Montag, 1. März 2010

„LIM- Song –Festival“

Das Leben und die Erlebnisse in Vietnam gehen weiter- deshalb soll gleich aktuell über unseren Ausflug zum „LIM- Song –Festival“ berichtet werden.
Dieses findet am 13. Tag des ersten „ Lunar Monats“ statt- in diesem Jahr also am 26.2.
Nach zahlreichen Infos basiert das Festival auf der alten Sängertradition der Urbevölkerung, nach der abwechselnd Männer und Frauen bei der Arbeit auf den Feldern oder auf den Hügeln der Umgebung im Gesang wetteiferten. Nach einschlägigen Reiseführern ist das Festival Ziel von Tausenden von Besuchern. Nun , am 26.2. war ja Arbeitstag , aber das Festival sollte auch am Wochenende fortgesetzt werden.
Also fuhren wir am Samstag dahin. Der Ort Lim ist leicht zu finden, ca. 20 km von Hanoi in Richtung Ha Long. Zum Festplatz wiesen uns geschmückte Laternen und zahlreiche Verkaufstände und tatsächlich größere Menschenmengen. Am Festplatz tauchten wir ein in ein Gewimmel, vorrangig von jüngeren Leuten. Und wir fanden auch die Sänger- in Grüppchen flanierten sie über den Platz zwischen zwei Hügeln, die von je einem Tempel - einem älteren, historischen und einer neuen Nachbildung- dominiert werden.
Auf drei „ Bühnen“ ( je ein Platz von der Größe von 4x4 m bis 10x 10 m, mit einer Plane überdacht und mit Matten ausgelegt ) saßen oder standen Gruppen oder einzelne Sänger.



Die Melodien waren schwer akustisch wahrnehmbar, denn die Verstärker waren zumeist zu stark aufgedreht und die Lautsprecher übersteuert.

Der ganze Platz war dicht belegt mit Essplätzen mit „breitem“ Angebot an Trockenfisch, wenigen Früchten und Getränken. Dazwischen eingestreut drängten sich die Menschen an Spieltischen mit Glücksrädern
und Brettspielen. Das Ganze wurde „ umrahmt“ von Unrat und Dreck. So konnte und wollte keine richtige Stimmung bei uns aufkommen und die zahlreichen Einladungen lehnten wir dankend ab.
Unsere Stimmung konnte auch nicht der Tempel ( mit einer interessanten Variante des Tempelwächters)

und die beiden „ Frei- Luft- Attraktionen“
Topfschlagen

und

Luftschaukel


ändern.
Leider war das Ganze ein billiger Klamauk! ( Vielleicht waren wir zur falschen Zeit da und am Haupttag, dem 13. des 1. Lunar war alles viel schöner???)

Billig war es aber im Ort nicht. Beim Moped-Parken und bei der Pho zum Mittag wurden wir mit derart unverschämten Preisforderungen konfrontiert, die das Niveau von Hanoi um das drei- fünffache überstiegen.
So verließen wir sehr bald diesen Ort wieder- schade eigentlich...
Glücklicherweise bewog mich meine unergründliche Neugierde, auf dem Heimweg doch bei einem Hinweiszeichen zur „ Chua Tieu“ abzubiegen.
Auch hier waren viele Menschen- bei unserer Ankunft parkten da 4 Reisebusse- aber alles war ruhiger und harmonischer. Auf einem Hügel thronte ein noch junger Buddha,
ganz in weiß und in kleinen Tempelchen

konnten wir beobachten, wie zahlreiche Menschen, auch wieder viele junge Leute ihr „ Chua- Geld“ opferten. Aus einem Lautsprecher klang dezente Chua- Musik- hier konnte man in Ruhe sitzen. Und durch die Bäume öffnete sich ein herrlicher Blick auf Reisfelder mit den jungen Anpflanzungen.
Noch eine- für uns- nicht alltägliche Begebenheit : in dem Teich der Anlage
„ ernteten“ zwei junge Männer riesengroße Teichmuscheln.

Dieser Abstecher gab dem Tag noch eine versöhnliche Note-

die Rückfahrt auf der Straße Nr. 1 nach Hanoi war dann wieder recht „ verkehrsstressig“.....

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