Heute Morgen. Fremdes Stimmengewirr höre ich aus dem Chua- Garten- nicht das
übliche Palaver der „ Chua-Weiber“ bei der Gartenarbeit. Ein „ Ong“ wird
begrüßt….
Ein Paar im „besten Alter“, ein jüngerer Mann und eben der
Großvater- groß, rüstig mit strahlend weißem, kurzgeschnittenen Haar sind dabei,
viele Utensilien für eine private Zeremonie der Ahnenverehrung auszubreiten:
Zwei Papierpferde, ein Strauß rote Rosen, eine großer
Blechschale mit allerlei Früchten und
-tatsächlich- einem gebratenem Huhn, Wasserflaschen und allerhand sonstiges Papierzeug werden
kunstvoll drapiert. Und jede Meng Räucherstäbchen werden im Umfeld eingesteckt.
Dann hockt sich der Familienvater (?) auf eine Plastikfolie
nieder. Natürlich hat er die Schuhe ausgezogen. Er erstattet den Ahnen
lautstark Bericht, nachdem er sich vorher einige Stichpunkte auf einem Zettel
notiert hatte. Offensichtlich hat er viel zu erzählen. Ich kann ab und zu die
Straßennamen wie „ Vong Thi“, Hai Ba Trung“ und auch „ Tay Ho“ herausfiltern.
Während dieser Rede bekommt der jüngere von seiner
Mutter(?) Geldscheine übergeben, die er auf diesem „ Altar“
platziert. Ich erkenne mehrere der grünen 100.000 VND –Scheine.
Nach Beendigung der
Rede und nachdem die Räucherstabchen niedergebrannt sind, wird das gesamte
Papierzeug auf dem üblichen “ Zündelplatz“ verbrannt.
Und so steigt diesmal nicht nur der Qualm von verbranntem
Laub und Kräuterich auf, sondern zu meinem Leidwesen fliegen auch Papierfetzen
durch die Luft- Was soll man dagegen tun…….
Glücklicherweise ist bald alles verbrannt und die übrig
gebliebenen Lebensmittel und sicherlich
auch das Geld werden wieder eingesammelt und die „Gesellschaft“ entschwindet
wieder.
Zurück bleiben der
Rosenstrauß mit einem Kerzenlämpchen und ein neuer Aschehaufen.
Die Leute und ihre Ahnen werden mir hoffentlich mein
„Paparazzi-Gehabe“ verzeihen. Schließlich musste ich ja auch in unserem Hof
wieder die Flugasche beseitigen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen