Das muss man sich mal vorstellen: Da lässt ein Herrscher sich einen Palast bauen, den er zu Lebzeiten mit seinem ganzen Gefolge bewohnt und schon in dieser Zeit zu seiner Grabstätte bestimmt. Deshalb spricht man auch nur von den Königsgräbern.
Natürlich baute sich jeder Herrscher einen neuen Palast. Es gibt wohl 7 an der Zahl. Diese liegen im Umkreis bis zu 10 km von der Stadt entfernt und landschaftlich herrlicherUmgebung von Kiefernwäldern(!!) und Wiesen , Hügeln und Teichen.
Drei davon haben wir auf einer Mopedtour(!!) besucht.
Die relativ einheitliche Gestaltung der Hauptbauten lassen den prägenden Einfluss der Nguyen-Dynastie deutlich werden, in der offensichtlich auch mehrere Architektengenerationen der gleichen Schule wirksam waren :
- Ein respekt-erheischendes Eingangstor
- Empfangsplatz , flankiert von steinernen Elefanten und Figuren der Würdenträger ( Mandarine)
Der Stelenpavillon-
auf der großen Marmorstele
wurden die Verdienste des Herrschers eingemeißelt
- die Hauptgebäude lagen alle erhöht- wer zum Herrscher wollte musste schon einige Treppen erklimmen
- ausgedehnte Parks und Teichanlagen standen dem Herrscher zur aktiven Erholung zur Verfügung
See des Bescheidenen Bewahrens See der Absoluten Helligkeit
im Lang Tu Doc im Lang Minh Mang
Nur Khai Dinh ( der vorletzte König regierte 1916-1925) hat darauf verzichtet, dafür musste man um so mehr Treppen erklimmen, um zu ihm zu gelangen.
Sein Grab weicht ab von der eigentlichen vietnamesischen Kultur und der schönen Einbettung in die Landschaft. Die Innenausstattung des Palastes steht stark unter chinesischem und französischem Einfluß und bewegt sich hart an der Grenze zwischen Ästhetik und Kitsch.
- um die eigentlichen Grabanlagen
( hier im Lang Tu Doc )
ranken sich verschiedene Geheimnisse.
Teilweise sollen die Bediensteten, die letztendlich
die sterblichen Überreste des Herrschers in das
Grab verbrachten, sogar noch umgebracht worden
sein. Wohlgemerkt, das war im 19. Jahrhundert
und nicht im finstersten Altertum oder Mittelalter!!!
Die individuelle Ausgestaltung der Gesamtanlagen lässt insgesamt auf verschiedene „ Geschmäcker“ der einzelnen Regenten schließen . und außerdem ist der gegenwärtige doch sehr unterschiedliche Erhaltungs-Zustand sicherlich auch davon abhängig, welches Grab es wann auf die UNESCO- Liste geschafft hat und welche sonstige Gelder für die Restaurierung erschlossen werden konnten.
Natürlich bietet die Umgebung noch viel mehr an Gräbern, Tempeln Pagoden, Kirchen und Klöstern- aber irgendwann forderten 35 Grad Hitze und die vielen Treppen ihren Tribut und man brauchte einfach nur Ruhe und Abkühlung!!!!
Zwei Anlagen aus vollkommen anderen Glaubens- und Kulturkreisen haben wir auf dieser Mopedtour noch besucht:
Ein Benediktinerkloster mit starkem französischen Einfluss. (82 Mönche leben hier). Erstaunlicherweise kamen zur Nachmittagsandacht viele Kinder und Jugendliche
Eine Pagode- neu errichtet oder gründlichst modernisiert- in der der Mönch Tich Quang Duc besonders verehrt wird. Dieser hatte sich 1963 im damaligen Saigon als Protest gegen den Diktator Diem öffentlich verbrannt.
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