Nach Verlassen des Dammes führte die Route durch urwüchsige Landschaft mit Reis-, Mais und Gemüsefeldern.
In Son Tay, mussten wir nur zweimal fragen und wurden sogar verstanden und richtig geleitet und dann kamen wir sogar ohne Probleme an dem Nationalpark an.
Sowohl der Einlass- Posten, als auch die Ticket- Verkäuferin ( 35.000VND für 2 Personen und 1 Moped) sprachen leidlich englisch und versicherten, dass man im Ressort des Parks auch übernachten könne.
Bis dahin verlief die Fahrt nahezu eben, aber nun ging es in die Höhe- fast wie im Thüringer Wald. Unterwegs bot sich ein herrlicher Blick auf ein Ressort an einem See- das wäre nach unserem Geschmack eine Stätte zum Übernachten gewesen....
Aber die Straße führte weiter bergauf in andere Richtung. Auf einem Plateau erreichten wir dann ein Objekt mit verschiedenen Chalets und Sportstätten, einem „Restaurant“ und einer Reisegruppe, die auf die Abfahrt wartete- oder warteten sie auf die Belegung ihrer Zimmer?
Jedenfalls war in der Rezeption niemand so richtig ansprechbar und ein recht lustloser junger Mann bedeutete uns dann, dass keine Zimmer verfügbar seien. War der einfach nur zu bequem ???
Also wurde die Frage der Übernachtung oder Rückfahrt nach hinten verschoben und es stand erst mal „ Landschaft“ auf dem Programm. Und bald zeigte sich, dass die ersten Kilometer bis dahin nur „zum Angewöhnen“ waren. Denn nun ging es wirklich nach oben- enge Straße , aber glücklicherweise in gutem Zustand und atemberaubende steile Haarnadelkurven. Es erleichterte die Fahrt schon erheblich, dass nur ganz wenig Fahrzeuge „ auf der Piste“ waren- die Spiegel an jeder Kurve waren zumeist be- oder zerschlagen und damit wenig hilfreich.
Das Ganze führte durch üppig grünen Laubwald, in dem sich teilweise ohrenbetäubender Grillen- „ Gesang“- der manchmal die Lautstärke von Drennschleifern erreichte- und Vogelgezwitscher abwechselten.
Die Freude am Fahren wurde etwas getrübt durch den besorgten Blick auf die Tankanzeige, die sich bedrohlich dem roten Bereich näherte. Aber so kurz vor dem Peak aufgeben ? Nein, das kam doch nicht in Frage!! Und so erreichten wir nach ungezählten Kurven einen kleinen Parkplatz mit „ Imbiss- Bude“ und Souvenir- Shop. ( Wir konnten es uns verkneifen, eine der angebotenen Koniferen- Gewächse- „ echt vom Mt. Dinh Vua“ zu erstehen.)
Von hier aus begann der Aufstieg zum Ho Chin Minh- Tempel.
( Dass wir damit über 770 Stufen den höchsten der drei Gipfel in 1296 m Höhe erklimmen sollten und dass es zur Pagode auf dem kleineren Nachbargipfel nur 220 Stufen gewesen wären, erfuhren wir erst hinterher bei der „ Nachbereitung“). Aber frische, angenehm milde Luft und toller Baum – und Buschbestand ließen uns den Aufstieg gar nicht so beschwerlich vorkommen. Auch hatten wir „ Wetterglück“- Sonne und leichte Bewölkung wechselten einander ab und der sonst übliche Nebel „ fand nicht statt“. Nur der berühmte Fernblick „ bis nach Hanoi????“ blieb uns leider verwehrt.
Der Abstieg war auch weniger beschwerlich, als befürchtet.
Aber dann begann die Abfahrt. Teilweise mit einigem Zittern in den Kurven habe ich sie aber doch ganz gut ohne Malheur bewältig. Wir kamen wohlbehalten unten an , wo ich auch gleich an einer „ Mini- Tankstelle“ tanken konnte.
Für die Heimfahrt war es dann aber doch schon recht spät geworden und so versuchten wir unser Glück in dem schon von oben gesichteten
Ressort „ Ho Tien Sa“-
das erwies sich für uns als Glückstreffer- einfach, sauber, preiswert und ruhig!!!.
Vor und nach dem schmackhaften Abendessen hatten wir genügend Zeit und Muße, um am See sitzend „ mit der Seele zu baumeln“. Und welch prächtigen Sternenhimmel uns die Dunkelheit bescherte, kann man kaum mit den Worten beschreiben.
Nach dem nicht ganz so üppigen Frühstück lockten Sonnenschein und frische Luft , die Umgebung zu erkunden. Wir trafen eine Affenfamilie ( irgendwann hat sicher jemand den Käfig offen gelassen und so hat sich die Familie da heimisch gemacht)
und steinerne Drachen,
beobachteten die Pflückerinnen in einer Teeplantage
und entdeckten Bäume/ Sträucher, von denen wir bisher nur die Früchte kannten ( z.B. Carambolas- oder Sternenfrüchte)
Die ganze Anlage bedarf zwar insgesamt einer etwas stärker ordnenden Hand – aber sie hat uns bestimmt nicht das letzte Mal gesehen.....
Der riesengroße Vorzug dieser Region: frische Luft, Ruhe und so gut wie keine Mücken!!!!
Auf dem Rückweg wollten wir noch ein paar Touristenressorts bzw. Hotelanlagen besichtigen, die sich alle am Fuße des Bergmassivs angesiedelt haben. Das gelang uns aber nur z.T., denn schon allein für die Einfahrt sollte man Eintrittsgelder entrichten, die die für den Park erheblich überschritten. Das war uns dann doch zu dumm- aber so wissen wir wenigstens, wo sich die Anlagen befinden ....
In einem eigentlich nett anschauenden Dorfrestaurant wollten wir noch köstlich speisen, aber das erwies sich nicht als ein kulinarischer Höhepunkt. Das einzig Bemerkenswerte- der Fisch wurde vor unseren Augen aus einem Zierbecken gefischt....
Den Rückweg fanden wir ohne weitere Such- und Frageaktion. Auf der Dammstraße ereilte uns der erste „ Platte“ im Hinterrad- glücklicherweise unmittelbar vor einer Werkstatt. Ein junger Mann flickte den Reifen, ohne das Rad auszubauen und verlangte dafür sage und schreibe 10.000 VND ( Zum Verständnis: Das sind 0,40 EURO- Lohn für ca. 30 Minuten am Sonntag Nachmittag!!!!)
Geschafft, froh und auch etwas stolz haben wir dann die erste Tour von insgesamt ca. 150 km beendet....
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