Eine Adaption der berühmten Oper an das Thema „ Häusliche Gewalt gegen Frauen in Vietnam“ hatte sich die schwedische Regisseurin Helen Rohr „ einfallen lassen“. Und bei der Einstudierung mit dem Ensemble der Hanoier Oper sollte der Internationale Chor Unterstützung leisten.
Also hieß es nun ab März Texte lernen (in Französisch), Melodien üben und die Choreografie einstudieren. Letztere entstand erst vor Ort in einem „schmerzhaften“ Lernprozess zwischen schwedischer Regie und vietnamesischem Choreograf.
Die Bühnendekoration bestand im Wesentlichen aus den Tischen der Zigarettenarbeiterinnen, auf, unter, hinter und neben denen die Solisten und Chormitglieder agierten.
Und so kletterten sie auf die Tische,
hüpften herunter , verstecken sich hinter und unter diesen und ruhen teilweise sogar darauf.
Die Handlung spielte zumeist in Hanoi und demzufolge bestanden die Kostüme des Chors aus Uniformen von Wachleuten und Arbeitsanzügen der Zigarettenarbeiterinnen und der berühmten Boxer Escamillo
(die Namen wurden beibehalten) kommt, wie sollte es anders sein, bei seinem ersten Auftritt mit Moped auf die Bühne.
Carmen, eine alleinerziehende Mutter, die vor der den Gewalttätigkeiten ihres nichtsnutzigen Ehemanns geflohen war, „spielt dann doch ihre Spielchen“ mit dem Wachmann Jose und dem Escamillo und wird im Finale von Jose vor den Augen ihrer Tochter erwürgt.
Die Intensität der Probenarbeit steigerte sich von einmal Chorprobe pro Woche bis zu 4 Aufführungsproben / Woche. Die letzte Mai- Woche fand nun ihren Höhepunkt mit den Aufführungen am 26. und 27. Mai im vollbesetzten Opernhaus.
Und das Fazit: Als passiver Beobachter, Abholer von den Proben und ab und an Tongeber auf dem Keyboard konnte ich nur staunen, mit welcher Ausdauer und Begeisterung die Laien des Internationalen Chores bei der Sache waren und sich bei der gelungenen Aufführung überhaupt nicht von den „ Profis“ des Opernchores unterschieden. Und zum Lohn gab`s dann reichlich Beifall.
Und übrigens: den einzigsten eigentlich „ Carmenfreien“ Abend dieser Woche füllten wir noch mit einem sehr eindrucksvollen Film einer Carmenadaption aus Südafrika- Carmen in den Townships von Johannesburg. Damit kennen wir nun schon vier verschieden Varianten diese Sujets- es soll wohl noch einige mehr geben…
Hier könnt Ihr noch viel mehr Bilder sehen
https://picasaweb.google.com/Guenter.Lohse/Carmen?authkey=Gv1sRgCLr4w8Tul_uuxgE#
und Videos gibt es auch schon
(http://www.youtube.com/user/
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