Nein, das ist keine schwatzhafte Nachbarin. Es will uns auch niemand etwas bringen , verkaufen oder kassieren- all diese Leute müssten ja erst das Tor überwinden und klingeln.
Es klopft am Fenster.
Ein Vogel
Das ist aber auch keine der neugierigen Meisen, die ab und an unbedingt durch die getönten Fensterscheiben herein wollen.
Blaues Deckgefieder, eine orangefarbene Brust und langer Schnabel- so sitzt er auf dem Zaun-Gitter , ca. 50 cm vor dem Fenster .
Auch ihn drängt es – aus welchen Gründen auch immer- an das Glas zu fliegen und daran zu pochen.
Ein Eisvogel ist es....ein Vertreter der über 90 Arten der Familie der Alcedinidae.
Schon längere Zeit haben wir uns gegenseitig beobachtet. Ein Pärchen saß abwechselnd auf der Telefonleitung im Chua- Garten oder „ buddelte“ in der Erde . Ein Bruthöhle (?) mit zwei Eingängen legten die beiden Fleißigen sich an. Fast so wie ein Maulwurf gruben sie sich in die Erde und „ schaufelten“ den lockeren Boden nach draußen.
Aber alle meine Bemühungen um einen Fototermin scheiterten. Sie müssen sehr scharfe Augen haben, denn selbst die vorsichtigste Bewegung am geöffneten Fenster erkannten sie über 15 m und flogen davon.
„ interessant“ empfunden. Durch das grün getönte Glas können sie uns offensichtlich nicht erkennen und so können wir sie beobachten. Meistens sitzt einer da , manchmal auch alle beide- früh morgens, mittags oder am späten Nachmittag. Bei Sonnenschein und auch im Regen....
Aber die Höhle scheint gar nicht mehr genutzt zu werden. Was ist passiert? Gab es Streit in der Familie- oder haben wir die Gewohnheiten dieser bunten Gesellen doch nicht verstanden....
( Die Begebenheit trug sich im April zu. Als wir im Mai vom Phu Quoc- Urlaub zurückkehrten , waren die Vögel verschwunden und die Höhle war verwaist- ein Rätsel...)
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