichtung sind die Faltfächer.  Dazu werden dünne Bambushölzer zusammengenagelt und mit Papier beklebt. 



Je nach „ Produktart“ sind die Papiere einfarbig  oder bunt mit Motive bedruckt und schon halbkreisförmig geschnitten.



 Zum Schluss werden die Fächer in 10-er Packs zusammengeschnürt. Offensichtlich herrscht auch Arbeitsteilung oder gar Stufenproduktion, denn die Frauen verübten, schon fast mechanisch, immer die gleichen Handgriffe.

Dominierend im Ort war aber die Holzverarbeitung. Einfache Schränkchen, Türen  bis zu kunstvoll verzierte Stühle und Altare umfasste das Produktionsprogramm. Auch in Arbeitsteilung, denn wir fanden einfache Fräsvorrichtungen und auch eine Drechselbank.


Teilweise   wird ein besonderes, rötliches Holz 

verarbeitet: 
„gô  hủơng“  - Weihrauch-Holz- so übersetzt es der google –Übersetzer, aber es scheint sich wohl um eine der Holzarten aus dem Sammelbegriff „ Rosenholz“ zu handeln. 






So oft scheinen sch einzelne Touris hierher nicht zu verirren, 
denn wir sind unbestritten die Sonntags - Nachmittags –
 Attraktion – werden begrüßt, angefasst und gleich zwei Mal 
spontan zum Tee eingeladen, wenn wir uns in einem der Häuser 
für etwas besonders interessieren. Dabei wird dann auch gleich
 mal noch die 100-jährige(!!!) Oma vorgestellt.










Nun ja, Kunstwerke der Fächerherstellung haben wir nicht besichtigen können, sondern nur billige Massenprodukte, die sicherlich nicht von langer Haltbarkeitsdauer sind. 

Aber ein weiteres Mal hatten wir wohl so richtig „ den Finger am Puls des Lebens im Dorf im Umfeld von Hanoi“ mit seinem wuseligen Eindruck.
Was mag sich hinter dieser „ Bruchbude“ verbergen?

Richtig geraten, dass kann doch nur eine Art Sonntags- Vorschule sein  


( ist schon etwas makaber, oder?
Und die „ Aufbewahrungsstätte für die ganz Kleinen sieht nicht besser aus…


Aber eine richtige Schule gibt`s im Dorf auch—

So richtig reich scheint aber in diesem Dorf  keiner geworden zu sein. Zumindest sahen wir keine überdurchschnittlichen Wohnhäuser.

Halt! Eine Besonderheit ist noch erwähnenswert. Im Zentrum und am Dorfrand gab es eine Reihe von Wassergärten mit kleinen Tempelchen und Pavillons.

Einer der Teiche wird hier sicherlich gerade entschlämmt- ein Sch… Job!!

Aber die schönste Anlage verabschiedet uns dann auf dem Weg zurück nach Hanoi



1 Kommentar: